Musk wirft seiner eigenen KI Grok eine „linke Ausrichtung“ vor und plant eine Überarbeitung
Elon Musk ärgert sich erneut über seine eigene künstliche Intelligenz Grok, weil ihm nicht gefällt, dass ihre Antworten nicht seinen persönlichen politischen Ansichten entsprechen. Als ein Nutzer im sozialen Netzwerk X behauptete, Grok sei „durch linke Indoktrination manipuliert“ worden, stimmte der reichste Mann der Welt dieser Ansicht voll und ganz zu.
Musk hat nun angekündigt, seinen xAI-Chatbot Grok neu trainieren zu wollen, um das, was er als „Müll“ und „unkorrigierte Daten“ wahrnimmt, aus dessen Wissensbasis zu entfernen. Nach eigenen Angaben will er den kommenden Grok 3.5 (möglicherweise Grok 4) mit „fortgeschrittenem Denkvermögen“ einsetzen, um „das gesamte menschliche Wissen neu zu schreiben, fehlende Informationen hinzuzufügen und Fehler zu beseitigen“.
Kampf gegen „woke“ künstliche Intelligenz
Musk äußert seit Langem Bedenken, dass führende KI-Modelle wie ChatGPT von OpenAI auf das ausgerichtet seien, was er als „woke“ oder politisch korrekte Positionen bezeichnet. Sein Ziel für Grok beschreibt er als „anti-woke“ und präsentiert das Modell als Gegenpol zu dem, was er als schädliche Mainstream-Positionen und linke Voreingenommenheit wahrnimmt. Seinen Worten zufolge lassen konkurrierende Modelle Informationen aus, die „politisch nicht korrekt sind“, und Grok soll „mit dem stärker ‚woken‘ ChatGPT von OpenAI konkurrieren“.
Kritik von KI-Experten
Musks Vorhaben, „das gesamte menschliche Wissen neu zu schreiben“, hat Kritik von Experten für künstliche Intelligenz und Kommentatoren hervorgerufen. Der KI-Kritiker Gary Marcus verglich Musks Plan mit einer „orwellschen Dystopie“ und erklärte, dass es gefährlich sei, die Geschichte gemäß den Überzeugungen einer einzelnen Person umzuschreiben. Es wurden zudem Bedenken laut, dass die Aufforderung an die Öffentlichkeit, „strittige Fakten“ einzureichen, Vorschläge wie Holocaustleugnung und Verschwörungstheorien einschloss, was Fragen hinsichtlich des Potenzials zur Verbreitung von Desinformationen aufwirft.
Keine Beweise für eine „Infiltration“
Trotz der Behauptungen über eine „linke Infiltration“ gibt es keinerlei Beweise dafür, dass Grok AI zur „linken Indoktrination“ eingesetzt oder von linken Einflüssen infiltriert wurde. Tatsächlich verfolgt Musk das gegenteilige Ziel: Er arbeitet aktiv daran, dass Grok weniger mit dem übereinstimmt, was er als „linke“ oder „woke“ Perspektiven betrachtet, und will die Antworten nach seinen eigenen Maßstäben für Wahrheit und politische Korrektheit umgestalten.
Dieser kontroverse Schritt hat selbst eine erhebliche Debatte und Besorgnis über die Risiken ideologischer Voreingenommenheit und der Umschreibung von Wissen in Systemen künstlicher Intelligenz ausgelöst.



