Oracle und AMD haben sich in diesem Jahr dazu entschieden, ihre langjährige Zusammenarbeit auf eine neue Ebene zu heben. Diese Ausweitung der Partnerschaft wird es Oracle ermöglichen, 50.000 GPUs der AMD Instinct MI450 Series in einem neuen Rechenzentrum einzusetzen. Dieser Plan beginnt im dritten Kalenderquartal 2026 und wird 2027 sowie darüber hinaus weiter ausgebaut. Oracle wird damit zum ersten Hyperscaler, der einen öffentlich verfügbaren, von diesen AMD-GPUs angetriebenen KI-Supercluster anbietet. Die Zusammenarbeit baut auf jahrelangen gemeinsamen Innovationen auf, wobei Oracle Cloud Infrastructure (OCI) bereits seit 2024 AMD-Instinct-GPU-Plattformen einsetzt, darunter MI300X und nun auch MI355X.
Diese Initiative reagiert auf die wachsende Nachfrage nach hochleistungsfähiger KI-Infrastruktur. Kunden benötigen eine flexible und offene Lösung für das Training und den Betrieb fortschrittlicher KI-Modelle, die über die Grenzen aktueller Cluster hinausgehen. Die neuen KI-Supercluster von OCI werden auf dem „Helios“ genannten Rack-Design von AMD basieren, das GPUs der AMD Instinct MI450 Series, AMD-EPYC-Prozessoren mit dem Codenamen „Venice“ und fortschrittliche AMD-Pensando-Netzwerktechnologie mit dem Codenamen „Vulcano“ umfasst. Dieses vertikal optimierte System gewährleistet hohe Leistung, Skalierbarkeit und Energieeffizienz für umfangreiche KI-Workloads.
Vorteile der GPUs von AMD
Die GPUs der AMD Instinct MI450 Series bringen eine Reihe fortschrittlicher Funktionen in OCI ein. Jede GPU bietet bis zu 432 GB HBM4-Speicher und eine Speicherbandbreite von 20 TB/s, wodurch Modelle, die 50 % größer als bei der vorherigen Generation sind, direkt im Speicher verarbeitet werden können. Dies beschleunigt die Ergebnisse und ermöglicht die Bearbeitung komplexerer Aufgaben, ohne dass Modelle aufgeteilt werden müssen. Das „Helios“-Rack-Design unterstützt dicht bestückte, flüssigkeitsgekühlte Racks mit 72 GPUs und optimiert dadurch Leistung, Kosten und Energieverbrauch.
Der Cluster-Kopf ist mit AMD-EPYC-Prozessoren des Typs „Venice“ ausgestattet, die die Clusterauslastung erhöhen und die Orchestrierung von Workloads beschleunigen. Darüber hinaus bieten diese Prozessoren Confidential Computing und integrierte Sicherheitsfunktionen zum Schutz sensibler KI-Daten. Die DPU-beschleunigte Netzwerktechnologie (Data Processing Unit) auf Basis von AMD Pensando gewährleistet eine Hochgeschwindigkeits-Datenaufnahme, verbessert die Leistung und stärkt die Sicherheit großer KI- und Cloud-Infrastrukturen.
Jede GPU kann mit bis zu drei AMD Pensando „Vulcano“ AI-NICs mit 800 Gbit/s ausgestattet werden, was eine verlustfreie Hochgeschwindigkeitskonnektivität gewährleistet, die die Standards RoCE und Ultra Ethernet Consortium (UEC) unterstützt. Dies ermöglicht schnelles verteiltes Training und optimierte kollektive Kommunikation.
Die Open-Source-Software AMD ROCm ermöglicht schnelle Innovationen und eine einfache Migration von KI- und HPC-Workloads (High-Performance Computing). Sie unterstützt gängige Frameworks, Bibliotheken, Compiler und Laufzeitumgebungen. Fortschrittliche GPU-Partitionierung und -Virtualisierung ermöglichen die sichere gemeinsame Nutzung von Clustern, die bedarfsgerechte Zuweisung von GPUs und eine robuste Mandantenfähigkeit (gemeinsame Nutzung durch mehrere Benutzer).
OCI kündigte außerdem die allgemeine Verfügbarkeit von OCI Compute mit AMD Instinct MI355X GPUs an, die in einem Zettascale OCI Supercluster auf bis zu 131.072 GPUs skaliert werden können. Diese GPUs bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, Flexibilität in der Cloud und Open-Source-Kompatibilität.
Stimmen aus der Führungsebene
„Unsere Kunden entwickeln einige der ambitioniertesten KI-Anwendungen der Welt, und dafür ist eine robuste, skalierbare und leistungsstarke Infrastruktur erforderlich“, sagte Mahesh Thiagarajan, Executive Vice President von Oracle Cloud Infrastructure. „Durch die Kombination der neuesten AMD-Prozessorinnovationen mit der sicheren und flexiblen OCI-Plattform sowie der fortschrittlichen Oracle-Acceleron-Netzwerktechnologie können Kunden mit Zuversicht neue Grenzen erschließen.“
„AMD und Oracle geben weiterhin das Tempo für KI-Innovationen in der Cloud vor“, fügte Forrest Norrod, Executive Vice President und General Manager der Data Center Solutions Business Group bei AMD, hinzu. „Mit unseren AMD Instinct GPUs, EPYC-Prozessoren und der fortschrittlichen AMD-Pensando-Netzwerktechnologie erhalten Oracle-Kunden leistungsstarke neue Möglichkeiten für das Training, die Feinabstimmung und die Bereitstellung der nächsten KI-Generation.“
Diese Vereinbarung unterstreicht die wachsende Rolle von AMD als Alternative zu Nvidia im Bereich der KI-Chips. Oracle arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit AMD zusammen und plant, die neue Generation von AMD-GPUs in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres anzubieten. Zu den Wettbewerbern im KI-Chip-Sektor gehören Unternehmen wie Broadcom und Cerebras, doch diese Partnerschaft stärkt die Position von AMD in großen KI-Rechenzentren.
Quellen: oracle.com und theinformation.com



