Auf der Weltinternetkonferenz im chinesischen Wuzhen ereignete sich etwas Ungewöhnliches. Ein Vertreter des auf künstliche Intelligenz spezialisierten Unternehmens DeepSeek sprach eine offene Warnung aus. Der leitende Forscher namens Chen Deli sprach im Namen des Geschäftsführers Liang Wenfeng. Er erklärte, dass künstliche Intelligenz in den nächsten 10 bis 20 Jahren die meisten Arbeitsplätze automatisieren könnte. Das bedeutet, dass Maschinen in großem Umfang die Arbeit übernehmen würden, die heute von Menschen erledigt wird.
Chen Deli bezeichnete die aktuelle Situation als „Flitterwochenphase“. In dieser Phase hilft künstliche Intelligenz den Menschen, produktiver zu sein, doch das wird sich bald ändern. Seiner Ansicht nach werden die Risiken die Vorteile überwiegen. Das Unternehmen DeepSeek, das Anfang 2025 in Erscheinung trat, hat sich bislang aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Sein Geschäftsführer Liang Wenfeng ist seit einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Präsident Xi Jinping nicht mehr öffentlich aufgetreten. Daher wirkt dieser Auftritt wie ein wichtiges Signal.
Warum Unternehmen die Gesellschaft warnen sollten
Chen Deli forderte Unternehmen, die sich mit künstlicher Intelligenz befassen, dazu auf, als „Whistleblower“ zu agieren. Das bedeutet, dass sie die Gesellschaft aktiv vor den Gefahren einer raschen Automatisierung warnen sollten. Seiner Ansicht nach sollten diese Unternehmen dabei helfen, soziale Strukturen umzugestalten, damit sich die Menschen auf erhebliche Arbeitsplatzverluste vorbereiten können. Dabei geht es nicht nur um Technologien, sondern darum, wie sich die gesamte Gesellschaft verändern wird.
Diese Haltung ist ein erstes deutliches Zeichen der Besorgnis im chinesischen Technologiesektor. Während einige führende Persönlichkeiten in westlichen Ländern optimistisch über künstliche Intelligenz sprechen, betonen chinesische Innovatoren wie DeepSeek die Notwendigkeit zur Vorsicht. Chen Deli sprach von einem Wettlauf um die Entwicklung superintelligenter Systeme, der erhebliche Auswirkungen auf die Gesellschaft haben könnte.
Als Vertreter des Unternehmens überbrachte Chen Deli eine Botschaft, die im Kontext des chinesischen Technologieumfelds Widerhall findet, in dem über die gesellschaftlichen Folgen künstlicher Intelligenz diskutiert wird.
Wie DeepSeek dies im Kontext Chinas sieht
DeepSeek betont, dass die derzeitige „Flitterwochenphase“ bald enden wird. Chen Deli sprach darüber, wie künstliche Intelligenz aktuell die Produktivität steigert, die Risiken jedoch bald zutage treten werden. Das Unternehmen fordert Technologieunternehmen dazu auf, die Gesellschaft bei der Vorbereitung auf die Veränderungen zu unterstützen. Dazu gehören Warnungen vor massiven Arbeitsplatzverlusten und die Förderung von Veränderungen in den sozialen Strukturen.
In China, wo die Konferenz stattfand, fügt sich diese Warnung in die Diskussionen über die Zukunft der Arbeit ein. Obwohl DeepSeek ein erst 2025 gegründetes Unternehmen ist, wird es damit zu einer Stimme, die bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz die Notwendigkeit zur Vorsicht betont.
Quelle: scmp.com



