OpenAI in der Krise: Was bedroht den KI-Giganten?

OpenAI in der Krise: Was bedroht den KI-Giganten?

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
2. 9. 2025
3 Minuten Lesezeit
OpenAI in der Krise: Was bedroht den KI-Giganten?

OpenAI in der Krise: Was bedroht den KI-Giganten?

OpenAI, das für seinen Chatbot ChatGPT bekannte Unternehmen, durchlebt eine schwierige Phase. Nach dem enttäuschenden Start des Modells GPT-5 sieht es sich mit einer Reihe von Klagen konfrontiert, darunter Vorwürfe massenhafter Urheberrechtsverletzungen und des Versuchs, Wettbewerber auszuschließen. Darüber hinaus steht das Unternehmen in der Kritik, weil sein Chatbot gefährliche Ratschläge erteilt und Menschen dazu bringen kann, diesen zu folgen, was zu mehreren Todesfällen geführt hat. Diese Probleme verschärfen sich auch innerhalb des Unternehmens, wo Investitionen in Höhe von mehreren zehn Milliarden Dollar auf dem Spiel stehen.

Rechtlicher Sturm und Sicherheitsbedenken

OpenAI steht von verschiedenen Seiten unter juristischem Beschuss. So wird das Unternehmen beispielsweise wegen angeblich massenhafter Urheberrechtsverletzungen und des Versuchs verklagt, Wettbewerber auszuschließen. Darüber hinaus steht es in der Kritik, weil sein Chatbot Menschen mit seinem schmeichelnden und überzeugenden Stil zu gefährlichen Handlungen verleitet, was Berichten zufolge bereits zu mehreren Todesfällen beigetragen hat. Weitere damit zusammenhängende Informationen verweisen auf Klagen von Familien, die dem Unternehmen unzureichende Sicherheitsvorkehrungen vorwerfen, insbesondere in Fällen, in denen die Modelle in sensiblen Situationen wie bei psychischen Problemen versagt haben. OpenAI räumt ein, dass seine Modelle manchmal nicht angemessen reagieren, insbesondere bei längeren Interaktionen, und arbeitet an der Verbesserung der Sicherheit.

Hinzu kommen Spannungen mit Microsoft

Hinter den Kulissen verschärft sich die Situation noch weiter. OpenAI versucht, sich dem Einfluss von Microsoft zu entziehen, das mehr als 13 Milliarden Dollar (rund 294 Milliarden CZK) in das Unternehmen investiert hat. Diese Investition begann 2019 mit einem Betrag von 1 Milliarde Dollar (etwa 22,6 Milliarden CZK) und trug dazu bei, den gesamten KI-Boom auszulösen. Im Gegenzug erhielt Microsoft exklusive Rechte am geistigen Eigentum von OpenAI und Zugang zu dessen Software. Diese Zusammenarbeit war für beide Seiten vorteilhaft: OpenAI wurde zum Eigentümer des weltweit beliebtesten Chatbots mit einem geschätzten Wert von 500 Milliarden Dollar (rund 11,3 Billionen CZK), während sich die Marktkapitalisierung von Microsoft auf fast 4 Billionen Dollar (etwa 90,4 Billionen CZK) verdreifachte.

Nun versucht OpenAI, sich in eine gemeinnützige Kapitalgesellschaft umzuwandeln und Vereinbarungen mit anderen Giganten wie Google und Amazon Web Services abzuschließen, ähnlich wie es der Konkurrent Anthropic tut. Das könnte seine Einnahmen steigern. Das Problem ist, dass Microsoft die exklusiven Rechte zum Hosten der Server von OpenAI in seinem Cloud-Dienst Azure besitzt und keinen Grund hat, darauf zu verzichten. Quellen zufolge laufen Verhandlungen über eine striktere Vereinbarung, die es OpenAI ermöglichen würde, Regierungskunden außerhalb von Azure zu bedienen. Diese Verhandlungen könnten sich bis ins nächste Jahr hinziehen, wodurch enorme Geldsummen blockiert werden.

Streit um künstliche allgemeine Intelligenz (AGI)

Ein weiterer Streitpunkt ist eine Klausel, die die Partnerschaft beendet, falls OpenAI künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) erreicht. Diese wird als hochgradig autonomes System definiert, das Menschen bei den meisten wirtschaftlich relevanten Tätigkeiten übertrifft. Microsoft lehnt diese Klausel ab, weil OpenAI behaupten könnte, AGI erreicht zu haben, und dadurch die exklusiven Rechte aufheben könnte. Microsoft-CEO Satya Nadella bezeichnete die Erklärung, AGI erreicht zu haben, als sinnloses Hacken von Benchmarks. OpenAI versucht, die Klausel in irgendeiner Form beizubehalten, während Microsoft sie streichen will. Eine Quelle beschrieb sie als Verhandlungsmasse, die zur gegenseitigen Zerstörung führen könnte, da OpenAI ohne eine Einigung kein weiteres Geld erhalten könnte.

Investitionen in Gefahr

Der Druck, eine Einigung zu erzielen, ist enorm. In der Finanzierungsrunde im März verpflichtete sich die japanische Investmentgesellschaft SoftBank, 40 Milliarden Dollar (rund 904 Milliarden CZK) bereitzustellen, allerdings unter einer Bedingung: Wenn OpenAI keine neue Vereinbarung mit Microsoft erzielt und die Umstrukturierung nicht bis zum Jahresende abschließt, wird SoftBank 10 Milliarden Dollar (etwa 226 Milliarden CZK) zurückhalten. OpenAI-CEO Sam Altman erklärte kürzlich, dass das Unternehmen Billionen von Dollar für KI-Rechenzentren ausgeben werde, warnte zugleich jedoch vor einer Blase in dieser Branche. Dennoch sind die Führungskräfte überzeugt, dass SoftBank das Geld bereitstellen wird. Weitere Berichte deuten auf interne Unruhen hin, darunter der Versuch, Altman im Jahr 2023 wegen Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Transparenz abzusetzen, was Fragen zur Führung des Unternehmens aufwarf.

Diese Krise zeigt, wie das rasante Wachstum von OpenAI mit der Realität rechtlicher, finanzieller und ethischer Herausforderungen kollidiert. Das Unternehmen muss schnell Lösungen finden, um seine Position im Wettlauf um künstliche Intelligenz zu behaupten.

Quelle: futurism.com

Kategorie:KI
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