Anthropic ermöglicht die Verbindung von Apps mit der künstlichen Intelligenz Claude

Anthropic ermöglicht die Verbindung von Apps mit der künstlichen Intelligenz Claude

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
5. 5. 2025
3 Minuten Lesezeit
Anthropic ermöglicht die Verbindung von Apps mit der künstlichen Intelligenz Claude

Anthropic ermöglicht die Verknüpfung von Anwendungen mit der künstlichen Intelligenz Claude

In der sich rasant entwickelnden Welt der künstlichen Intelligenz wartet Anthropic mit einer wesentlichen Verbesserung seiner beliebten KI Claude auf. Das Unternehmen gab Anfang Mai bekannt, dass Nutzer ihren KI-Assistenten nun mit externen Anwendungen und Datenquellen verknüpfen können, was seine Produktivität und Personalisierung deutlich erhöht.

Google Workspace – die erste große Integration

Der sichtbarste Fortschritt ist die Integration mit Google Workspace. Anthropic gab im April 2025 bekannt, dass Claude nun direkt mit Gmail, Google Kalender und weiteren Anwendungen aus dem Paket Google Workspace verknüpft werden kann. Das bedeutet, dass der Chatbot auf Ihre E-Mails und Ihren Kalender zugreifen und diese Informationen nutzen kann, um relevantere und personalisierte Antworten zu geben. "Sie müssen Dateien nun nicht mehr manuell hochladen oder umfangreiche Beschreibungen von Situationen erstellen", erklärt Anthropic in einer Pressemitteilung. "Claude kann nun direkt in Ihre E-Mails schauen und eine Antwort erstellen, die den konkreten Kontext Ihrer Kommunikation berücksichtigt." Diese Funktion ist derzeit in einer Betaversion für Abonnenten der Tarife Team, Enterprise und Pro verfügbar. Bei Unternehmenskonten muss der Administrator diese Funktion zunächst aktivieren, bevor einzelne Nutzer sie verwenden können. Wenn Claude auf Inhalte aus Anwendungen wie Gmail oder Kalender verweist, liefert es direkte Zitate, sodass Sie immer wissen, woher die Informationen stammen. Stellen Sie sich vor, Sie müssen schnell herausfinden, wann Sie zuletzt mit einem wichtigen Kunden kommuniziert haben oder welche Themen Sie mit ihm besprochen haben. Statt E-Mails mühsam zu durchsuchen, können Sie Claude einfach bitten, die Informationen zu finden und zusammenzufassen.

Model Context Protocol – ein offener Standard für die Verknüpfung von Anwendungen

Ende 2024 stellte Anthropic das Model Context Protocol (MCP) vor, einen offenen Standard, der es Assistenten wie Claude ermöglicht, sich mit einer Vielzahl von Unternehmenstools und Softwaresystemen zu verbinden – nicht nur mit Google-Produkten. MCP ermöglicht es Entwicklern, bidirektionale Verbindungen zwischen Anwendungen mit künstlicher Intelligenz und verschiedenen Datenquellen zu erstellen. Nach der Verbindung mit GitHub kann Claude beispielsweise dabei helfen, neue Repositorys zu erstellen oder Pull Requests direkt über die Konversationsoberfläche anzulegen. "MCP stellt einen grundlegenden Wandel in der Zusammenarbeit von KI-Assistenten mit bestehenden Unternehmenstools dar", sagt Anthropic. "Es handelt sich nicht nur um eine Integration, sondern um eine echte Zusammenarbeit zwischen KI und Unternehmenssystemen." Unternehmen wie Block und Apollo haben MCP bereits in ihre Systeme integriert, und auch Entwicklungsplattformen wie Replit fügen Unterstützung hinzu. Diese Offenheit bedeutet, dass wir in Zukunft immer mehr Anwendungen sehen werden, die direkt mit Claude zusammenarbeiten.

Weitere wichtige Integrationen für Unternehmenskunden

Für geschäftsorientierte Kunden, die die Tarife Team oder Enterprise nutzen, bietet Anthropic weitere spezialisierte Integrationen:

  • Verknüpfung mit Plattformen für das Kundenbeziehungsmanagement (z. B. Salesforce), wodurch Claude Kundendaten analysieren und Übersichten darüber erstellen kann.
  • GitHub-Integration für Ingenieurteams, die die Arbeit mit Code und Dokumentation erleichtert.
  • Die Möglichkeit, Ergebnisse mithilfe der Funktion Projects auf eigene Wissensdatenbanken zu stützen.
  • Workspace Artifacts, wodurch Nutzer generierte Inhalte direkt innerhalb der Anwendungsumgebung gemeinsam bearbeiten können.

Diese Funktionen erweitern die Einsatzmöglichkeiten von Claude im Unternehmensumfeld erheblich, wo es als zentrale Anlaufstelle für den Zugriff auf verschiedene Daten und deren Analyse dienen kann.

Sicherheit und Datenschutz an erster Stelle

Anthropic betont, dass die Sicherheit und der Datenschutz der Nutzer Priorität haben. Jede Verbindung mit externen Diensten (wie Gmail oder Google Drive) wird für jeden Nutzer individuell überprüft, und Daten können nicht zwischen verschiedenen Nutzerkonten geteilt werden. Standardmäßig trainiert Anthropic seine Modelle nicht mit Nutzerdaten aus diesen Integrationen. Zur Erhöhung der Sicherheit wurden strenge Authentifizierungskontrollen eingeführt.

Auch wenn diese Integrationen die Möglichkeiten von Claude deutlich erweitern, gibt es weiterhin einige Einschränkungen:

  • Für einige Funktionen ist eine Aktivierung durch den Administrator in den Organisationseinstellungen erforderlich.
  • Direkte Aktionen wie das Senden von E-Mails oder Kalendereinladungen werden derzeit standardmäßig noch nicht unterstützt.
  • Nutzer benötigen möglicherweise eine detailliertere Kontrolle darüber, was geteilt wird.

Es ist jedoch offensichtlich, dass Anthropic auf die Entwicklung eines vollwertigen Assistenten hinarbeitet, der effektiv über verschiedene Anwendungen und Datenquellen hinweg arbeiten kann. Im Laufe der Zeit ist zu erwarten, dass Claude noch mehr Integrationsmöglichkeiten erhält und zu einer zentralen Anlaufstelle für die Interaktion mit der digitalen Welt wird.

Kategorie:KI
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