OpenAI hat eine interessante Neuerung für seine TikTok-ähnliche App Sora angekündigt. Mit dieser Funktion können Nutzer sogenannte „Character Cameos“ (Figuren) zu Videos hinzufügen. Das bedeutet, dass Sie Ihr Haustier oder sogar einen gewöhnlichen Gegenstand zum Star machen können. In einem Werbevideo von OpenAI spricht eine Eule und sagt: „Alles kann eine Figur sein.“ Dadurch können Nutzer Inhalte erstellen, in denen ihre Katzen, Hunde, Chinchillas, Papageien oder beispielsweise eine Lampe vorkommen, ohne einen vollständigen Gesichtsscan wie bei herkömmlichen Videos mit Menschen durchführen zu müssen.
In der Sora-App, die im Ranking der kostenlosen Apps im App Store von Apple schnell auf den zweiten Platz geklettert ist – direkt hinter ChatGPT –, können Sie diese Figuren jetzt direkt aus Fotos in der Galerie Ihres Smartphones erstellen. Die Journalistin Ina Fried teilte beispielsweise ein Video, in dem ihre Katze ihre King-Kong-Fantasie auslebt. Diese Funktion erweitert die bestehenden Möglichkeiten, mit denen Nutzer KI-Versionen ihrer selbst erstellen und mit anderen teilen können, sofern sie dies erlauben. Die Neuerung umfasst vorgefertigte Figuren, die sofort in Videos verwendet werden können.
Wie versprochen können Sie mit Sora von @OpenAI jetzt Haustiere und Gegenstände als Cameos hinzufügen. Hier lebt meine Katze ihre King-Kong-Fantasie aus. pic.twitter.com/thgzhtloqw
— Ina Fried (@inafried) 29. Oktober 2025
Wie die Figuren und ihre Einstellungen funktionieren
Jede Figur verfügt über eigene Berechtigungen, die vom persönlichen Erscheinungsbild des Nutzers getrennt sind. Sie können sie nur für sich behalten, mit gegenseitigen Followern teilen oder für alle in der App freigeben. OpenAI schreibt in den Versionshinweisen: „Geben Sie Ihrer Figur einen Anzeigenamen und einen Handle und markieren Sie sie, wann immer Sie sie in einem Video verwenden möchten.“ Diese Neuerung wurde am 30. Oktober 2025 vorgestellt und baut auf den Versprechen auf, die OpenAI in der vergangenen Woche gegeben hat.
Wir stellen Character Cameos vor, die jetzt in der Sora-App verfügbar sind. pic.twitter.com/k1R4FdCRPV
— OpenAI (@OpenAI) 29. Oktober 2025
Mit der Funktion lassen sich Figuren aus originellen Charakteren erstellen, die Nutzer direkt in Sora generieren. Es ist nicht ganz klar, ob sich Figuren aus anderen KI-Tools hochladen lassen, doch OpenAI betont, dass es sich um eine Erweiterung für Tiere, Illustrationen oder Spielzeug handelt.
Videos zusammenfügen und Ranglisten
Neben den Figuren ergänzt OpenAI Sora um die Möglichkeit, mehrere Clips zu längeren Videos mit mehreren Szenen zusammenzufügen. Dadurch lassen sich komplexere Geschichten erstellen, in denen die Figuren in verschiedenen Abschnitten vorkommen. Sie können beispielsweise ein Video, in dem Ihr Hund durch den Park läuft, mit einem anderen verbinden, in dem er als Superheld auftritt. Die App enthält jetzt auch Ranglisten, in denen die beliebtesten Videos, die am häufigsten geremixten Werke sowie die meistgenutzten Figuren und Nutzer angezeigt werden. Dies soll die Community zu mehr Aktivität motivieren.
Probleme mit geistigem Eigentum
OpenAI sieht sich seit dem Start dieser App mit Fragen zum geistigen Eigentum konfrontiert. Die ersten Videos zeigten Figuren wie SpongeBob in kontroversen Rollen, beispielsweise als Walter White beim Kochen von Drogen oder im Nazi-Stil. Dies führte zu Einschränkungen für Inhalte von Drittanbietern. Geschäftsführer Sam Altman sagte in einem Gespräch mit dem Analysten Ben Thompson: „Wenn man ein lustiges Bild von jemandem erstellt, wirkt ein echtes Video im Vergleich viel realistischer und lebendiger und hat eine stärkere emotionale Resonanz.“
Durch die Konzentration auf Haustiere und Objekte vermeidet OpenAI Auseinandersetzungen mit großen Medienunternehmen wie Paramount oder Disney. Menschen, die davor zurückschrecken, ihr eigenes Aussehen zu teilen, können nun bedenkenlos ihr Haustier zur Verfügung stellen. Wie ein Kollege von Business Insider bemerkte, würde er niemals sein eigenes Abbild teilen, das seines Haustiers jedoch schon.
Quellen: businessinsider.com und theverge.com



