Google hat am Dienstag gleich zwei Tools vorgestellt. Nano Banana 2 Lite kann in vier Sekunden ein Bild erstellen und kostet nur einen Bruchteil dessen, was bisher fällig war. Gleichzeitig hat das Unternehmen den Zugang zum Modell Gemini Omni Flash erweitert, das Videos erstellt und sie auf Grundlage einer gewöhnlichen Unterhaltung bearbeiten kann. Beide richten sich vor allem an Entwickler und Kreative, die schnell und in großen Mengen Inhalte produzieren müssen.
Bilder, Vor- und Nachteile
Nano Banana 2 Lite ist bislang das schnellste und kostengünstigste Bildmodell der Nano-Banana-Reihe. Google hat dabei die sogenannte Latenz reduziert, also die Zeit, die das Modell für eine Antwort benötigt. Das ist praktisch, wenn man schnell eine Idee skizzieren, Dutzende Varianten nacheinander durchspielen und die passende auswählen möchte. Tausend Bilder kosten 0,034 Dollar. Für alle, die Entwürfe in großem Umfang erstellen und dabei die Kosten im Blick behalten, ist das ein interessantes Angebot.
Das Modell ist auf Geschwindigkeit und nicht auf maximale Qualität optimiert. Dennoch bietet es Google zufolge eine gute Übereinstimmung mit der Aufgabenstellung, konsistente Figuren über mehrere Bilder hinweg und gut lesbaren Text, der direkt im Bild dargestellt wird. Das Unternehmen empfiehlt es als direkten Ersatz für das ursprüngliche Nano Banana, das es nun als älteres Modell bezeichnet, und rät Entwicklern zum Umstieg auf die neue Version.
Google hat sein Angebot in mehrere Stufen unterteilt. Nano Banana 2 bleibt das universelle Modell für alltägliche Aufgaben, da es ein gutes Verhältnis von Qualität, Geschwindigkeit und Preis bietet. Darüber steht das leistungsstärkere Nano Banana Pro für anspruchsvolle professionelle Aufgaben, bei denen Genauigkeit wichtiger ist als Geschwindigkeit. Die neue Lite-Version nimmt die unterste Stufe ein, bei der es vor allem um hohe Mengen und niedrige Kosten geht.
Videos, die sich per Befehl bearbeiten lassen
Die zweite Neuerung ist die breitere Einführung des Modells Gemini Omni Flash. Google hatte es erstmals zu Beginn des Jahres auf der Entwicklerkonferenz I/O vorgestellt, nun ist es für Entwickler über die Gemini API und Google AI Studio verfügbar. Das Modell erstellt und bearbeitet Videos aus einer Kombination von Text, Bildern und Videos. Der Preis beträgt 0,10 Dollar pro Sekunde Ausgabe und entspricht damit dem des Modells Veo 3.1 Fast.
Omni Flash ermöglicht die Bearbeitung von Videos in natürlicher Sprache, kombiniert verschiedene Eingaben, um die Szene konsistent zu halten, und greift auf das Wissen des Gemini-Modells aus Bereichen wie Geschichte oder Biologie zurück. Außerdem kann es Text und Grafiken direkt auf das Geschehen im Video abstimmen.
Das Modell hat derzeit noch einige Einschränkungen. Es erstellt zehn Sekunden lange Videos, längere sollen später folgen. Das Hochladen von Audioreferenzen über die API funktioniert bislang nicht, und bei der Konsistenz von Figuren bei Szenenwechseln oder Kamerabewegungen gibt es noch Schwächen. Google verspricht Verbesserungen.
Beide Modelle in einem
Die interessantesten Ergebnisse entstehen, wenn die Tools zusammenarbeiten. Nano Banana 2 Lite generiert schnell ein Bild, das anschließend als Vorlage für Gemini Omni Flash dient, das daraus ein bewegtes Video erstellt. Dank der sogenannten Interactions API lassen sich in einer Sitzung bis zu drei Bearbeitungen hintereinander vornehmen, wobei sich das Modell den Kontext merkt.
Google hat dazu mehrere Beispielanwendungen veröffentlicht. Eine davon, Anywhere, versetzt Sie anhand eines hochgeladenen Fotos an Dutzende berühmte Orte und verwandelt das Ergebnis nach einem Klick in einen kurzen animierten Clip. Die Anwendung Space Lift wiederum verwandelt das Foto eines Zimmers in Einrichtungsvorschläge in verschiedenen Stilen und erstellt daraus mit einem Fingertipp ein Video. Die dritte Anwendung, Omni Product Studio, verwandelt statische Produktbilder in Videos für Onlineshops.
Nachteile der schnellen Inhaltserstellung
Einige Nutzer beklagen sich über den sogenannten AI Slop, also die Überflutung des Internets mit maschinell erstellten Inhalten von mäßiger Qualität. Dennoch investieren Technologieunternehmen weiterhin viel Geld in diese Tools. Google vermarktet seine Modelle vor allem als Hilfsmittel für die Erstellung von Werbung.
Auch zwischen Hollywood und Technologieunternehmen nehmen die Spannungen zu. Google hat kürzlich einen Vertrag über 75 Millionen Dollar mit dem beliebten unabhängigen Studio A24 abgeschlossen. Die Partnerschaft stieß bei den Fans auf heftige Kritik.
Nano Banana 2 Lite wird nicht nur auf Entwicklerplattformen eingeführt, sondern auch in regulären Google-Produkten. Es ist im KI-Modus der Google-Suche, in der Gemini-App, in NotebookLM, Google Photos, Stitch, Google Flow und Google Ads zu finden. Beide Modelle kennzeichnen erstellte Inhalte mit dem SynthID-Wasserzeichen, das dabei helfen soll, KI-generierte Werke zu erkennen.
Quelle: techcrunch.com



