US-Sanktionen schränken Chinas Produktion von KI-Chips erheblich ein
Huawei steht bei der Herstellung vor technischen Problemen
Die größten Probleme bei der Herstellung der Ascend-Chips, insbesondere der Ascend-910-Serie, hängen nicht nur mit den US-Sanktionen zusammen, sondern auch mit technischen Schwierigkeiten bei der eigentlichen Fertigung. Die Ascend-910c-Chips werden von SMIC (Semiconductor Manufacturing International Company) im 7-nm-Verfahren unter Einsatz der tiefen Ultraviolett-Lithografie (DUV) hergestellt, doch die Fertigungsausbeute liegt lediglich bei rund 30 Prozent. Diese niedrige Ausbeute bedeutet, dass von zehn Versuchen, einen Chip herzustellen, nur drei erfolgreich sind, was die gesamte Produktionskapazität erheblich einschränkt und die Herstellungskosten der einzelnen Einheiten erhöht.
Der Vergleich mit der Konkurrenz zeigt einen drastischen Unterschied
Die Bedeutung dieser Zahlen wird noch deutlicher, wenn man sie mit den Verkaufsergebnissen des US-Unternehmens Nvidia in China vergleicht. Nach Angaben von SemiAnalysis verkaufte Nvidia im Jahr 2024 mehr als 1 Million H20-Chips nach China, fünfmal so viel wie die für 2025 erwartete Jahreskapazität von Huawei. Dieser Vergleich veranschaulicht deutlich, wie groß der Unterschied zwischen der chinesischen Inlandsproduktion und den Importen aus dem Ausland ist, obwohl es sich bei den H20-Chips von Nvidia um eine speziell für den chinesischen Markt angepasste Version handelt, die aufgrund der US-Exportbeschränkungen entwickelt wurde.
Wachsende Position auf dem Inlandsmarkt
Trotz der Produktionsbeschränkungen gewinnen die Ascend-Chips von Huawei einen immer größeren Anteil am chinesischen Markt für künstliche Intelligenz. Diese Situation ist größtenteils auf die US-Exportkontrollen zurückzuführen, die Nvidia den Verkauf fortschrittlicher KI-Chips nach China untersagt haben. Infolgedessen sind die Ascend-Chips zu den leistungsfähigsten Beschleunigern für künstliche Intelligenz geworden, die auf dem chinesischen Inlandsmarkt verfügbar sind, wodurch Huawei im Segment der leistungsstärksten KI-Chips faktisch eine nahezu monopolartige Stellung einnimmt. Dieser Marktdominanz steht jedoch die begrenzte Fähigkeit gegenüber, die wachsende Inlandsnachfrage nach diesen Technologien zu decken.
Pläne für künftige Chipgenerationen
Huawei setzt die Entwicklung und Erprobung neuer Chipmodelle fort, darunter der Ascend 910D und der kommende Ascend 920. Die Massenproduktion des Ascend-920-Chips ist für die zweite Jahreshälfte 2025 geplant. Im Erfolgsfall könnten diese Chips die Position von Huawei auf dem chinesischen Markt für KI-Hardware weiter stärken. Die Entwicklung dieser neuen Generationen ist Teil der Bemühungen des Unternehmens, die derzeitigen technischen Einschränkungen zu überwinden und die Abhängigkeit von ausländischen Technologien zu verringern, die aufgrund der US-Sanktionen derzeit nicht verfügbar sind.
Langfristige Auswirkungen auf den globalen Technologiewettbewerb
Staatssekretär Kessler warnte, dass Chinas derzeitige Produktion fortschrittlicher Chips zwar relativ gering sei, die globalen Ambitionen des Landes jedoch nicht unterschätzt werden dürften. Seine Worte unterstreichen den strategischen Charakter der aktuellen Beschränkungen, die verhindern sollen, dass China in Schlüsselbereichen der künstlichen Intelligenz technologische Unabhängigkeit erreicht. Die Spannungen zwischen den USA und China im Halbleiterbereich halten somit an und beeinflussen nicht nur Unternehmen wie Huawei und SMIC selbst, sondern auch die gesamte Struktur des globalen Technologiemarkts und die künftige Entwicklung von Technologien der künstlichen Intelligenz.



