Canva hat am 29. Oktober 2026 Brush vorgestellt, ein von Canva Research entwickeltes visuell-sprachliches Modell zur Bearbeitung grafischer Designs. Seit der Einführung übernimmt es unterstützte Bearbeitungen in Canva AI für Abonnenten von Canva Pro; eine breitere Verfügbarkeit soll später folgen.
Von Textänderungen bis zur gesamten Präsentation
Laut Canva kann Brush auf Anweisung sowohl eine einzelne Textzeile als auch alle Folien einer Präsentation ändern. Als Beispiel nennt das Unternehmen die gleichzeitige Anpassung von Überschriften auf mehreren Seiten, ohne dass Nutzer jede Seite einzeln durchgehen müssen.
Zu den weiteren Möglichkeiten gehört es, den visuellen Stil eines Designs oder Bildes zu verändern, etwa dessen Farben, Wetter oder Gesamtstimmung. Ein Design lässt sich auch für ein anderes Format anpassen, beispielsweise eine Präsentationsfolie für eine Instagram-Grafik.
Hinter den Änderungen steht laut Canva eine agentische Schleife, die Code schreibt und ausführt, um Designelemente anzupassen. Anschließend prüft sie, was auf der Seite geschieht, und bestimmt auf dieser Grundlage den nächsten Schritt. Die Ergebnisse bleiben nach Angaben des Unternehmens vollständig editierbar: Nutzer können Text, Bilder, Farben und Layouts ändern und neu anordnen.
So lässt sich Brush nutzen
Nutzer können ein bestehendes Design im Editor öffnen oder es in Canva AI anhängen beziehungsweise verlinken. Für die Arbeit mit dem Modell wählen sie anschließend Brush im Auswahlmenü von Canva AI. Danach können sie weitere Anweisungen geben oder das Design im Editor manuell verfeinern.
Die erste Version ist bei unterstützten Bearbeitungen in Canva AI für Abonnenten von Canva Pro verfügbar. Canva arbeitet zudem an der Unterstützung für Brand Kit, der Möglichkeit, auf Anhänge Bezug zu nehmen, und einer besseren Verarbeitung bildreicher Designs; diese Verbesserungen sind für später geplant.
Vergleich mit dem bisherigen Design-Agenten
Canva zufolge ist Brush bei gewöhnlichen Designbearbeitungen bis zu 69 Prozent schneller als der bisherige Design-Agent des Unternehmens; die Kosten pro Bearbeitungsaufgabe liegen um 46 Prozent niedriger. In internen Tests erreichte Brush laut Canva bei den meisten Bearbeitungsaufgaben eine ebenso hohe oder höhere Qualität als die vorherige Konfiguration. Besonders gute Ergebnisse verzeichnete das Unternehmen bei Stiländerungen und der Anpassung von Designs an verschiedene Formate.
Training mit Designaufgaben
Brush basiert laut Canva auf einem Modell mit offenen Gewichten, das das Unternehmen anhand tatsächlicher Aufgaben zur Erstellung und Bearbeitung von Designs weitertrainiert hat. Dabei nutzte es Designfachwissen und anonymisierte Erkenntnisse von Menschen, die der Unterstützung bei der Verbesserung von Canva AI zugestimmt hatten.
Beim verstärkenden Lernen bewertete das Unternehmen die Arbeit des Modells unter anderem anhand der visuellen Qualität, der Einhaltung von Designprinzipien und der Erfüllung der Aufgabe. Die Kriterien für ein gutes Ergebnis legten professionelle Designer aus Canv as Team fest.



