Microsoft, bekannt für seine KI-Produkte unter der Marke Copilot, führt derzeit Gespräche mit dem Unternehmen Broadcom über die gemeinsame Entwicklung spezieller Chips für Aufgaben im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Diese Chips sollen bei der Verarbeitung großer Sprachmodelle und bei der Inferenz in Rechenzentren helfen. Berichten von The Information zufolge bedeutet dies, dass Microsoft plant, einen Teil seiner Chipproduktion vom bisherigen Partner Marvell zu Broadcom zu verlagern. Das ist eine große Veränderung, denn Marvell war bislang an der Entwicklung der Maia-Reihe beteiligt, die speziell auf Azure zugeschnitten ist. Microsoft ist nach Amazon der zweitgrößte Kunde von Marvell, sodass diese Verlagerung viele Bereiche der Branche beeinflussen könnte.
Chips sind so etwas wie das Gehirn von Computern. Microsoft möchte seine eigenen verbessern, damit sie anspruchsvolle KI-Aufgaben schneller und kostengünstiger bewältigen können. Broadcom ist ein Experte für Netzwerktechnologien und Chipdesign, was Microsoft dabei helfen könnte, die Bereitstellung seiner KI-Dienste zu beschleunigen, ohne von Lieferungen anderer Unternehmen abhängig zu sein.
Warum sucht Microsoft einen neuen Partner?
Der Grund ist die wachsende Nachfrage nach maßgeschneiderten Chips für Cloud- und KI-Anwendungen. Microsoft arbeitete früher bei einigen Halbleitern mit Marvell zusammen, sucht nun aber nach den Vorteilen, die Broadcom aufgrund seiner Größe und Erfahrung bietet. Mit den Verhandlungen vertraute Personen sagen, dass es dabei um Beschleuniger gehen würde, die für große Sprachmodelle und die Inferenz in Rechenzentren optimiert sind. Microsoft und Broadcom reagierten nicht auf Anfragen, doch Analysten zufolge könnte eine solche Partnerschaft die Entwicklung von KI-Diensten beschleunigen, indem sie die Abhängigkeit von externen Lieferketten verringert.
In der Praxis bedeutet dies, dass Unternehmen wie Microsoft maßgeschneiderte Chips einsetzen möchten, um Kosten und Leistung zu kontrollieren. Dies ist ein Trend unter großen Marktteilnehmern, die versuchen, mit der Konkurrenz im KI-Bereich Schritt zu halten.
Auswirkungen auf den Markt
Der Bericht von The Information führte zu einem Kursrückgang der Marvell-Technology-Aktie um 3,42 % auf 90,40 US-Dollar je Aktie. Die Aktie rutschte kurzzeitig ins Minus, erholte sich anschließend jedoch leicht. Marvell strebt im nächsten Geschäftsjahr einen Umsatz von 10 Milliarden US-Dollar (etwa 230 Milliarden CZK) an, was über den Erwartungen der Analysten liegt. Die Broadcom-Aktie stieg dagegen um 1,30 % auf 406,98 US-Dollar und die Microsoft-Aktie um 0,21 % auf 492,12 US-Dollar.
Eine mögliche Vereinbarung müsste technische, geschäftliche und regulatorische Hürden überwinden. Die Bedingungen, der Zeitplan und die Frage, ob die Designs ausschließlich für Microsoft bestimmt wären, sind nicht bekannt.
Weitere Quelle: finance.yahoo.com



