Nvidia kämpft mit enormer Nachfrage nach H200-Chips in China

Nvidia kämpft mit enormer Nachfrage nach H200-Chips in China

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
5. 1. 2026
3 Minuten Lesezeit
Nvidia kämpft mit enormer Nachfrage nach H200-Chips in China

Das US-amerikanische Unternehmen Nvidia, das für seine leistungsstarken KI-Chips bekannt ist, versucht, die enorme Nachfrage chinesischer Unternehmen nach seinem Modell H200 zu decken. Nach Informationen von Ende Dezember 2025 haben chinesische Technologieunternehmen für das Jahr 2026 mehr als 2 Millionen dieser Chips bestellt. Nvidia hat derzeit nur 700.000 Stück auf Lager, was weit weniger ist als benötigt. Daher wandte sich Nvidia an das taiwanische Unternehmen TSMC, das die Chips herstellt, um die Produktion auszuweiten. Die Arbeit an den neuen Aufträgen soll im zweiten Quartal 2026 beginnen.

Diese Nachfrage entsteht zu einer Zeit, in der sich die US-Politik ändert. Präsident Donald Trump entschied im Dezember 2025, dass der Verkauf von H200-Chips nach China möglich sein wird, allerdings mit einer Abgabe von 25 %. Dies ist eine große Veränderung gegenüber der vorherigen Regierung von Joe Biden, die solche Exporte aufgrund von Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit verboten hatte. Nvidia plant, die ersten Lieferungen aus den bestehenden Beständen noch vor dem chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar 2026 nach China zu schicken. Diese Lieferungen sollen 5.000 bis 10.000 Module umfassen, was etwa 40.000 bis 80.000 einzelnen H200-Chips entspricht.

Warum ist der H200 so gefragt?

Der H200 gehört zu Nvidias älterer Hopper-Reihe, ist aber für Aufgaben im Bereich der künstlichen Intelligenz weiterhin sehr beliebt. Er wurde durch neuere Modelle wie Blackwell oder den in Vorbereitung befindlichen Rubin ersetzt, doch die Liefermengen dieser neueren Chips sind begrenzt. In China ist der H200 attraktiv, weil er etwa sechsmal leistungsfähiger ist als das Modell H20, das Nvidia speziell für den chinesischen Markt entwickelt hatte, das jedoch später blockiert wurde. Chinesische Unternehmen wie Alibaba Group oder ByteDance sehen im H200 eine Chance, ihre Modelle deutlich zu verbessern.

Die Bestände von Nvidia umfassen etwa 100.000 Stück der Variante GH200 Grace Hopper, die einen Grace-Prozessor mit einer Hopper-GPU kombiniert, während der Rest aus eigenständigen H200-Chips besteht. Nvidia hat chinesischen Kunden bereits Preise genannt: Ein einzelner Chip soll rund 27.000 US-Dollar (etwa 621.000 Kč) kosten, ein Modul mit acht Chips rund 1,5 Millionen Yuan (etwa 4.800.000 Kč). Das ist etwas mehr als der frühere Preis des H20-Moduls, das für 1,2 Millionen Yuan (etwa 3.840.000 Kč) verkauft wurde, doch aufgrund der höheren Leistung halten chinesische Unternehmen dies für vorteilhaft. Zudem ist es günstiger als auf dem Graumarkt, wo ähnliche Module für mehr als 1,75 Millionen Yuan (rund 5.600.000 Kč) verkauft werden.

Regulierung und einheimische Konkurrenz

Alles hängt von der Zustimmung der chinesischen Regierung ab. Peking hat bislang keine Käufe des H200 genehmigt, und die Termine könnten sich verschieben. Chinesische Beamte befürchten, dass der Import fortschrittlicher Chips die Entwicklung einheimischer Alternativen verlangsamen könnte. Chinesische Unternehmen haben bereits Chips entwickelt, die mit dem H20 vergleichbar sind, aber noch nichts, was mit dem H200 mithalten könnte. Eine der vorgeschlagenen Bedingungen lautet, dass jeder Kauf von H200-Chips an eine bestimmte Menge einheimischer Chips gekoppelt werden müsste.

Nvidia erklärte in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen seine Lieferkette so steuere, dass Verkäufe nach China die Lieferungen in die Vereinigten Staaten nicht beeinträchtigten. Unternehmenssprecher betonten, China sei ein wettbewerbsintensiver Markt mit schnell wachsenden einheimischen Chiplieferanten, und ein vollständiges Exportverbot würde lediglich der ausländischen Konkurrenz zugutekommen.

Pläne der großen Akteure in China

Die wichtigsten Bestellungen kommen von großen Internetunternehmen in China. ByteDance beispielsweise plant, im Jahr 2026 rund 100 Milliarden Yuan (etwa 320 Milliarden Kč) für Chips von Nvidia auszugeben, gegenüber 85 Milliarden Yuan (rund 272 Milliarden Kč) im Jahr 2025 – natürlich unter der Voraussetzung, dass der Verkauf genehmigt wird. Diese Unternehmen sehen den H200 als Schlüssel für eine schnellere Entwicklung von KI-Anwendungen.

Nvidia muss nun mit den Risiken umgehen: Während das Unternehmen versucht, die chinesische Nachfrage zu decken, muss es sicherstellen, dass dies die Verfügbarkeit von Chips in anderen Teilen der Welt nicht beeinträchtigt. Die Gespräche mit TSMC über neue Aufträge deuten darauf hin, dass Nvidia diese Situation ernst nimmt und sich auf eine längerfristige Lösung vorbereitet.

Quelle: reuters.com

Kategorie:KI
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