Chinas Antwort auf Nvidia: Alibaba plant Börsengang seiner Chipsparte T-Head

Chinas Antwort auf Nvidia: Alibaba plant Börsengang seiner Chipsparte T-Head

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
23. 1. 2026
3 Minuten Lesezeit
Chinas Antwort auf Nvidia: Alibaba plant Börsengang seiner Chipsparte T-Head

Der chinesische Technologieriese Alibaba Group Holding Ltd. bereitet den Börsengang seiner Chipsparte vor. Nach Informationen von Bloomberg News handelt es sich dabei um die Einheit T-Head, die Chips für künstliche Intelligenz entwickelt und versucht, mit dem US-Unternehmen Nvidia zu konkurrieren. Dieser Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Investoren enormes Interesse an Unternehmen zeigen, die KI-Beschleuniger entwickeln.

Die amerikanischen Hinterlegungsscheine von Alibaba stiegen nach Bekanntwerden dieser Nachricht um bis zu 7,4 %. Die in den USA gehandelten Aktien legten noch vor Börseneröffnung um 4,6 % zu, was auf ein starkes Interesse der Anleger an diesem Vorhaben hindeutet.

Was ist T-Head und womit beschäftigt sich das Unternehmen?

T-Head Semiconductor wurde im September 2018 von Alibaba als hundertprozentige Tochtergesellschaft mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von Halbleiterchips gegründet. Die Einheit entwickelt Prozessoren für Rechenzentren, Chips für künstliche Intelligenz sowie Produkte für das Internet der Dinge. Obwohl die Auslieferungen von T-Head bislang hinter Marktführern wie Huawei Technologies oder Cambricon zurückbleiben, hat sich das Unternehmen dank kontinuierlicher Investitionen von Alibaba zu einem starken einheimischen Konkurrenten entwickelt.

Das Unternehmen stellt derzeit Dutzende Ingenieure in Bereichen ein, die von visueller künstlicher Intelligenz bis hin zur Chipherstellung reichen, wie aus seiner Website hervorgeht. Es gibt auch Anzeichen für Fortschritte – Alibaba hat mit China Unicom, dem zweitgrößten chinesischen Mobilfunkbetreiber, einen Vertrag über den Einsatz seiner KI-Beschleuniger Pingtouge in einem großen neuen Rechenzentrum im Nordwesten Chinas unterzeichnet.

Umstrukturierung vor dem Börsengang

Als ersten Schritt plant Alibaba, die Einheit so umzustrukturieren, dass sie teilweise im Besitz der Mitarbeiter sein wird. Erst danach will das Unternehmen die Möglichkeit eines Börsengangs prüfen, wobei der Zeitpunkt dieses Schrittes weiterhin unklar ist. Der Prozess befindet sich noch in einem frühen Stadium, und die potenzielle Bewertung der Einheit steht nicht fest.

Zum Vergleich: Der größte börsennotierte Akteur in diesem Segment, Cambricon Technologies Corp., hat einen Marktwert von rund 2 Billionen Kronen. Die Börsendebüts konkurrierender Chiphersteller wie Moore Threads Technology stießen auf großes Anlegerinteresse. Dies spiegelt die Erwartung wider, dass Peking die Branche als Alternative zu US-amerikanischen Technologien fördern wird.

Alibaba setzt auf KI

Alibaba erforscht seit Langem das Chipdesign, um sich die Versorgung mit wichtigen Komponenten zu sichern, die die Grundlage seiner Rechenzentren und AWS-ähnlichen Cloud-Dienste bilden. KI-Chips sind Teil einer umfassenderen Kampagne mit dem Ziel, zu einem führenden KI-Unternehmen aufzusteigen, das mit Unternehmen wie OpenAI konkurriert.

CEO Eddie Wu sagte mehr als 1,3 Billionen Kronen für Infrastruktur und die Entwicklung künstlicher Intelligenz zu – Ausgaben, die das Unternehmen ihm zufolge im Laufe der Zeit noch übertreffen könnte. Im November überarbeitete Alibaba seine mobile Qwen-App als wichtigen Schritt in Richtung verbraucherorientierter KI-Dienste. Das Unternehmen plant, die App durch die schrittweise Integration einzelner Dienste unter dem Dach von Alibaba zu einem umfassenden persönlichen Assistenten auszubauen.

Im Januar verknüpfte Alibaba seine wichtigsten Online-Einkaufs- und Reisedienste mit der Qwen-App und unternahm damit den bislang größten Schritt, um die App zu einer universellen Plattform für künstliche Intelligenz für Verbraucher auszubauen.

Der breitere Kontext der chinesischen Chipindustrie

Das Streben nach eigenen Chips spiegelt Projekte großer Technologieunternehmen wie Baidu Inc. wider, die eigene Halbleiter als Ersatz für die nur eingeschränkt verfügbaren Nvidia-Chips entwickeln. Baidus eigene Chipsparte hat Banken für einen Börsengang in Hongkong engagiert, der bis zu 50 Milliarden Kronen einbringen könnte.

Die KI-Beschleuniger von Nvidia bleiben der Goldstandard beim Training hochmoderner Modelle, wie sie von allen Unternehmen – von OpenAI bis Anthropic – angestrebt werden. CEO Jensen Huang plant für diesen Monat eine Reise nach China, wo er an der Wiederöffnung des Marktes für die KI-Chips seines Unternehmens arbeitet, darunter der H200, das fortschrittlichste Produkt, dessen Export nach China Washington zu genehmigen bereit ist.

Diese Initiativen haben dazu beigetragen, dass die Alibaba-Aktie im vergangenen Jahr viele ihrer Konkurrenten übertroffen hat. Mit einem Marktwert von 10 Billionen Kronen bleibt Alibaba jedoch mit großem Abstand die Nummer zwei hinter Tencent Holdings Ltd., dessen Wert 17,5 Billionen Kronen erreicht.

Quelle: finance.yahoo.com

Kategorie:KI
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