Meta sieht sich wegen der Piraterie Tausender Pornofilme für das KI-Training mit einer Klage konfrontiert
Das von Mark Zuckerberg geführte Unternehmen Meta ist ins Zentrum eines ungewöhnlichen Rechtsstreits geraten. Die im Juli 2025 bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereichte Klage wirft dem Technologiekonzern vor, Tausende Pornofilme über das Netzwerk BitTorrent gestohlen und verbreitet zu haben. Die Klägerinnen, Strike 3 Holdings und Counterlife Media, behaupten, Meta habe ihre urheberrechtlich geschützten Inhalte seit 2018 heruntergeladen und geteilt. Insgesamt handelt es sich um 2.396 Filme, die zum Training von Modellen künstlicher Intelligenz (KI) gedient haben sollen. Dieser Fall wirft Fragen darüber auf, wie große Unternehmen Daten für ihre Technologien beschaffen, und verdeutlicht die mit illegalen Inhalten verbundenen Risiken.
Der Klage zufolge entdeckten Strike 3 Holdings und Counterlife Media diese Urheberrechtsverletzung durch die Überwachung von IP-Adressen und E-Mail-Adressen, die mit Meta in Verbindung stehen. Darunter befand sich auch die Adresse eines Meta-Mitarbeiters, was darauf hindeutet, dass die Downloads nicht zufällig erfolgten. Die Inhalte wurden häufig noch am Tag der Veröffentlichung der Filme heruntergeladen, und Meta soll sie nicht nur heruntergeladen, sondern auch aktiv mit anderen Nutzern des BitTorrent-Netzwerks geteilt haben. Dieser als „Seeding“ bekannte Prozess ermöglicht eine schnellere Verbreitung von Dateien, was die Klägerinnen als „methodische und dauerhafte Verbreitung“ ihrer Werke bezeichnen. Interessanterweise weisen die Daten auf „nicht-menschliche Verhaltensmuster“ hin, was auf ein automatisiertes System schließen lässt, möglicherweise gerade zur Sammlung von Daten für das KI-Training.
Warum sollte Meta solche Inhalte benötigen?
Die Klage legt nahe, dass Meta diese Filme zur Entwicklung seiner KI-Modelle genutzt haben könnte, etwa für Meta Movie Gen, das Videos generiert. Laut Strike 3 Holdings und Counterlife Media bieten ihre Filme „natürliche, auf den Menschen ausgerichtete Aufnahmen“, die Körperteile und Interaktionen zeigen, die in gewöhnlichen Videos nicht üblich sind. Diese langen, ungeschnittenen Szenen sollen es der KI ermöglichen, die Kontinuität von Bewegungen und Gesichtsausdrücken besser zu verstehen, was zur kostengünstigen Erstellung ähnlicher Inhalte führen könnte. Die Klägerinnen befürchten, dass dies ihr Geschäft gefährden könnte, da KI kostenlos konkurrierende Inhalte produzieren könnte. Dieser Fall knüpft an eine frühere Klage aus dem Jahr 2023 an, in der Autoren wie Richard Kadrey Meta der Piraterie von Büchern für das KI-Training beschuldigten, was das Unternehmen später einräumte.
Weitere Informationen bestätigen, dass Meta angeblich einen BitTorrent-Mechanismus namens „Tit-for-Tat“ (Gegenseitigkeitsprinzip) nutzte, der das Herunterladen von Daten beschleunigt, indem Dateien mit anderen Nutzern geteilt werden. Strike 3 Holdings behauptet, Meta habe ihre Filme über lange Zeiträume hinweg heruntergeladen, manchmal sogar über Wochen, auch in Fällen, in denen die Inhalte weiterhin aktiv geteilt wurden. Einige Analysten spekulieren, dass diese Inhalte auch zum Training einer KI für die Inhaltsmoderation gedient haben könnten, beispielsweise zur Erkennung unangemessener Materialien, doch die Klage bezeichnet dies als vorsätzlichen Missbrauch. In einigen US-Bundesstaaten, in denen neue Gesetze zur Altersverifikation für nicht jugendfreie Inhalte gelten, könnte die Verbreitung solcher Materialien zu weiteren Problemen führen, einschließlich einer Gefährdung Minderjähriger.
Reaktion von Meta und Konsequenzen
Meta weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ein Unternehmenssprecher erklärte: „Wir glauben nicht, dass die Behauptungen von Strike 3 zutreffen.“ Weitere Stellungnahmen gab es bislang nicht, doch der Fall liegt nun beim Gericht. Die Klägerinnen fordern nicht nur die Löschung aller gestohlenen Daten und ein dauerhaftes Verbot weiterer Piraterie, sondern auch Schadensersatz in Höhe von bis zu 150.000 US-Dollar pro Film. Dies könnte sich auf insgesamt 359 Millionen US-Dollar belaufen, was für Meta einen enormen finanziellen Schlag bedeuten würde.
Strike 3 Holdings setzte fortschrittliche Werkzeuge zur Dokumentation der Verstöße ein, darunter die Überwachung von IP-Adressen, was ihre Position stärkt. Sollte das Gericht den Klägerinnen recht geben, könnte dies verändern, wie Unternehmen wie Meta Daten für KI beschaffen, und sie zu transparenteren Methoden zwingen. Dieser Fall zeigt, wie sich die Welt der Technologie mit unerwarteten Bereichen überschneidet, und lässt uns gespannt darauf warten, wie sich die Angelegenheit weiterentwickelt.



