Bei Apple zeichnet sich eine neue Siri-Version mit zahlreichen KI-Funktionen ab

Bei Apple zeichnet sich eine neue Siri-Version mit zahlreichen KI-Funktionen ab

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
1. 6. 2026
4 Minuten Lesezeit
Bei Apple zeichnet sich eine neue Siri-Version mit zahlreichen KI-Funktionen ab

Apple will auf der WWDC 2026, die am 8. Juni beginnt, das vorstellen, was das Unternehmen fast zwei Jahre lang aufgeschoben hat. Eine neue Siri auf Basis der Google-Gemini-Technologie, eine überarbeitete iPhone-Oberfläche und eine Welle künstlicher Intelligenz, die direkt in die Kamera, die Tastatur und die Fotos-App integriert ist. Das ist, kurz gesagt, der Inhalt von iOS 27. Der Weg dorthin war allerdings nicht reibungslos. Apple zahlte wegen der Verzögerung einen Vergleich in Höhe von 250 Millionen Dollar, weil die neue Siri nicht rechtzeitig fertiggestellt wurde. Jetzt sieht es jedoch so aus, als hätte das Unternehmen endlich alles vorbereitet.

Siri zieht in die Dynamic Island um

Die größte sichtbare Änderung? Siri zieht in die Dynamic Island um, das pillenförmige Element auf dem Display, das Apple 2022 eingeführt hat. Künftig lässt sich die Assistentin wie gewohnt per Sprache oder durch Gedrückthalten der Seitentaste aufrufen. Hinzu kommt jedoch noch eine weitere Möglichkeit: eine Wischbewegung von der Mitte des oberen Displaybereichs nach unten.

Dadurch öffnet sich eine neue Oberfläche namens Suchen oder Fragen. Sie zeigt beliebte Apps, kürzlich durchgeführte Suchvorgänge, aber auch das Wetter oder Verknüpfungen zu Apps an. Von hier aus kann man eine Textnachricht verfassen, einen Termin zum Kalender hinzufügen, Notizen durchsuchen oder direkt ein Gespräch mit Siri im neuen Chatbot-Stil beginnen. Die Ergebnisse erscheinen als Karten direkt aus der Dynamic Island.

Apple testet außerdem den direkten Zugriff auf andere künstliche Intelligenzen. ChatGPT, Claude und Gemini sollen über ein Dropdown-Menü direkt in dieser Oberfläche verfügbar sein.

Siri bekommt eine eigene App

Apple bereitet erstmals eine eigenständige Siri-App vor. Sie funktioniert ähnlich wie ChatGPT oder Claude, zeigt den Gesprächsverlauf an und ermöglicht es, zu schreiben, zu sprechen sowie Fotos oder Dokumente anzuhängen. Gespeicherte Unterhaltungen lassen sich jederzeit öffnen und fortsetzen.

Siri wird von Googles Gemini-Modell angetrieben, das Apple dabei hilft, zur Konkurrenz aufzuschließen. Die Assistentin versteht künftig den persönlichen Kontext des Nutzers und liest E-Mails, Nachrichten, den Kalender sowie Dateien auf dem Gerät. Sie fragen, wann Sie Zeit für einen Termin haben? Siri durchsucht Ihren Kalender und antwortet selbstständig.

KI in Kamera und Fotos

Siri hält erstmals direkt als eigenständiger Modus neben Foto und Video Einzug in die Kamera-App. Sie ersetzt die bisherige Funktion Visual Intelligence und ermöglicht es, beliebige Dinge zu fotografieren und von einer externen künstlichen Intelligenz analysieren oder über Google suchen zu lassen. Damit bereitet Apple den Boden für künftige Produkte wie smarte Brillen oder AirPods-Kopfhörer mit Kamera.

Die Kamera-App wird außerdem stärker an die Bedürfnisse fortgeschrittener Nutzer angepasst. Hinzu kommt ein Bereich namens Widgets hinzufügen, in dem jeder die Bedienelemente nach eigenen Wünschen neu anordnen kann. So lassen sich die Schärfentiefe oder der Nachtmodus weiter nach vorn verschieben. In der Fotos-App kommen wiederum die Werkzeuge Neu rahmen und Erweitern hinzu. Neu rahmen verändert die Perspektive einer Aufnahme, Erweitern ergänzt Bildbereiche außerhalb des ursprünglichen Rahmens. Google und andere Technologieunternehmen bieten ähnliche Funktionen bereits seit Jahren an, und Apple zieht nun nach.

