Er ist 11 und kann nicht programmieren. Dank KI entwickelte er dennoch sein eigenes Videospiel

Er ist 11 und kann nicht programmieren. Dank KI entwickelte er dennoch sein eigenes Videospiel

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
16. 7. 2026
3 Minuten Lesezeit · 2 Aufrufe
Er ist 11 und kann nicht programmieren. Dank KI entwickelte er dennoch sein eigenes Videospiel

Der elfjährige Jacob aus Kalifornien nutzte künstliche Intelligenz zunächst wie alle seine Altersgenossen. Sie half ihm bei Hausaufgaben und Materialien für Aufsätze. Doch alles änderte sich, als er ein Buch aus der schulischen Pflichtlektüre las. Sofort kam ihm die Idee, dass sich daraus ein großartiges Spiel machen ließe. Und es blieb nicht nur bei der Idee! Die Geschichte, die Jacobs Mutter Michele Ragon dem Magazin Business Insider erzählte, zeigt eindrucksvoll, wie KI den Kreis der Menschen erweitert, die heute selbst etwas erschaffen können.

Vom Referat über Hurrikane zum eigenen Spiel

Alles begann ganz harmlos. Jacob bekam zu Weihnachten einen Computer, und da er ein Referat über Hurrikane vorbereitete, beschloss er, für seine Recherche den KI-Assistenten Copilot auszuprobieren. Einige Wochen später stellte seine Mutter jedoch fest, dass Jacob statt eines gewöhnlichen Gesprächs mit einem Chatbot sein erstes Videospiel programmierte.

Als Inspiration diente ihm das Buch Frau Frisby und die Ratten von NIMH, das er in der Schule las. Es handelt von einer verwitweten Maus, die ihre gesamte Familie umquartieren muss, bevor das Pflügen im Frühjahr beginnt. Genau diese Geschichte und das Thema des Buches erinnerten ihn an ein Strategiespiel, das er auf der Plattform Steam gesehen hatte.

8 Stunden Arbeit und jede Menge Geduld

Jacob begann mit einer einfachen Aufforderung: „Hilf mir, dieses Spiel zu entwickeln, hier ist meine Idee.“. Anschließend führte Copilot ihn Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess. Eine funktionsfähige Version des Spiels hatte er in weniger als acht Stunden fertiggestellt. Dafür benötigte er lediglich vier Tage, an denen er jeweils ein bis zwei Stunden programmierte.

Wichtig ist auch der Grund, warum Jacob die Arbeit mit KI so faszinierte. Bei dem Jungen wurden kürzlich ADHS, Legasthenie und Dysgrafie diagnostiziert. Gerade die Tatsache, dass KI nicht ungeduldig wird und dieselbe Sache immer wieder erklären kann, half ihm dabei, die Dinge zu verstehen und durchzuhalten. Wenn er einmal nicht weiterwusste oder eine Fehlermeldung erschien, kopierte er sie einfach in Copilot und ließ sie sich so lange mit anderen Worten erklären, bis er sie vollständig verstand. Und wenn dennoch etwas nicht funktionierte, improvisierte er. So ersetzte er beispielsweise die Ratten im Spiel durch Smileys, woraufhin das Spiel nicht mehr abstürzte.

KI zerstört Kreativität nicht, sondern verstärkt sie

Und wie sieht Jacobs Mutter die ganze Sache? Sie sorgt sich lediglich darum, ob ihr Sohn erkennen kann, wenn die KI ihm ungenaue Informationen liefert. Ansonsten bewertet sie das Ganze positiv und ist der Meinung, dass Kinder in der Schule mehr über den Umgang mit künstlicher Intelligenz lernen sollten. Ihr Sohn ist für sie der Beweis, dass KI Kreativität nicht zerstört, sondern verstärkt. Denn nur dank der KI konnte er seine Vorstellung Wirklichkeit werden lassen.

Jacob ist keine Ausnahme

Ähnliche Geschichten tauchen immer häufiger auf. Bereits 2024 ging ein Video des Entwicklers Ricky Robinett im Internet um, dessen achtjährige Tochter mithilfe des KI-Editors Cursor in nur 45 Minuten ihren eigenen Chatbot entwickelte. Diese Fälle deuten darauf hin, dass die Einstiegshürde in die Welt der Softwareentwicklung deutlich sinkt. Es bleibt die Frage, ob und wie das Bildungssystem auf diese Entwicklung reagieren wird.

Quelle: Business Insider, AOL, Medium

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