OpenAI entfernt wegen eines Markenrechtsstreits Erwähnungen der Marke „IO“
OpenAI war gezwungen, Online-Inhalte im Zusammenhang mit dem kürzlich abgeschlossenen Geschäft mit dem Startup des ehemaligen Apple-Designers Jony Ive nach einer Markenrechtsbeschwerde zu entfernen. Das Unternehmen entfernte Werbematerialien, darunter ein Video, in dem Ive und OpenAI-CEO Sam Altman über die Transaktion im Wert von 6,4 Milliarden US-Dollar (160 Milliarden Kronen) sprechen.
Die Klage wurde von iyO eingereicht, einem von Google unterstützten Startup, das KI-gestützte In-Ear-Kopfhörer herstellt. Im Mittelpunkt des Streits steht eine mutmaßliche Markenrechtsverletzung. iyO behauptet, dass die Marken OpenAI und io zu stark in seine etablierte Marktposition im Bereich maßgefertigter Kopfhörer eingreifen.
Hintergrund des Streits und beteiligte Parteien
iyO präsentiert sich als Entwickler des „weltweit ersten Audio-Computers“ – maßgefertigter Kopfhörer, die sich mit anderen Geräten verbinden. Das Unternehmen versuchte, eine Partnerschaft mit OpenAI einzugehen oder von OpenAI übernommen zu werden, und schlug Investitionen, Lizenzvereinbarungen oder einen Direktverkauf für 200 Millionen US-Dollar (5 Milliarden Kronen) vor. OpenAI lehnte diese Angebote ab.
Jony Ive verließ Apple 2019 nach einer 27-jährigen Karriere als einer der führenden Produktdesigner des Technologieunternehmens. Zu seinen Designleistungen zählen der erste iPod, das iPhone, das MacBook Air, die Apple Watch und die AirPods. In dem Werbevideo sagte Ive: „Ich habe zunehmend das Gefühl, dass alles, was ich in den vergangenen 30 Jahren gelernt habe, mich an diesen Ort, zu diesem Moment geführt hat.“
Details aus den Gerichtsunterlagen
Die Gerichtsakten enthüllen interessante Details zur Entwicklung des Geräts. Dem Gericht vorgelegte E-Mails zeigen, dass Führungskräfte von OpenAI und io von dem In-Ear-Gerät von iyO wussten und sogar um eine Vorführung baten. Das io-Team räumt ein, dass es den Markt untersucht und im Rahmen seiner Recherchen verschiedene Ohr- und Kopfhörer gekauft hat.
Die Rechtsdokumente zeigen außerdem, dass der CEO von iyO 2022 versuchte, wichtige Designtalente von Apple abzuwerben, was auf ein langfristiges gegenseitiges Bewusstsein und einen Wettbewerb zwischen den Teams hindeutet.
Das künftige Gerät ist kein Wearable
Den Gerichtsunterlagen und Aussagen der io-Mitbegründer zufolge ist ihr Gerät weder ein Wearable noch den maßgefertigten Kopfhörern von iyO ähnlich. Der Prototyp ist noch nicht fertiggestellt und soll in naher Zukunft nicht verkauft werden. Berichten zufolge wird das KI-Gerät „unauffällig“ sein und die Umgebung sowie das Leben des Nutzers vollständig wahrnehmen können. Es soll auf dem Schreibtisch des Nutzers stehen und das MacBook Pro und das iPhone ergänzen.
Altman sagte im Mai gegenüber Bloomberg: „So wie das Smartphone nicht zum Verschwinden des Laptops geführt hat, glaube ich nicht, dass unser erstes Produkt zum Verschwinden des Smartphones führen wird. Es ist eine völlig neue Art von Produkt.“
Aktueller Stand des Streits
OpenAI erklärte, dass die Seite mit der Ankündigung der Übernahme von io aufgrund einer gerichtlichen Verfügung infolge der Markenrechtsbeschwerde von iyO vorübergehend entfernt wurde. „Wir widersprechen der Beschwerde und prüfen unsere Optionen“, sagte ein Sprecher von OpenAI.
Der Streit hat keine Auswirkungen auf das Geschäft selbst, bei dem Ives Unternehmen die kreative Leitung und Designführung innerhalb der fusionierten Unternehmen übernehmen wird. Mit den Ergebnissen der Partnerschaft zwischen Ive und OpenAI wird erst im nächsten Jahr gerechnet.
Der Rechtsstreit dauert an, wobei beide Seiten Beweise zur Unterscheidbarkeit der Produkte und Marken sowie zu den Vorkenntnissen über die jeweiligen Technologiepläne der anderen Seite vorlegen.



