Zuckerbergs KI-Offensive: Wie Meta die besten KI-Entwickler anlockt
Meta hat unter der Führung von Mark Zuckerberg eine der aggressivsten Rekrutierungskampagnen in der Geschichte des Silicon Valley gestartet, um die Position des Unternehmens im Bereich der künstlichen Intelligenz zu stärken. Diese Strategie zur Talentgewinnung wurde in diesem Jahr intensiviert, nachdem das Unternehmen mit dem Versuch gescheitert war, mehrere wichtige KI-Start-ups zu übernehmen. Der prominenteste Fall ist der gescheiterte Versuch, Safe Superintelligence zu kaufen, das Start-up des OpenAI-Mitbegründers Ilya Sutskever, das mit 32 Milliarden Dollar bewertet wurde. Als Sutskever sowohl das Übernahmeangebot als auch ein persönliches Stellenangebot ablehnte, änderte Zuckerberg rasch seine Strategie und konzentrierte sich auf die wichtigsten Führungskräfte des Unternehmens.
Das Ergebnis dieses Strategiewechsels ist die geplante Einstellung von Daniel Gross, dem Geschäftsführer von Safe Superintelligence, und Nat Friedman, dem ehemaligen Geschäftsführer von GitHub. Beide werden sich Meta im Rahmen einer Transaktion anschließen, die auch den Erwerb einer Beteiligung an ihrem gemeinsamen Wagniskapitalfonds NFDG umfasst. Gross, der die Suchmaschine Cue gründete, die 2013 von Apple übernommen wurde, war als Führungskraft bei Apple tätig und half dabei, die Bemühungen im Bereich maschinelles Lernen sowie die Entwicklung von Siri zu leiten. Später war er Partner beim Start-up-Accelerator Y Combinator, bevor er gemeinsam mit Sutskever Safe Superintelligence gründete. Friedman gründete zwei Start-ups mit, bevor er nach der Übernahme der Code-Sharing-Plattform durch Microsoft im Jahr 2018 Geschäftsführer von GitHub wurde.
Rekordangebote und der eskalierende Kampf um Talente
Meta und seine aggressiven Einstellungstaktiken verschärfen den Kampf um KI-Talente, der neue Höhen erreicht hat. Das Unternehmen konkurriert mit Google, OpenAI und anderen großen Firmen sowie hoch bewerteten Start-ups um die Entwicklung der leistungsfähigsten großen Sprachmodelle und den Weg hin zu einer allgemeinen künstlichen Intelligenz (AGI). Laut OpenAI-Geschäftsführer Sam Altman versuchte Meta, OpenAI-Mitarbeiter mit Einstiegsprämien von bis zu 100 Millionen Dollar und noch umfangreicheren jährlichen Vergütungspaketen abzuwerben. Altman erklärte jedoch: „Keiner unserer besten Mitarbeiter hat sich entschieden, diese Angebote anzunehmen.“
In der vergangenen Woche stimmte Meta einer Investition von 14,3 Milliarden Dollar in Scale AI zu, um den Gründer Alexandr Wang und mehrere weitere Spitzeningenieure anzuwerben, und erwarb dabei einen Anteil von 49 % an dem Start-up. Diese Investition ist Teil einer umfassenderen Strategie, mit der Zuckerberg durch Übernahmen und strategische Einstellungen systematisch ein Superintelligenz-Team aufbaut. Ein Sprecher von Meta erklärte, das Unternehmen werde „in den kommenden Wochen mehr über unsere Bemühungen im Bereich der Superintelligenz und die großartigen Menschen berichten, die sich diesem Team anschließen“.
Das Ausmaß des Rekrutierungskampfs um KI-Talente
Dieser intensive Wettbewerb um Talente beschränkt sich nicht nur auf Meta. Auch OpenAI hat ähnliche Schritte unternommen und rund 6,5 Milliarden Dollar ausgegeben, um den iPhone-Designer Jony Ive einzustellen und sein neu entstehendes, auf Geräte spezialisiertes Start-up zu übernehmen. Die Gründer des KI-Start-ups Character.AI wurden im vergangenen Jahr im Rahmen einer milliardenschweren Vereinbarung zu Google zurückgeholt, während der DeepMind-Mitbegründer Mustafa Suleyman von Microsoft im Zuge der Übernahme von Talenten aus Inflection AI für 650 Millionen Dollar angeworben wurde. Diese Transaktionen zeigen, wie entscheidend der Kampf um die talentiertesten KI-Forscher und -Entwickler in der gesamten Technologiebranche geworden ist.
Der von Gross und Friedman geleitete Wagniskapitalfonds NFDG hat laut der Pitchbook-Datenbank im Laufe der Jahre in Unternehmen wie Coinbase, Figma, CoreWeave, Perplexity und Character.ai investiert. Im Rahmen der Vereinbarung mit Meta ist unklar, was mit dem Anlageportfolio des Fonds geschehen wird. Es wird jedoch erwartet, dass Meta über dieses Investitionsnetzwerk strategischen Zugang zu den neuesten KI-Innovationen erhält. Altman bemerkte im von seinem Bruder moderierten Podcast „Uncapped“: „Ich habe gehört, dass Meta uns als seinen größten Konkurrenten betrachtet. Ihre bisherigen KI-Bemühungen waren nicht so erfolgreich, wie sie gehofft hatten, und ich respektiere, dass sie aggressiv vorgehen und weiterhin neue Dinge ausprobieren.“



