Der US-Kongressabgeordnete Ro Khanna, ein Demokrat aus Kalifornien, äußerte sich scharf zum Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) im neuen Spiel Call of Duty: Black Ops 7 von Activision. Alles begann, als Spieler Bilder auf Visitenkarten im Stil von Studio Ghibli entdeckten, die aussehen, als wären sie von einer KI erstellt worden. Khanna teilte im sozialen Netzwerk X/Twitter einen Beitrag über diese Bilder und schrieb: „Wir brauchen Vorschriften, die Unternehmen daran hindern, KI zum Abbau von Arbeitsplätzen einzusetzen, nur um ihre Gewinne zu steigern. Die Künstler in diesen Unternehmen müssen mitentscheiden können, wie KI eingesetzt wird. Sie sollten an den Gewinnen beteiligt werden. Und es sollte eine Steuer auf die massenhafte Verdrängung von Menschen geben.“
Dieser Beitrag löste schnell eine Debatte aus. Spieler beschwerten sich unmittelbar nach der Veröffentlichung des Spiels in den sozialen Medien über diese KI-generierten Bilder. Activision Blizzard räumte ein, bei der Entwicklung von Call of Duty: Black Ops 7 verschiedene digitale Werkzeuge, darunter KI, eingesetzt zu haben, um die Teams dabei zu unterstützen, die bestmöglichen Spielerlebnisse zu schaffen. Gleichzeitig betonte das Unternehmen jedoch, dass der gesamte kreative Prozess weiterhin von talentierten Menschen in den Studios geleitet werde.
Wir brauchen Vorschriften, die Unternehmen daran hindern, KI zum Abbau von Arbeitsplätzen einzusetzen, um höhere Gewinne zu erzielen.
— Ro Khanna (@RoKhanna) 14. November 2025
Die Künstler in diesen Unternehmen müssen mitentscheiden können, wie KI eingesetzt wird.
Sie sollten an den Gewinnen beteiligt werden. Und es sollte eine Steuer auf die massenhafte Verdrängung geben. https://t.co/uU2tmt8pDJ
Vorschläge zum Schutz der Beschäftigten
In einem weiteren Beitrag auf X/Twitter schlug Ro Khanna konkrete Maßnahmen vor, die vom Nobelpreisträger Acemoglu inspiriert sind. Er spricht von Steuerreformen, die von übermäßiger Automatisierung abschrecken sollen. Außerdem schlägt er vor, dass Beschäftigte und Gewerkschaften Einfluss darauf haben sollten, wie KI eingeführt wird, und dass sie davon profitieren sollten, anstatt durch sie ersetzt zu werden. Khanna stellte klar, dass er kein vollständiges Verbot von KI wolle, sondern vielmehr Schutzmechanismen, die sicherstellen, dass die Beschäftigten an den Gewinnen aus der höheren Produktivität beteiligt werden.
Das schlägt Nobelpreisträger Acemoglu vor:
— Ro Khanna (@RoKhanna) 15. November 2025
✅ Steuerreformen, um übermäßige Automatisierung unattraktiver zu machen
✅ Schutzvorkehrungen für die Mitsprache der Beschäftigten vor dem Einsatz. Kein vollständiges Verbot im Sinne der Maschinenstürmer.
✅ Unterstützung von Gewerkschaften und Beschäftigten bei Verhandlungen darüber, dass die Beschäftigten von Produktivitätssteigerungen profitieren
Als ein Kommentator einwandte, dass eine Begrenzung der Investitionen in KI den Fortschritt bremsen könnte, antwortete Khanna: „Innovation und technologischer Fortschritt sind patriotisch und nützen der Menschheit, wenn sie den Menschen dienen. Wir müssen darüber nachdenken, wie dies umgesetzt wird und wie Menschen weiterhin einer sinnvollen Arbeit nachgehen und unabhängig bleiben können.“ Er ergänzte Vorschläge wie ein Steuersystem, das übermäßige Automatisierung nicht fördert, Beschäftigtenräte für den Einsatz von KI als Hilfsmittel, Regeln zur Beteiligung an den durch KI erzielten Gewinnen, Pläne zur Einstellung junger Absolventen oder zur Umschulung ersetzter Beschäftigter sowie eine Steuer auf die massenhafte Verdrängung von Menschen. All diese Punkte sollen sicherstellen, dass die technologische Revolution gewöhnlichen Amerikanern zugutekommt.
Ähnliche Fälle in der Spielebranche
Es ist nicht das erste Mal, dass Call of Duty wegen KI kritisiert wird. Bereits im Februar ereignete sich eine ähnliche Situation beim Vorgängerspiel Call of Duty: Black Ops 6, bei dem Activision den Einsatz generativer KI für einen Ladebildschirm mit einem Zombie-Weihnachtsmann einräumte, den Fans als „KI-Müll“ bezeichneten. Die Spieler brachten damals in den sozialen Medien ihren Ärger zum Ausdruck.
Khanna ist nicht der Einzige, der sich mit KI in der Spielewelt befasst. Der PUBG-Publisher Krafton erklärte kürzlich, dass er zu einem „AI-first“-Unternehmen werde, und bot Beschäftigten freiwillige Aufhebungsverträge an. Das zugehörige Studio Unknown Worlds Entertainment behauptet jedoch, im kommenden Spiel Subnautica 2 keine KI einzusetzen. Weitere Beispiele aus der Branche sind Square Enix, das plant, bis 2027 70 % seiner Qualitätssicherungstester (QA) durch generative KI zu ersetzen. EA wiederum forderte seine Beschäftigten auf, KI als „Denkpartner“ zu betrachten.
Auch außerhalb der Spielebranche äußerte sich Papst Leo XIV. zu diesem Thema und erklärte, dass KI die Heiligkeit des menschlichen Lebens respektieren müsse. Khanna, der zuvor Roblox wegen unzureichenden Schutzes von Kindern kritisiert hatte, verbindet diese Aspekte nun mit der Forderung nach Vorschriften, die Beschäftigte vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze durch KI schützen sollen.
Weitere Probleme mit dem Spiel
Call of Duty: Black Ops 7 hat noch weitere Probleme, die den Spielern zu schaffen machen. Die Story-Kampagne ist ausschließlich online spielbar, die Level können nicht pausiert werden, und wenn man zu lange inaktiv ist, wird man aus dem Spiel geworfen. Spieler beschweren sich darüber, dass Kontrollpunkte zum Speichern des Fortschritts fehlen. Rezensenten bewerteten die Kampagne mit 6/10 und beschrieben sie aufgrund ihrer großen Ambitionen als wild, aber nicht immer erfolgreich.
Das Spiel erschien am 14. November 2025 für PC, Xbox One, Xbox Series X, PlayStation 4 und PlayStation 5. Die Spieler kritisieren es nicht nur wegen der KI, sondern auch wegen dieser technischen Einschränkungen, die das Spielen erschweren.
Quellen: ign.com und gamespot.com



