Das auf die Entwicklung großer Dateninfrastrukturen spezialisierte Unternehmen Oracle hat die Fertigstellung einiger für OpenAI bestimmter Rechenzentren auf das Jahr 2028 verschoben. Ursprünglich sollten sie bereits 2027 fertiggestellt werden. OpenAI, das Unternehmen hinter dem beliebten ChatGPT, benötigt diese Zentren für seinen Rechenbedarf. Oracle baut eigens für OpenAI große Anlagen in Abilene im US-Bundesstaat Texas.
Grund für die Verzögerung sind Bloomberg zufolge Engpässe bei Arbeitskräften und Materialien. Der Bericht gibt zwar nicht an, welches Rechenzentrum oder welche Rechenzentren auf 2028 verschoben wurden, betont jedoch, dass solche Probleme in der Rechenzentrumsbranche üblich sind. Das gilt insbesondere jetzt, da Unternehmen aufgrund des Wettlaufs im Bereich der künstlichen Intelligenz schneller bauen wollen als je zuvor.
Reaktion von Oracle
Oracle-Sprecher Michael Egbert äußerte sich dazu unmissverständlich: „Bei keinem der Standorte, die für die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen erforderlich sind, gibt es Verzögerungen, und alle Meilensteine bleiben im Zeitplan.“ Er fügte hinzu, dass Oracle vollständig auf OpenAI abgestimmt sei und man zuversichtlich sei, sowohl die aktuellen Verpflichtungen als auch künftige Erweiterungspläne bewältigen zu können. Das bedeutet, dass nach Angaben des Unternehmens alles Wesentliche planmäßig verläuft, auch wenn sich einige Teile verzögern.
Oracle errichtet diese Zentren nicht allein. Das Unternehmen arbeitet mit anderen Projektentwicklern wie Crusoe und Vantage Data Centers zusammen. Diese Unternehmen unterstützen den Bau, was in dieser Branche üblich ist.
Auswirkungen auf Finanzen und Aktien
Die Berichte über die Verzögerung wirkten sich auch auf die Finanzen aus. Die Oracle-Aktie fiel am Freitagmorgen um 5 %, nachdem sie bereits zuvor in der Woche nachgegeben hatte. Das Unternehmen hatte nämlich bekannt gegeben, im Novemberquartal rund 10 Milliarden US-Dollar für Ausgaben im Zusammenhang mit Rechenzentren aufgewendet zu haben. Diese Ausgaben sind enorm, da der Bau solcher Anlagen sehr viel Geld kostet.
Verzögerungen beeinflussen, wann Cloud-Dienstanbieter mit der Vermietung von Servern Geld verdienen können. Im Wettlauf um Servercluster für die Entwicklung künstlicher Intelligenz nehmen die Spannungen zwischen den Unternehmen zu, die versuchen, die Verantwortung für nicht eingehaltene Fristen von sich zu weisen.
Quelle: bloomberg.com



