Musik ist überall um uns herum – im Auto, über Kopfhörer oder beim abendlichen Entspannen. Aber was, wenn der Song, den Sie gerade hören, nicht von einem echten Künstler, sondern von einem Computer stammt? Eine neue Umfrage des Unternehmens Deezer und des Marktforschungsinstituts Ipsos liefert eine interessante Erkenntnis: Die meisten Menschen können von künstlicher Intelligenz (KI) erzeugte Musik nicht von Musik unterscheiden, die von Menschen komponiert wurde. Und das macht sie nervös.
Deezer ist eine globale Musikstreaming-Plattform, die Fans mit Künstlern verbindet und Zugang zu einem umfangreichen Katalog hochwertiger Musik, verlustfreiem HiFi-Sound und innovativen Funktionen in mehr als 180 Ländern bietet.
Was die Umfrage über die Hörer herausfand
Im Oktober 2025 führten Deezer und Ipsos eine Online-Umfrage unter 9.000 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren aus acht Ländern durch: den Vereinigten Staaten, Kanada, Brasilien, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und Japan. Jeder Teilnehmer hörte sich drei Titel an – zwei vollständig von einer KI erzeugte und einen von einem Menschen – und sollte erraten, welche davon künstlich waren. Das Ergebnis? Ganze 97 % der Menschen scheiterten. Das bedeutet, dass fast niemand den Unterschied erkennen konnte.
Von denjenigen, die sich irrten, waren 71 % von ihrem Fehler überrascht. Und mehr als die Hälfte, genau 52 %, fühlte sich unwohl, weil sie KI-Musik nicht von menschlicher Musik unterscheiden konnte. Stellen Sie sich vor, Sie glauben, Ihren Lieblingssänger zu hören, und stellen plötzlich fest, dass es nur eine Maschine ist. Die Umfrage konzentrierte sich auch auf die 6.791 Nutzer von Streaming-Diensten. Von ihnen gaben 66 % an, dass sie sich KI-Musik zumindest einmal aus reiner Neugier anhören würden, 45 % würden sie jedoch lieber vollständig aus ihren Playlists ausschließen. Und 40 % würden einen solchen Titel überspringen, ohne ihn überhaupt abzuspielen.
Einstellungen zu KI in der Musik: Neugier und Bedenken
Die Menschen haben gemischte Gefühle gegenüber KI. Ganze 98 % der Befragten hatten zumindest schon von KI gehört, und 72 % hatten sie bereits genutzt. Neugier steht an erster Stelle – 55 % der Menschen nennen sie als vorherrschendes Gefühl. Aber Vertrauen? Das empfinden nur 19 %. Wenn es um Musik geht, glauben 46 %, dass KI ihnen dabei helfen wird, neue Titel zu entdecken, die ihnen gefallen. Andererseits erwarten 51 %, dass KI zu mehr minderwertiger, austauschbarer Musik auf Plattformen wie Deezer führen wird.
Noch größere Sorgen bereitet die Kreativität: 64 % befürchten, dass KI zu einem Verlust an Originalität in der Musik führen wird. Und was ist mit der Zukunft? Die Hälfte der Befragten, 51 %, geht davon aus, dass KI in den kommenden zehn Jahren eine große Rolle bei der Musikproduktion spielen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie begeistert sind – vielmehr sind sie vorsichtig.
KI-Musik klar kennzeichnen
Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Menschen wissen wollen, was sie hören. Ganze 80 % stimmen zu, dass vollständig von KI erzeugte Titel klar gekennzeichnet werden sollten. Unter den Nutzern von Streaming-Diensten würden 73 % wissen wollen, ob ihnen die Plattform KI-Musik empfiehlt. Und 52 % sind der Meinung, dass solche Titel nicht neben menschlichen Werken in den wichtigsten Charts vertreten sein sollten. Nur 11 % würden sie als gleichwertig betrachten.
Die Bedenken betreffen auch die Künstler. Ganze 70 % der Befragten glauben, dass KI-Musik die Lebensgrundlage von Musikern, Komponisten und Sängern gefährdet. 65 % sagen, es sollte nicht erlaubt sein, geschütztes Material zum Trainieren von KI-Modellen für die Musikproduktion zu verwenden. Und 73 % halten es für unethisch, wenn KI-Unternehmen geschützte Inhalte ohne Zustimmung der ursprünglichen Urheber verwenden. Darüber hinaus sind 69 % der Meinung, dass die Vergütung für KI-Musik niedriger sein sollte als für menschliche Musik.
Deezer kämpft gegen die KI-Flut
Deezer, das die Umfrage in Auftrag gegeben hat, hat guten Grund, sich mit diesem Thema zu befassen. Jeden Tag erhält die Plattform etwa 50.000 vollständig von KI erzeugte Titel, was 34 % aller neu hochgeladenen Titel entspricht. Seit Anfang 2025 verwendet sie ein spezielles Tool zur Erkennung von KI-Musik, das Titel aus Modellen wie Suno oder Udio identifizieren kann. Deezer ist die einzige Streaming-Plattform, die solche Titel kennzeichnet und aus Empfehlungen und Playlists ausschließt.
Das Unternehmen bekämpft auch Betrug – laut Deezer sind bis zu 70 % der Streams von KI-Musik gefälscht. Deezer schützt Künstler, indem das Unternehmen eine globale Erklärung zum KI-Training unterzeichnet hat und betrügerische Streams von Auszahlungen ausschließt. Einer Studie von CISAC und PMP Strategy zufolge könnte KI bis 2028 bis zu 25 % der Einnahmen von Kreativen gefährden, was bis zu 4 Milliarden Euro (etwa 100 Milliarden CZK) entsprechen könnte.
Was sagt die Musikindustrie dazu?
Auch Hersteller von Musikinstrumenten wie Roland beteiligen sich. Paul McCabe, Vice President für Forschung und Innovation bei Roland, sagt, dass KI die menschliche Kreativität unterstützen könne, aber nicht mit Künstlern konkurrieren dürfe. Das Unternehmen unterstützt die Kennzeichnung von KI-Musik und arbeitet an Technologien, die die Herkunft von Titeln verifizieren. Seiner Ansicht nach können KI-Musik und menschliche Musik koexistieren, wenn die Regeln klar sind.
Diese Umfrage öffnet die Augen: KI-Musik ist da, aber die Menschen wollen Regeln. Wenn Sie neugierig sind, hören Sie sich doch einmal einen KI-Titel an – aber jetzt wissen Sie, warum er gekennzeichnet werden sollte.
Weitere Quelle: cnet.com



