Microsoft zeigt in den letzten Monaten deutlich, dass das Unternehmen in der Welt der künstlichen Intelligenz keine Sekunde lang langsamer werden will. Es baut eine eigene KI-Infrastruktur auf, arbeitet mit Giganten wie OpenAI, Nvidia oder AMD zusammen und festigt Schritt für Schritt seine Position als eine der führenden Kräfte der technologischen Revolution.
Während viele Unternehmen noch darüber nachdenken, wie sie in die Welt der KI einsteigen können, ist Microsoft dort längst mit Vollgas unterwegs. Microsoft-CEO Satya Nadella selbst skizzierte in einem kürzlich veröffentlichten Beitrag auf LinkedIn, wie die nächste Welle der künstlichen Intelligenz aussehen und wie die Gesellschaft mit ihr umgehen sollte.
KI als Plattform, die allen helfen soll
Nadella spricht in seinem Beitrag von KI als einer Plattform, die allen dienen soll und deren Erfolg sich daran bemisst, ob „…der wirtschaftliche Wert all jener, die sie nutzen, den Wert des Unternehmens übersteigt, das sie geschaffen hat.“ Damit betont er in seinem Beitrag wiederholt, dass es nicht die Aufgabe künstlicher Intelligenz ist, den Wert kleiner Unternehmen zugunsten von Technologiegiganten zu verringern, sondern vielmehr die Stärke und Produktivität aller zu steigern, die sie nutzen.
Dieser Ansatz ist ihm zufolge die Grundlage des technologischen Fortschritts. Bei der Zukunft der KI soll es nicht um Gewinner und Verlierer gehen, sondern darum, wie schnell Unternehmen gemeinsam den gesamten Markt vergrößern können.
Gemeinsame Entwicklung statt Wettlauf
Dass es sich dabei nicht nur um wohlklingende Phrasen handelt, zeigt auch eine kürzliche Ankündigung von Microsoft. Das Unternehmen hat gemeinsam mit OpenAI und Nvidia beschlossen, die erste KI-„Superfabrik“ zu errichten. Gerade die Bündelung von Fachwissen aus den Bereichen Hardware, Software und Forschung kann die gesamte Branche voranbringen – und zwar deutlich schneller, als wenn diese Technologieunternehmen miteinander konkurrieren würden.
Auf ähnliche Weise wurde auch der Hardwarehersteller AMD (Advanced Micro Devices) in ihr System eingebunden. Dadurch kann AMD GPT-Modelle betreiben, was dem Unternehmen bei der schnellen Weiterentwicklung und Verbesserung seiner eigenen Software für künstliche Intelligenz hilft.
Künstliche Intelligenz verändert die Programmierung
Auch im Bereich der Programmierung bringt KI enorme Veränderungen mit sich, und Nadella sieht auch auf diesem Gebiet positive Auswirkungen. Ihm zufolge versucht künstliche Intelligenz nicht, Entwickler zu ersetzen, sondern erweitert vielmehr den Bereich der Programmierung und bietet nach und nach immer mehr Raum für die Entstehung neuer Unternehmen und Spezialisierungen.
Die Auswirkungen der KI werden wir erkennen, wenn sie alle Branchen durchdringt
Dem Beitrag zufolge, den der Microsoft-CEO auf seinem LinkedIn-Profil veröffentlicht hat, ist das Ziel der technologischen Revolution schlichtweg nicht die Bewertung von KI-Unternehmen. Ihr tatsächlicher Wert wird sich nämlich in dem Moment zeigen, in dem sie die alltäglichen Abläufe von Unternehmen verändern.
Er veranschaulicht dies anhand von Beispielen, in denen Pharmaunternehmen dank KI ein neues Medikament innerhalb eines Jahres statt in zwölf Jahren entwickeln können, ein Hersteller seine Lieferkette innerhalb einer einzigen Nacht neu organisiert, Lehrkräfte den Unterricht an einzelne Schüler anpassen können oder Landwirte dank Datenprognosen Ernteausfälle verhindern. Genau darin sieht Nadella den wahren Test für das bereits beginnende KI-Zeitalter und den tatsächlichen Wert der KI.
Die Zukunft liegt in der Kontrolle
Nadella sieht eine Parallele zwischen dem KI-Zeitalter und der Zeit, in der das Internet aufkam. Ihm zufolge hat das Internet die Welt jedoch nicht nur positiv verändert, sondern auch vielen Branchen geschadet, etwa den lokalen Medien. Deshalb ist er der Ansicht, dass wir diesen Fehler nun nicht wiederholen müssen und ausschließlich die positiven Aspekte des bevorstehenden Zeitalters zu unserem Vorteil nutzen können.
Unternehmen sollten daher die Kontrolle über die KI behalten und eigenen Mehrwert schaffen. Genau das ist Nadella zufolge der Weg, von künstlicher Intelligenz zu profitieren und nicht bloß zu einem abhängigen Glied in der Kette der großen Akteure zu werden.



