Musiklabel-Giganten verhandeln über Lizenzen für KI-Start-ups

Musiklabel-Giganten verhandeln über Lizenzen für KI-Start-ups

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
6. 10. 2025
3 Minuten Lesezeit · 3 Aufrufe
Musiklabel-Giganten verhandeln über Lizenzen für KI-Start-ups
Universal Music Group und Warner Music Group, die Künstler wie Taylor Swift, Ariana Grande oder Charli XCX vertreten, stehen Berichten zufolge nur wenige Wochen vor dem Abschluss wichtiger Lizenzvereinbarungen mit Unternehmen, die sich mit künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigen. Diese Vereinbarungen sollen neue Regeln dafür festlegen, wie Musik in KI-Systemen verwendet wird. Die Gespräche werden mit großen Akteuren wie Google und Spotify, aber auch mit kleineren KI-Start-ups geführt, darunter Klay Vision, ElevenLabs und Stability AI. Einige dieser Unternehmen, etwa Suno und Udio, sind zudem in laufende Rechtsstreitigkeiten mit Musiklabels wegen der unbefugten Nutzung von Musik zum Trainieren ihrer Modelle verwickelt.

Quellen zufolge konzentrieren sich die Verhandlungen auf Lizenzmodelle, die die Nutzung von Musik sowohl für die Erstellung neuer KI-generierter Titel als auch für das Training großer Sprachmodelle ermöglichen würden. Die Musiklabels drängen auf ein System, bei dem jede Nutzung geschützter Musik eine kleine Zahlung auslösen würde, ähnlich wie die Vergütungsmodelle bei Streamingdiensten funktionieren. Damit dies möglich ist, müssten KI-Unternehmen Werkzeuge zur Nachverfolgung und Identifizierung von Musik in ihren Ausgaben entwickeln, beispielsweise ähnlich wie Content ID auf YouTube.

Zahlungsmodelle

Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Frage der Vergütung. Universal und Warner schlagen eine Struktur vor, bei der jede Nutzung eines Songs in einem KI-System zu einer Mikrozahlung an die Rechteinhaber führen würde. Dieser Ansatz basiert auf bestehenden Streamingmodellen, bei denen für jede Wiedergabe gezahlt wird. Wenn beispielsweise ein KI-Modell einen Titel generieren würde, der Elemente aus dem Katalog der Universal Music Group enthält, würde dies eine automatische Zahlung auslösen. Dasselbe würde für Musik gelten, die beim Training von Modellen verwendet wird, wobei die Musiklabels klare Regeln für die Identifizierung und Vergütung fordern.

Berichten zufolge könnten die Vereinbarungen auch Entschädigungen für die frühere unbefugte Nutzung von Musik umfassen. Die Rechtsstreitigkeiten mit Suno und Udio betreffen beispielsweise Vorwürfe, KI sei rechtswidrig mit geschützten Aufnahmen trainiert worden, was Teil der endgültigen Verträge sein könnte. Google als Muttergesellschaft von YouTube und Spotify gehören zu den wichtigsten Partnern, direkte Erwähnungen von SoundCloud fehlen bei diesen Verhandlungen jedoch.

Auswirkungen auf die Musikindustrie

Diese Vereinbarungen könnten Standards für die gesamte Branche setzen. Musiklabels wie Universal und Warner bemühen sich, ihre Kataloge vor einer unkontrollierten Nutzung durch KI zu schützen und so sicherzustellen, dass Künstler an den neuen Technologien beteiligt werden. Stability AI, das für seine Modelle zur Generierung von Inhalten bekannt ist, müsste beispielsweise Werkzeuge zur Nachverfolgung implementieren, um die korrekte Zuordnung von Zahlungen sicherzustellen. Ebenso müsste ElevenLabs, das sich auf Sprachtechnologien konzentriert, klären, wie sich Musik auf seine Ausgaben auswirkt.

Quellen zufolge betrachten die Musiklabels diese Verhandlungen als Möglichkeit, Fehler früherer digitaler Umbrüche wie des Aufkommens des Streamings zu vermeiden. Statt passiv zu bleiben, gestalten sie die Regeln aktiv mit, um sicherzustellen, dass KI auch den Musikschaffenden Vorteile bringt. Klay Vision, ein weiteres an den Verhandlungen beteiligtes Start-up, müsste beispielsweise seine Systeme an diese Anforderungen anpassen.

Rechtsstreitigkeiten

Einige KI-Unternehmen stehen weiterhin im Konflikt mit den Musiklabels. Suno und Udio sehen sich Klagen von Universal Music Group, Sony und Warner wegen mutmaßlicher Urheberrechtsverletzungen gegenüber, da sie ihre Modelle ohne Zustimmung mit Musik trainiert haben sollen. Diese Streitigkeiten könnten im Rahmen der neuen Vereinbarungen beigelegt werden, indem die Musiklabels gegen eine Vergütung Lizenzen erteilen. Berichten zufolge befinden sich die Verhandlungen in einem fortgeschrittenen Stadium, und die endgültigen Verträge könnten innerhalb weniger Wochen unterzeichnet werden.

Quelle: ft.com theverge.com

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Kategorie:KI
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