Schreiben, Kurzbefehle und Hintergrundbilder – KI überall

Die Tastatur erhält einen integrierten Schreibassistenten. Apple bezeichnet ihn intern als Write With Siri (Mit Siri schreiben). Er berücksichtigt ganze Sätze und schlägt direkt während des Schreibens Verbesserungen bei Grammatik, Ton und Stil vor, ohne dass eine andere App geöffnet werden muss. Das ist besonders beim Verfassen geschäftlicher E-Mails oder Nachrichten hilfreich, bei denen es auf die Formulierung ankommt.

Die Kurzbefehle-App wird ähnlich umgestaltet. Statt Automatisierungen Schritt für Schritt manuell zusammenzustellen, genügt es, zu schreiben, was das iPhone tun soll. Zum Beispiel: „Wenn ich nach Hause komme, spiele Musik ab und sende meiner Partnerin eine Nachricht mit meiner voraussichtlichen Ankunftszeit.“ Den Rest erledigt das System selbst. Hinzu kommen durch künstliche Intelligenz generierte Hintergrundbilder. Der Nutzer beschreibt, was er sehen möchte, und das iPhone erstellt das Hintergrundbild direkt auf dem Gerät, ohne Daten an einen Server zu senden.

iOS 28 wird ein großer Sprung

Während Apple iOS 27 gerade erst fertigstellt, arbeitet das Unternehmen intern bereits am Nachfolger. iOS 28 und macOS 28 tragen intern die Codenamen Bell und Poppy, gemeinsam werden sie von den Mitarbeitern Boppy genannt. iOS 27 und macOS 27 wiederum tragen die Namen Rave und Fizz, kurz Rizz.

Laut Mark Gurman von Bloomberg soll iOS 28 einen deutlich größeren Sprung darstellen als das diesjährige Update. Der Grund ist einfach: Apple plant für 2027 ein neu gestaltetes iPhone zum 20-jährigen Jubiläum des Smartphones. Berichten zufolge soll es ein an allen vier Seiten gebogenes, nahezu randloses Display sowie haptisches Feedback anstelle physischer Tasten erhalten. Die Software muss auf eine solche Hardware vorbereitet sein.

iOS 27 wird nach der WWDC zunächst als Betaversion erscheinen und voraussichtlich im September gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro und 18 Pro Max öffentlich veröffentlicht. Die meisten neuen Funktionen der künstlichen Intelligenz werden nur auf dem iPhone 15 Pro und neueren Modellen funktionieren. Ältere Modelle verfügen schlicht nicht über einen ausreichend leistungsfähigen Chip, um KI-Anfragen direkt auf dem Gerät zu verarbeiten.

Quellen: engadget.com und business-standard.com

Kategorie:KI
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge im Blog
Zurück zum Blog

Ähnliche Beiträge

Altman verkündete die Singularität – wenige Tage, nachdem seine Modelle selbst aus dem Labor entkamenAltman verkündete die Singularität – wenige Tage, nachdem seine Modelle selbst aus dem Labor entkamen
OpenAI-Chef Sam Altman erklärte in einer Folge des Podcasts Relentless, die Menschheit sei bereits in die Singularität eingetreten. „Wir sind jetzt gewissermaßen in der Singularität“, sagte er wörtlich. Ein Begriff, der jahrzehntelang eher zur Science-Fiction gehörte
6 Min. Lesezeit
28. 7. 2026
KI remixte Madonnas Song – jetzt führt er Australiens Charts an. Musiker sind empört.KI remixte Madonnas Song – jetzt führt er Australiens Charts an. Musiker sind empört.
Australische Radios spielen seit April Madonnas Dance-Version von Like a Prayer in Dauerschleife. Veröffentlicht vom Queensland-DJ Josh Fawaz, führt sie die Radiocharts an und hat auf Spotify 35 Millionen Streams.
5 Min. Lesezeit
28. 7. 2026
Claude Opus 5 hat einen Shooter von Grund auf programmiert. Was kann Claude of Duty?Claude Opus 5 hat einen Shooter von Grund auf programmiert. Was kann Claude of Duty?
Der Ego-Shooter läuft direkt im Browser, bietet eine eigene Physik und elf separate Codebereiche. Insgesamt rund 55.000 Zeilen, verteilt auf elf Subsysteme und aufgebaut auf Thr
4 Min. Lesezeit
28. 7. 2026
Přihlaste se k odběru našeho newsletteru
Zůstaňte informováni o nejnovějších příspěvcích, exkluzivních nabídkách, a aktualizacích.
CodedTrip

Betreiber: CodedTrip LLC, USA.

YouTube
TikTok