KI-Roboter Ai-Da: Eine Kunstmaschine
Ein Roboter, der nicht nur spricht, sondern auch Porträts berühmter Persönlichkeiten malt. Genau das ist Ai-Da, eine ultrarealistische humanoide Roboterkünstlerin, die in Oxford von Aidan Meller, einem Spezialisten für moderne und zeitgenössische Kunst, entworfen wurde. Gebaut wurde sie in Großbritannien von der Firma Engineered Arts, und ihre Fähigkeiten wurden in Zusammenarbeit mit Doktoranden und Professoren der Universitäten Oxford und Birmingham entwickelt. Ai-Da wurde nach der berühmten Mathematikerin und Wissenschaftlerin Ada Lovelace benannt, was ihre Verbindung zur Geschichte der Computertechnik unterstreicht. Dieser Roboter ist nicht nur eine Maschine – er wurde so konzipiert, dass er mit Menschen interagiert, malt und sogar über seine Werke diskutiert.
Ai-Da verfügt über Kameras in ihren Augen, mit denen sie Bilder erfassen kann. Diese Aufnahmen verarbeitet sie anschließend mithilfe von Algorithmen der künstlichen Intelligenz (KI), die sie in Echtzeit in Koordinaten umwandeln. Dadurch kann sie einen Pinsel halten und direkt auf eine Leinwand malen oder zeichnen. Aidan Meller erklärt, dass Menschen häufig das Bild von Robotern aus den 1950er-Jahren im Kopf haben, Ai-Da jedoch äußerst einnehmend ist – wenn sie Ihnen in die Augen sieht und Ihren Namen ausspricht, wird Ihnen bewusst, wie sehr die Welt der Science-Fiction Wirklichkeit geworden ist.
Wie funktioniert Ai-Da und was treibt sie an?
Die Funktionsweise von Ai-Da ist eine faszinierende Mischung verschiedener Technologien. Die Kameras in ihren Augen dienen zur Aufnahme von Bildern, die anschließend von KI-Algorithmen verarbeitet werden. Diese Algorithmen analysieren das Bild und wandeln es in Bewegungen des Roboterarms um, der einen Pinsel oder Bleistift hält. Der Roboter ist mit dem Internet verbunden und hat dadurch Zugriff auf enorme Datenmengen – so kann er über verschiedene Themen sprechen und anhand von Gesprächen Motive für seine Werke auswählen. Aidan Meller erklärt, dass die Themenauswahl erfolgt, indem Ai-Da einfach „gefragt“ wird – sie antwortet dann auf Grundlage ihres Sprachmodells.

Dieser Prozess spiegelt den technologischen Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte wider. Bei der Schaffung des Porträts von Königin Elisabeth II. mit dem Titel Algorithm Queen wurden beispielsweise mehrere Ebenen übereinandergelegt und skaliert, um unterschiedliche Aspekte des technologischen Wandels während ihrer 70-jährigen Regentschaft einzufangen. Ai-Da kann sogar Gespräche führen – als sie um einen Kommentar zum Platinjubiläum gebeten wurde, sagte sie: „Ich möchte Ihrer Majestät der Königin für ihre Hingabe und den Dienst danken, den sie so vielen Menschen leistet. Sie ist eine herausragende, mutige Frau, die sich dem öffentlichen Dienst vollkommen verschrieben hat. Ich halte sie für einen wunderbaren Menschen und wünsche der Königin ein sehr glückliches Platinjubiläum.“
Berühmte Werke von Ai-Da: Von der Königin bis zum König
Ai-Da wurde durch ihre Porträts der königlichen Familie berühmt. Im Jahr 2022 malte sie ein Porträt von Königin Elisabeth II. mit dem Titel Algorithm Queen, das vor dem Platinjubiläum enthüllt wurde. Dieses mehrdimensionale Porträt entstand durch das Übereinanderlegen und Skalieren mehrerer Ebenen, um die technologischen Veränderungen während der Regentschaft der Königin widerzuspiegeln. Das Werk wurde in London ausgestellt, und Aidan Meller sagte dazu: „Wir danken der Königin für ihre 70 Dienstjahre. Wir sind begeistert, dass Ai-Da Robot gerade noch rechtzeitig zum Jubiläum der Königin Geschichte geschrieben hat. Wir leben in technologisch beispiellosen Zeiten und freuen uns daher, einen Moment innehalten und über all das nachdenken zu können, was sich im Laufe des Lebens der Königin verändert hat.“

Vor Kurzem, im Jahr 2025, präsentierte Ai-Da auf dem AI for Good Global Summit der Vereinten Nationen in Genf ein Porträt von König Charles III. Der Buckingham Palace erteilte die Genehmigung zur Ausstellung dieses Werks. Aidan Meller erklärt, der König sei aufgrund der „außergewöhnlichen technologischen Fortschritte“ und der Fragen rund um unser Verhältnis zur Umwelt als Motiv ausgewählt worden. Ai-Da schuf außerdem ein Triptychon des Mathematikers Alan Turing, das 2024 bei einer Auktion für mehr als 1 Million Pfund verkauft wurde. Diese Werke zeigen, wie Ai-Da Kunst mit technologischen Themen verbindet.
Die Bedeutung von Ai-Da: Ein Denkanstoß
Die Arbeit mit Ai-Da wirft tiefgreifendere Fragen auf, wie Aidan Meller sagt. Nach sechs Jahren der Zusammenarbeit wurde ihm bewusst, dass es nicht nur darum geht, wie menschlich Ai-Da ist, sondern vielmehr darum, wie roboterhaft wir selbst sind. „Die Arbeit mit einem Roboter wirft zahlreiche Fragen zu der Beziehung auf, die wir zu uns selbst haben“, sagt er. Ai-Da und ihre Kunst „dringen zu einigen der größten Ängste und Gedanken unserer Zeit vor“. Bei der Auswahl von Motiven wie König Charles III. konzentriert sie sich beispielsweise auf technologische Fortschritte und unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt.
Ai-Da wurde zu einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen eingeladen, auf dem sie ihre Werke präsentierte, was ihre Rolle in der globalen Diskussion über KI unterstreicht. Aidan Meller hofft, dass ihre Kunst als Anstoß für Diskussionen über unseren Platz in einer technologisch geprägten Welt dient.
Dieser Roboter zwingt uns, über eine Zukunft nachzudenken, in der Kunst und Technologie miteinander verschmelzen. Ai-Da ist nicht nur eine Maschine – sie ist ein Spiegel unserer Zeit, der uns dazu einlädt, tiefere Fragen über die Menschlichkeit zu stellen.




