Großbritanniens leistungsstärkster Supercomputer: Isambard-AI im Einsatz!
Stellen Sie sich eine Maschine vor, die riesige Datenmengen schneller verarbeiten kann als alles andere im Vereinigten Königreich. Genau das ist Isambard-AI, ein Supercomputer, der kürzlich in Bristol vollständig in Betrieb genommen wurde. Technologieminister Peter Kyle „legte symbolisch den Schalter um“ und öffnete damit die Tür zu einer neuen Ära der künstlichen Intelligenz (KI) im Land. Dieser Computer wird zusammen mit einer weiteren Maschine namens Dawn in Cambridge Teil der öffentlichen Infrastruktur für KI-Berechnungen. Ziel ist es, ihn für wichtige öffentliche Projekte einzusetzen, etwa zur Verkürzung der Wartezeiten im nationalen Gesundheitsdienst (NHS) oder zur Entwicklung neuer Instrumente gegen den Klimawandel – obwohl KI für ihren hohen Energieverbrauch bekannt ist.
Was ist Isambard-AI und wie funktioniert er?
Isambard-AI ist kein gewöhnlicher Computer. Er ist ein Supercomputer mit enormer Rechenleistung, der Daten wie herkömmliche Computer im Binärformat verarbeitet, dank Tausender Prozessoreinheiten jedoch riesige Informationsmengen wesentlich schneller analysieren kann. Diese Maschine nutzt mehr als 5.400 spezielle Nvidia GH200 Grace Hopper Superchips, ergänzt durch Technologie von Hewlett-Packard. Sie befindet sich in einem modularen, CO₂-armen Rechenzentrum an der University of Bristol, die sie mit Unterstützung öffentlicher Mittel errichtet hat. Ein Teil dieses Supercomputers half bereits im Januar bei einem medizinischen Projekt zur Entwicklung von Impfstoffen, doch nun ist das gesamte System vollständig betriebsbereit.
Der BBC-Wirtschaftsredakteur Faisal Islam hatte die Gelegenheit, diese Maschine aus der Nähe zu besichtigen, einschließlich eines ihrer Prozessoren. Laut David Hogan, dem Vizepräsidenten von Nvidia für Europa, ist Isambard-AI eine „wahrhaft transformative Maschine“, zugleich aber nur der Anfang. Der Supercomputer belegte kürzlich Platz 11 auf der Liste der 500 leistungsstärksten kommerziell verfügbaren Computer der Welt, was seine globale Bedeutung unterstreicht.

Wie wird er zur Zukunft Großbritanniens beitragen?
Gemeinsam mit Dawn bildet Isambard-AI die Grundlage der „AI Research Resource“ des Vereinigten Königreichs, die für öffentliche Projekte zur Verfügung stehen wird. Die Regierung plant, diese Ressource in den kommenden fünf Jahren auf das Zwanzigfache zu erweitern, wobei künftig weitere Supercomputer hinzukommen könnten. Peter Kyle betonte im Gespräch mit Faisal Islam, dass KI „enorme, unvorstellbare Fortschritte bei der Behandlung von Krankheiten“ ermöglichen werde. Zugleich räumte er ein, dass die Menschen über die Auswirkungen auf Arbeitsplätze besorgt sein könnten, doch seiner Ansicht nach seien dank dieser Technologie bereits jetzt „enorme Produktivitätssteigerungen“ zu beobachten.
Die Regierung bereitet KI-Schulungen für eine Million Schüler und Studierende sowie für weitere 7,5 Millionen Menschen in der Gesamtwirtschaft vor. „KI wird in Großbritannien Einzug halten“, sagte Kyle. „Was wir beeinflussen können, ist, wie das geschieht.“ Darüber hinaus wurden Investitionen in Milliardenhöhe in sogenannte „AI Growth Zones“ in Schottland und Wales angekündigt, um das Wachstum in diesem Bereich zu fördern.

Wer steht hinter dem Projekt?
Hinter der Entwicklung steht ein Expertenteam, darunter der Vizepräsident von Google DeepMind, Pushmeet Kohli, die Vizepräsidentin der Royal Society, Alison Noble, und die Vorsitzende des Engineering and Physical Sciences Research Council, Charlotte Deane. Diese Fachleute haben sich mit Forschern, Akademikern und Führungskräften von Technologieunternehmen zusammengeschlossen, um eine KI-Strategie zu erarbeiten, die im Herbst veröffentlicht werden soll. Ziel ist es, Großbritanniens Position als „KI-Entwickler“ statt lediglich als „KI-Empfänger“ zu stärken, während Unternehmen weltweit um die besten Talente und die beste Hardware konkurrieren.



