Musk baut zwei Gigafabriken für Chips seiner eigenen Unternehmen

Musk baut zwei Gigafabriken für Chips seiner eigenen Unternehmen

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
25. 3. 2026
4 Minuten Lesezeit
Musk baut zwei Gigafabriken für Chips seiner eigenen Unternehmen

Elon Musk stand auf der Bühne mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der gerade etwas ankündigen wird, das andere für Wahnsinn erklären werden. Diesmal ging es um das Projekt Terafab, zwei hochmoderne Halbleiterfabriken, die im texanischen Austin entstehen und sowohl Tesla als auch SpaceX mit Chips versorgen sollen. Und warum macht er das? Ganz einfach, weil ihm die Welt nicht ausreicht.

Die Welt produziert 20 Gigawatt. Musk braucht tausendmal mehr

Die derzeitige weltweite Produktion von KI-Chips liegt bei rund 20 Gigawatt pro Jahr. Musk behauptet, dass seine Unternehmen deutlich mehr benötigen. Genauer gesagt deckt die weltweite Produktion nur etwa 2 bis 3 % des tatsächlichen Bedarfs seiner Unternehmen für die nächste Generation humanoider Roboter, wiederverwendbarer Raketen und fahrerloser Fahrzeuge. Kein Wunder, dass er beschlossen hat, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Den bisherigen Lieferanten, konkret Samsung, TSMC und Micron, dankte er für die Zusammenarbeit. Er fügte jedoch hinzu, dass ihr Wachstumstempo schlicht nicht ausreiche. „Wir kaufen ihnen gerne alle Chips ab, die sie produzieren“, sagte er. „Aber wir müssen Terafab einfach bauen.“

Zwei Fabriken, zwei Chips, ein Gelände

Terafab wird kein einzelner riesiger Komplex sein, sondern aus zwei separaten Produktionsstätten auf einem etwa 100 Millionen Quadratfuß großen Grundstück bestehen. Jede Fabrik wird sich ausschließlich auf einen Chiptyp konzentrieren. Das vereinfacht den gesamten Produktionsprozess und ermöglicht einen reibungslosen Materialfluss zwischen den Arbeitsbereichen.

Die erste Fabrik wird Chips für Elektroautos und humanoide Optimus-Roboter produzieren, also für sein Unternehmen Tesla. Rund 20 % der gesamten Jahresproduktion sollen genau diesen irdischen Zwecken dienen.

Die zweite Fabrik ist eine völlig andere Angelegenheit. Die Chips für die Weltraum-Rechenzentren von SpaceX müssen in einer Umgebung funktionieren, in der herkömmliche Elektronik schnell versagt. Hochenergetische Ionen, Photonen, die Ansammlung elektrischer Ladung und extreme Temperaturen. Musk erklärte, dass diese Chips auch bei höheren Temperaturen als ihre irdischen Varianten arbeiten müssen, um das Gewicht der Kühlsysteme an Bord der Satelliten zu minimieren. „Es ist eine feindliche Umgebung“, sagte er.

Rechenzentren im Weltraum? Ganz genau

SpaceX reichte unterdessen im Januar bei der US-amerikanischen Federal Communications Commission einen Antrag auf Genehmigung eines sogenannten orbitalen Datensystems ein. Dabei handelt es sich um eine Konstellation von bis zu einer Million Satelliten, die Sonnenenergie nutzen würden, um die Recheninfrastruktur direkt im Orbit mit Strom zu versorgen. Zum Vergleich: Das bestehende Starlink-Netzwerk umfasst mehr als 9.600 Satelliten. Der neue Plan würde diese Zahl um das Hundertfache übertreffen.

Die Logik dahinter ist geradlinig. Da die Kosten für den Transport ins All sinken, wird es wirtschaftlich sinnvoll, Rechenleistung im Orbit zu platzieren. Und dort stört sich kein Anwohner am Lärm oder Wasserverbrauch. „Niemand möchte eine solche Anlage direkt vor der Haustür haben“, bemerkte Musk mit Blick auf den Widerstand gegen Rechenzentren auf der Erde.

Terafab ist ein gemeinsames Vorhaben seiner drei Unternehmen

Hinter dem Projekt stehen gleich drei von Musks Unternehmen. Terafab ist ein Gemeinschaftsprojekt von SpaceX, Tesla und xAI, wobei SpaceX xAI kürzlich übernommen hat. Der geschätzte Gesamtwert des Projekts liegt mehreren Medien zufolge bei rund 25 Milliarden Dollar, obwohl Musk selbst öffentlich keine Investitionssumme genannt hat.

Die Ambitionen sind klar definiert: Terafab soll jährlich ein Terawatt Rechenleistung produzieren. Zum Vergleich: Die gesamten Vereinigten Staaten erzeugen heute ungefähr ein halbes Terawatt. Musk will diese Kapazität auf einem einzigen Gelände verdoppeln. Darüber hinaus soll der gesamte Komplex vollständig autark sein. Unter einem Dach sollen die Herstellung von Lithografiemasken, die Produktion von Logik- und Speicherchips, Tests sowie die abschließende Verpackung stattfinden. Musk bezeichnete dies als „eine unglaublich schnelle Rückkopplungsschleife zur Verbesserung des Chipdesigns“.

Wann wird der Komplex gebaut?

Der Zeitplan? Wurde nicht erwähnt. Und an dieser Stelle sollte daran erinnert werden, dass Musk bereits zahlreiche Projekte angekündigt hat, die sich um Jahre verzögerten oder bloße Worte blieben. Dennoch scheint es, als hätte er diesmal konkretere Argumente in der Hand als gewöhnlich.

Während Terafab erst allmählich Gestalt annimmt, bleibt die Konkurrenz nicht untätig. TSMC hat seine zweite Fabrik in Phoenix, Arizona, fertiggestellt und plant bereits eine dritte und vierte. Intel baut seine Fabrik in Albany, auch wenn sich das Projekt nach einem Führungswechsel mehrfach verzögert hat.

Musk setzt also darauf, die Chipproduktion selbst unter seine Kontrolle zu bringen. Ob es klappt oder nicht? Das wird sich erst noch zeigen. Eines ist jedoch sicher: Niemand sonst würde so etwas mit einer solchen Selbstverständlichkeit ankündigen.

Quellen: datacenterdynamics.com und tomshardware.com

Kategorie:KI
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