Google hat grundlegend neu definiert, was wir von einer Navigations-App erwarten. Zwei neue Tools haben das Potenzial, die Art und Weise zu verändern, wie wir uns durch die Welt bewegen. Sie heißen Ask Maps und Immersive Navigation, und hinter beiden steht die künstliche Intelligenz Gemini. Wenn Sie dachten, Google Maps sei nur eine intelligente Karte mit Sprachanweisungen, wird Sie dieses Update vom Gegenteil überzeugen.
Ask Maps: Das Ende der Suche, der Beginn eines Gesprächs
Denken Sie daran, wie oft Sie im Auto saßen und sich fragten: „Wo kann ich hier in der Nähe mein Handy aufladen, ohne an der Kaffeeschlange warten zu müssen?“ Oder: „Wo ist die günstigste Tankstelle in der Nähe?“ Genau solche Fragen konnte Google Maps bisher nicht beantworten. Sie mussten Rezensionen durchsuchen, sich von einem Ort zum nächsten klicken und hoffen, dass jemand in den Kommentaren das erwähnt hatte, was Sie brauchten.
Ask Maps ändert all das. Die neue Funktion, die über eine Schaltfläche direkt in der App zugänglich ist, ermöglicht es, komplexe, natürlich formulierte Fragen zu stellen und konkrete Antworten zu erhalten. Sie funktioniert wie ein Gespräch, nicht wie eine Stichwortsuche.
Google setzt dabei auf eine wirklich leistungsstarke Rechenbasis. Die App greift auf eine Datenbank mit mehr als 300 Millionen Orten und auf Rezensionen einer Community mit über 500 Millionen Nutzern zurück. Das ist eine riesige Informationsquelle, die Gemini nun innerhalb von Sekunden durchsuchen und sinnvoll auswerten kann. Planen Sie einen Ausflug? Fragen Sie zum Beispiel: „Ich fahre mit den Kindern zur Macocha-Schlucht. Kannst du mir einige unterhaltsame Zwischenstopps auf dem Weg empfehlen?“ Maps liefert Ihnen eine Route, geschätzte Ankunftszeiten und Tipps von echten Menschen, etwa wie Sie einen versteckten Wanderweg finden oder wo es kostenlosen Eintritt gibt.
Personalisierung, die Sie vielleicht ein wenig überraschen wird
Ask Maps weiß, wer Sie sind. Oder genauer gesagt: Es weiß, wonach Sie in der Vergangenheit gesucht haben und welche Orte Sie besucht haben. Wenn Sie fragen: „Freunde kommen aus dem Stadtzentrum, und wir möchten uns nach der Arbeit treffen. Kennst du ein gemütliches Lokal mit einem Tisch für vier Personen um sieben?“ und Sie in der Vergangenheit regelmäßig vegane Restaurants besucht haben, empfiehlt Maps automatisch Orte mit veganem Angebot. Ohne dass Sie es erwähnen müssen.
Google nennt das Personalisierung. Kritiker werden es vielleicht anders nennen. In jedem Fall handelt es sich um eine Funktion, die auf Ihrem Suchverlauf und Ihren gespeicherten Orten basiert. Wer möchte, kann sie in vollem Umfang nutzen. Wer das nicht möchte, erhält zumindest einen intelligenten Reiseführer ohne persönlichen Kontext. Ask Maps ist seit dem 12. März in den USA und Indien verfügbar und soll auch nach Europa ausgeweitet werden.
Immersive Navigation: Eine Karte, die wie die reale Welt aussieht
Die zweite große Neuerung ist visueller Art. Und sie ist wirklich umfangreich. Google selbst bezeichnet sie als das größte Update der Navigationsoberfläche seit mehr als zehn Jahren. Miriam Daniel, Vice President von Google Maps, fasste es einfach zusammen: „Unser Ziel war es, Fahrern das Rätselraten zu ersparen.“ Immersive Navigation bietet eine vollständige 3D-Darstellung der Route. Gebäude, Überführungen und Gelände werden so angezeigt, wie sie tatsächlich aussehen. Gemini analysiert dabei Street-View-Aufnahmen und Luftbilder, damit die Darstellung möglichst präzise und aktuell ist.
Es geht jedoch nicht nur um eine schönere Grafik. Die App hebt nun Fahrspuren, Fußgängerüberwege, Ampeln und Verkehrsschilder genau in dem Moment hervor, in dem Sie sie sehen müssen. Nähern Sie sich einer komplizierten Kreuzung? Maps zeigt sie Ihnen frühzeitig an, damit Sie genügend Zeit haben, sich darauf vorzubereiten. Auch die Sprachanweisungen wurden umfassend überarbeitet. Statt des roboterhaften „Biegen Sie in 200 Metern rechts ab“ hören Sie etwas wie: „Fahren Sie an dieser Ausfahrt vorbei und nehmen Sie die nächste Richtung Ostrava.“ Natürlicher, verständlicher, menschlicher.
Schluss mit dem Stress auf dem letzten Kilometer
Jeder, der schon einmal mit dem Auto um sein Ziel gekreist ist und weder den Eingang noch einen Parkplatz finden konnte, wird das zu schätzen wissen. Google Maps bietet jetzt noch vor der Abfahrt eine Vorschau des Ziels anhand von Street-View-Aufnahmen. Sie sehen, wie der Ort aussieht, wo sich der Eingang befindet, wo Sie parken können und auf welcher Straßenseite Sie suchen müssen. Wenn Sie sich dem Ziel nähern, hebt die App den Gebäudeeingang, den nächstgelegenen Parkplatz und die Straßenseite hervor, auf der Sie sich befinden. Von der letzten Abbiegung bis zur Tür, ohne unnötiges Herumirren.
Hinzugekommen ist auch eine Funktion, die Fahrern die Vor- und Nachteile alternativer Routen zeigt. Eine längere Strecke mit weniger Verkehr oder eine schnellere mit Mautgebühren? Maps sagt es Ihnen jetzt direkt, ohne dass Sie selbst abwägen müssen. Und jede Sekunde verarbeitet die App mehr als 5 Millionen Aktualisierungen zur Verkehrslage aus aller Welt, sodass die Daten wirklich aktuell sind.
Warnungen vor Unfällen und Bauarbeiten treffen in Echtzeit ein – dank der Fahrer-Community, die jeden Tag mehr als 10 Millionen Meldungen hinzufügt.
Wann kommt es zu uns?
Immersive Navigation wird schrittweise eingeführt. Seit dem 12. März ist die Funktion in den USA verfügbar. In den kommenden Monaten wird sie auf weitere Länder und kompatible Geräte mit iOS und Android, CarPlay, Android Auto sowie Fahrzeuge mit integriertem Google-System ausgeweitet.



