Auf dem MWC 2026 in Barcelona zeigte Lenovo etwas, das noch vor wenigen Jahren wie eine Requisite aus einem Science-Fiction-Film gewirkt hätte. Zwei konzeptionelle KI-Assistenten für den Schreibtisch, die darauf abzielen, die Art und Weise zu verändern, wie wir am Computer arbeiten. Einer von ihnen sieht aus wie ein kleiner Roboterarm mit niedlichen Augen, der andere erinnert an einen Wecker. Dennoch verbergen sich in beiden überraschend praktische Funktionen.
Lenovo AI Workmate Concept
Das AI Workmate Concept ist ein Schreibtischgerät, das Lenovo als „ständig präsenten Arbeitsbegleiter“ beschreibt. Physisch handelt es sich um einen Roboterarm auf einem drehbaren Sockel, an dessen Ende ein abgerundeter Kopf mit Display sitzt. Und auf diesem Display? Animierte Augen, die blinzeln, sich verengen oder aufleuchten, je nachdem, was das Gerät gerade tut.
Das klingt vielleicht etwas seltsam, hat aber durchaus seine Logik. Wenn Workmate eine anspruchsvolle Aufgabe verarbeitet, leuchten die Augen auf. Wenn er Ihrer Stimme zuhört, verändert sich der Ausdruck. Es ist eine einfache, aber effektive Möglichkeit, dem Benutzer ganz ohne Worte Rückmeldung zu geben.
Unter dem Display verbergen sich zwei Kameras mit einer Auflösung von 5 Megapixeln. Der Arm kann ausgefahren, gedreht und direkt über ein auf dem Tisch liegendes Dokument geneigt werden, um es zu scannen und den Inhalt sofort zu verarbeiten. Das Ergebnis kann eine Zusammenfassung des Textes, eine Strukturierung von Ideen oder gleich eine fertige Präsentation sein.
Intel Core Ultra und 64 GB RAM: Leistung, die lokal arbeitet
Hier kommt der technisch interessante Teil. Die gesamte Datenverarbeitung erfolgt direkt auf dem Gerät, ohne dass Daten an die Cloud gesendet werden. Angetrieben wird es von einem Intel-Core-Ultra-Prozessor und 64 GB Arbeitsspeicher, was für eine schnelle und flüssige Reaktion sorgt. Für Benutzer, denen der Schutz von Unternehmensdaten wichtig ist, ist das eine durchaus bedeutende Nachricht.
Workmate unterstützt Sprachbefehle, Gestenerkennung und das Scannen handschriftlicher Notizen. Möchten Sie einen Artikel diktieren? Kein Problem. Müssen Sie schnell ein Papierdokument verarbeiten? Legen Sie es einfach unter den Arm. Und dann gibt es noch den integrierten Pico-Projektor. Dieser kann Dokumente, Präsentationen oder Bilder direkt auf den Tisch oder an eine angrenzende Wand projizieren. Je näher Workmate an der Wand steht, desto größer ist die verfügbare Projektionsfläche.
AI Work Companion: Ein intelligenter Wecker, der auf Ihre Gesundheit achtet
Neben Workmate stellte Lenovo auch ein zweites Konzept namens AI Work Companion Concept vor. Es sieht aus wie ein großer Tischwecker mit Bildschirm, doch seine Funktionen sind wesentlich ambitionierter. Es synchronisiert Aufgaben und Zeitpläne von all Ihren Geräten und erstellt auf dieser Grundlage einen ausgewogenen Tagesplan. Warum ausgewogen? Weil Lenovo auch an Überarbeitung denkt. Companion überwacht Ihr Arbeitstempo und hilft aktiv dabei, einem Burnout vorzubeugen. Das klingt nach einer Funktion, die viele Menschen zu schätzen wüssten, die nicht wissen, wann es „genug“ ist.
Niedlicher Roboter oder Helfer
Ehrlich gesagt weiß man beim ersten Blick auf AI Workmate nicht, ob man lachen oder staunen soll. Ein Roboterarm mit Welpenaugen auf dem Schreibtisch wirkt ein wenig wie ein Spielzeug. Doch wenn man sich ansieht, was er tatsächlich kann, ändert sich das Bild. Dokumente scannen, Präsentationen erstellen, Sprachsteuerung, Inhalte projizieren, lokale Datenverarbeitung und dazu noch ein Begleiter, der Ihnen signalisiert, dass er Ihnen zuhört. Das ist nicht wenig. Kann dieses Gerät tatsächlich einen Teil der täglichen Verwaltungsroutine übernehmen?
Lenovo präsentiert beide Konzepte bislang als Forschungsprototypen und nicht als verkaufsfertige Produkte. Wann oder ob sie überhaupt auf den Markt kommen, hat das Unternehmen nicht näher erläutert. Doch schon die Präsentation auf dem MWC 2026 deutet an, in welche Richtung sich KI-Assistenten für Arbeitsumgebungen entwickeln. Es geht nicht nur um Software auf dem Computer. Es geht um ein physisches Gerät, das den Schreibtisch mit Ihnen teilt und sich aktiv an Ihrer Arbeit beteiligt.
Quelle: theverge.com



