Claude AI steht wegen neuer wöchentlicher Nutzungslimits in der Kritik

Claude AI steht wegen neuer wöchentlicher Nutzungslimits in der Kritik

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
8. 10. 2025
3 Minuten Lesezeit
Claude AI steht wegen neuer wöchentlicher Nutzungslimits in der Kritik

Anthropic, das Unternehmen hinter dem KI-Modell Claude, hat neue wöchentliche Nutzungslimits eingeführt, die Abonnenten der Pro- und Max-Tarife betreffen. Diese Änderungen erfolgten zusammen mit der Veröffentlichung von Claude 4.5 und lösten unter den Nutzern starke Reaktionen aus. Laut offiziellen Ankündigungen und Diskussionen gelten die Limits seit dem 28. August 2025 und ergänzen die bestehenden gleitenden Fünf-Stunden-Limits. Ziel ist es, eine übermäßige Nutzung einzuschränken, insbesondere durch Nutzer, die das Tool Claude Code ununterbrochen ausführen oder gegen die Kontorichtlinien verstoßen, etwa indem sie den Zugang teilen oder weiterverkaufen.

Nutzer, die für Premium-Tarife bezahlen, berichten, dass ihre Kontingente deutlich schneller ausgeschöpft sind als zuvor. Abonnenten des Tarifs Max 20x, die monatlich 200 Dollar (etwa 4.600 CZK) zahlen, beschreiben beispielsweise, dass sie das Limit für das Opus-Modell bereits nach nur sechs Arbeitsstunden erreicht haben. Das ist ein großer Unterschied zu den vorangegangenen Wochen, in denen sie sich den Limits nicht einmal näherten, obwohl sie jeden Tag intensiv arbeiteten.

Details zu den neuen wöchentlichen Limits

Die Limits unterscheiden sich je nach Abonnementtyp und Modell. Beim Pro-Tarif, der monatlich 17 bis 20 Dollar (etwa 390 bis 460 CZK) kostet, liegt das wöchentliche Limit für das Modell Sonnet 4 bei 40 bis 80 Stunden. Dieser Tarif beinhaltet keinen Zugang zum Modell Opus 4. Beim Tarif Max 5x für monatlich 100 Dollar (etwa 2.300 CZK) beträgt das Limit für Sonnet 4 140 bis 280 Stunden und für Opus 4 15 bis 35 Stunden. Der höchste Tarif Max 20x bietet 240 bis 480 Stunden für Sonnet 4 und 24 bis 40 Stunden für Opus 4.

Diese Stunden sind keine wörtlichen Zeiteinheiten, sondern basieren auf der Menge der verarbeiteten Token, die von der Größe des Codes, der Komplexität des Modells und weiteren Faktoren abhängt. Anthropic schätzt, dass diese Limits weniger als 5 % der Nutzer betreffen werden, hauptsächlich jene mit extrem hohem Verbrauch. Wird ein Limit überschritten, können Abonnenten des Max-Tarifs zusätzliche Nutzung zu den üblichen API-Preisen erwerben.

Das Unternehmen erklärt, dass diese Maßnahmen eine Reaktion auf die Systembelastung durch eine kleine Gruppe von Nutzern seien, die Claude Code rund um die Uhr laufen lassen. Dadurch sollen ein fairer Zugang für alle gewährleistet und die Zuverlässigkeit des Dienstes aufrechterhalten werden.

Reaktionen der Nutzer

Viele Abonnenten äußern Unzufriedenheit, da die neuen Limits ihre Kapazität gegenüber dem vorherigen Stand verringern. Ein Entwickler beschrieb, wie er bis Mittwochmorgen nach nur drei bis vier Arbeitsstunden innerhalb von drei Tagen bereits 70 % seines Kontingents verbraucht hatte. Ein anderer Nutzer schätzt, dass der Verbrauch pro fünfstündiger Sitzung etwa 10 % beträgt, was ungefähr zehn solcher Sitzungen pro Woche ermöglicht. Für Fachleute, die zuvor problemlos drei Sitzungen täglich bewältigten, bedeutet dies eine Verringerung um die Hälfte bis zu zwei Dritteln der ursprünglichen Kapazität.

Anthropic reagierte in Diskussionsforen auf diese Beschwerden mit der Aussage, die Situation werde „überprüft“, und bat betroffene Nutzer, die Details ihrer Konten per privater Nachricht zu übermitteln. Diese Aufforderung löste jedoch weitere Kritik aus, da Nutzer darauf hinweisen, dass das Unternehmen diese Limits selbst festgelegt habe und daher genau wissen sollte, wie sich der Token-Verbrauch in Prozentwerten niederschlägt. Einige frustrierte ehemalige Abonnenten weisen ironisch darauf hin, dass der kostenpflichtige Tarif nun weniger Nutzung bietet als die kostenlosen Angebote von Konkurrenten wie ChatGPT oder Gemini.

Interessanterweise unterscheiden sich die Erfahrungen – während die Mehrheit von einem drastischen Rückgang berichtet, geben einige Nutzer an, dass ihr Verbrauch unverändert normal sei. Dies deutet auf mögliche Fehler oder eine uneinheitliche Anwendung der Limits hin. Viele Abonnenten des Max-Tarifs drohen mit einer Kündigung, sollte sich die Situation nicht bald ändern.

Limits

Neue Limit-Anzeige

Zusammen mit den Limits stellte Anthropic eine neue Nutzungsanzeige vor, mit der Nutzer ihren Verbrauch in Echtzeit verfolgen können. Dieses Tool soll dabei helfen, die Kontingente besser zu verwalten. Diskussionen in Foren zufolge fordern einige Nutzer jedoch weiterhin mehr Transparenz darüber, was eine „Stunde“ im Zusammenhang mit Token genau bedeutet.

Diese Änderungen erfolgen zu einer Zeit, in der Anthropic der Konkurrenz durch andere KI-Tools ausgesetzt ist. Die Einschränkungen sollen Missbrauch verhindern, etwa die ununterbrochene Ausführung von Claude Code, und sicherstellen, dass der Dienst für normale Nutzer verfügbar bleibt. Den verfügbaren Informationen zufolge beziehen sich die Limits auf einen wöchentlichen Zyklus, der alle sieben Tage zurückgesetzt wird, und gelten parallel zu den gleitenden Fünf-Stunden-Limits.

Quelle: piunikaweb.com

Kategorie:KI
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