Schauspieler gegen KI: OpenAI muss Deepfakes in Sora 2 bekämpfen

Schauspieler gegen KI: OpenAI muss Deepfakes in Sora 2 bekämpfen

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
22. 10. 2025
4 Minuten Lesezeit
Schauspieler gegen KI: OpenAI muss Deepfakes in Sora 2 bekämpfen

OpenAI hat angekündigt, die Maßnahmen gegen die Erstellung von Deepfakes (gefälschten Videos) in der Sora-App zu verstärken, nachdem sich der Schauspieler Bryan Cranston und die Gewerkschaft SAG-AFTRA beschwert hatten. Die Beschwerden erfolgten nach der Einführung von Sora 2 Ende September 2025, als nicht autorisierte Clips mit Cranstons Aussehen und Stimme auftauchten. Cranston, bekannt aus seinen Rollen in den Serien Breaking Bad und Malcolm mittendrin, kontaktierte umgehend seine Gewerkschaft, um auf das Problem aufmerksam zu machen. In einer gemeinsamen Erklärung mit SAG-AFTRA und Talentagenturen wie United Talent Agency und Creative Artists Agency versprach OpenAI, den Schutz vor der unbefugten Nachahmung von Stimmen und Erscheinungsbildern zu verstärken.

OpenAI bedauerte in der Erklärung die unbeabsichtigten Generierungen und betonte sein Engagement, Künstler vor dem Missbrauch ihrer Identität zu schützen. Das Unternehmen arbeitet nun mit diesen Organisationen zusammen, um Beschwerden schnell zu bearbeiten. Cranston selbst erklärte, dass er die Richtlinien von OpenAI begrüße und hoffe, dass alle Unternehmen der Branche das Recht von Künstlern respektieren werden, die Kontrolle über ihr Erscheinungsbild und ihre Stimme zu behalten.

Probleme mit Rechten in Sora

Die Sora-App ermöglicht es Nutzern, mit künstlicher Intelligenz generierte Videos zu erstellen und zu teilen, was eine Welle der Besorgnis ausgelöst hat. OpenAI hat Schutzmaßnahmen eingeführt, die die Erstellung von Videos mit dem Erscheinungsbild bekannter Persönlichkeiten verhindern, sofern diese nicht ihre Zustimmung erteilen. So lehnte das System beispielsweise eine Aufforderung zur Erstellung eines Videos mit Taylor Swift auf einer Bühne ab. Dennoch sind diese Schutzmaßnahmen nicht perfekt – Nutzer haben Wege gefunden, sie zu umgehen, was zur Erstellung von Videos mit Martin Luther King Jr. führte, in denen respektlose Szenen wie Rappen oder Wrestling bei der WWE zu sehen waren.

OpenAI reagierte auf eine Anfrage von Kings Nachlass und blockierte vorübergehend die Erstellung von Videos mit seinem Erscheinungsbild. Bernice A. King, die Tochter von Martin Luther King Jr., forderte die Menschen öffentlich dazu auf, ihr keine solchen KI-generierten Videos mehr zu schicken. Auch Zelda Williams, die Tochter des verstorbenen Komikers Robin Williams, bezeichnete diese Videos als „abscheulich“ und bat die Menschen, sie nicht länger zu teilen.

SAG-AFTRA erklärte gegenüber CNET, dass die Gewerkschaft regelmäßig mit Technologieunternehmen wie OpenAI sowie mit Studios und Plattenfirmen in Kontakt stehe, um die Risiken eines Missbrauchs geistigen Eigentums in einer Zeit zu minimieren, in der diese Bedrohungen unmittelbar und real seien.

Altman-Sora-Deepfake

Entwicklung des Umgangs von OpenAI mit Urheberrechten

Der Umgang von OpenAI mit Urheberrechtsfragen hat sich seit der Einführung von Sora 2 weiterentwickelt. Zunächst erlaubte das Unternehmen die Nutzung geistigen Eigentums, sofern die Rechteinhaber nicht ausdrücklich einen Ausschluss beantragten. Dies führte zu Kritik von Agenturen wie CAA und UTA, die Sora als Risiko für ihre Klienten bezeichneten. OpenAI änderte daher am 3. Oktober 2025 seine Richtlinien, um den Rechteinhabern eine detailliertere Kontrolle über die Generierung von Figuren zu ermöglichen.

Das Unternehmen verlangt nun die Zustimmung zur Nutzung der Stimme und des Erscheinungsbilds von Personen und verpflichtet sich, schnell auf Beschwerden zu reagieren. OpenAI unterstützt außerdem den US-Bundesgesetzentwurf NO FAKES Act, der vor unbefugten KI-Replikationen von Stimmen oder Erscheinungsbildern schützen soll. CEO Sam Altman erklärte, dass OpenAI die Rechte von Künstlern unterstütze und bereits im vergangenen Jahr zu den ersten Befürwortern dieses Gesetzentwurfs gehört habe.

Altman-Sora-Deepfake

Weitere Bedenken hinsichtlich Deepfakes im Internet

Informationen aus dem Internet zeigen, dass die Schutzmaßnahmen von Sora Lücken aufweisen, insbesondere bei verstorbenen Prominenten, die keine Zustimmung erteilen können. Das Unternehmen Reality Defender fand innerhalb von 24 Stunden nach der Einführung der App heraus, wie sich die Schutzmaßnahmen mithilfe öffentlich verfügbarer Aufnahmen von Pressekonferenzen oder Interviews umgehen lassen.

Experten für digitale Sicherheit warnen vor den Auswirkungen auf das Internet. Aaron Rodericks von Bluesky weist darauf hin, dass es in einer polarisierten Welt leicht geworden sei, gefälschte Beweise gegen Gruppen oder Einzelpersonen zu erstellen, was zu Betrug in großem Maßstab führen könne. Videos aus Sora verbreiten sich auf Plattformen wie TikTok und Instagram, was diese Risiken verstärkt. Daisy Soderberg-Rivkin, ehemalige Managerin für Vertrauen und Sicherheit bei TikTok, beschrieb die Situation als Deepfakes, die „einen Presseagenten und einen Vertriebsvertrag“ erhalten hätten.

Als Reaktion auf diese Erkenntnisse versprach OpenAI, Sora kontinuierlich zu verbessern, um die App widerstandsfähiger gegen Missbrauch zu machen. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass Personen des öffentlichen Lebens und ihre Familien die endgültige Kontrolle über die Verwendung ihres Erscheinungsbilds haben sollten und dass autorisierte Vertreter einen Ausschluss beantragen können.

Quellen: cnet.com und cnbc.com

Kategorie:KI
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