Künstliche Intelligenz (KI) ist zu einer treibenden Kraft geworden, die den Markt für Speicherchips dramatisch beeinflusst. Große Technologieunternehmen und Cloud-Anbieter investieren massiv in die KI-Infrastruktur, was zu einer enormen Nachfrage nach spezialisierten Chips wie HBM (Hochgeschwindigkeitsspeicher) führt. Dieser Anstieg betrifft jedoch nicht nur die fortschrittlichsten Komponenten. Hersteller wie SK Hynix und Samsung Electronics verlagern ihre Produktionskapazitäten auf diese lukrativen KI-Chips, wodurch die Verfügbarkeit herkömmlicher DRAM- und NAND-Speicher sinkt. Die Folge sind Engpässe und steigende Preise auch bei den weniger angesagten Typen, die in Smartphones, Computern und gewöhnlichen Servern zum Einsatz kommen.
SK Hynix hat beispielsweise bereits seine gesamte Produktion von Speicherchips für das Jahr 2026 verkauft, was auf eine extreme Nachfrage hindeutet. Das Unternehmen meldet dank Bestellungen von Hyperscalern, also großen Cloud-Anbietern, einen Gewinnanstieg von 62 %. Dieser Produktionsdruck führt dazu, dass ältere Speichertypen in den Hintergrund gedrängt werden. Daher erhöhen die Hersteller die Preise dieser herkömmlichen Chips im vierten Quartal 2025 um bis zu 30 %. Auf dem chinesischen Markt kommt es zu Panikkäufen, wobei die Preise einiger Chips nahezu täglich schwanken. Und Großkunden aus den USA und China erhalten lediglich 70 % der bestellten Mengen.
Kapazitätsengpässe
Die Produktionslinien sind überlastet, da fortschrittliche KI-Chips komplexe Prozesse erfordern, die Kapazitäten für ältere Technologien beanspruchen. Geopolitische Spannungen, Rohstoffmangel und der langsame Ausbau der Fabriken verschärfen die Lage zusätzlich. Projekte wie Stargate von OpenAI sorgen für Rekordbestellungen und bringen damit die gesamte Lieferkette in Bedrängnis. Analysten erwarten, dass dieser Engpass mindestens bis 2026 anhalten wird, da der Kapazitätsausbau mit der schnell wachsenden Nachfrage nicht Schritt hält.
Die Investitionen in die KI-Infrastruktur erreichten 2025 schätzungsweise 400 Milliarden USD (etwa 9,2 Billionen CZK bei einem Wechselkurs von 23 CZK je USD). Das bedeutet, dass Unternehmen wie Samsung und SK Hynix margenstarke Produkte bevorzugen, was zu einem Mangel an herkömmlichen Speicherchips führt. Hersteller von Smartphones und Computern müssen daher die Preise ihrer Produkte erhöhen, um die gestiegenen Komponentenkosten zu decken.
Auswirkungen auf den Verbrauchermarkt
Die Preise für Server-DRAM stiegen bis Ende 2025 um bis zu 50 %, was sich auf den gesamten IT-Sektor auswirkt. Dieser Superzyklus in der Speicherindustrie bedeutet langfristig eine höhere Nachfrage und höhere Preise, die nicht nur die Hardware, sondern potenziell auch die Preise für Cloud-Dienste beeinflussen. Die Hersteller versuchen, diese Situation zu bewältigen, indem sie die Produktion weniger rentabler Chips reduzieren, was jedoch eine Kettenreaktion in der Lieferkette auslöst.
Für Verbraucher bedeutet dies teurere Geräte wie Notebooks oder Mobiltelefone, in denen herkömmliche DRAM- und NAND-Speicher standardmäßig verwendet werden. Analysten prognostizieren, dass der Halbleitermarkt drei Jahre in Folge zweistellig wachsen wird, vor allem dank KI. Dieser Trend birgt jedoch auch Risiken, etwa schwankende Liefermengen und die Notwendigkeit einer höheren Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen, sei es aufgrund des Klimas oder der Verfügbarkeit von Arbeitskräften.
Quelle: reuters.com



