Microsoft verbessert Security Copilot: KI-Agenten zur Bekämpfung von Cyberbedrohungen entwickelt
Microsoft hat neue KI-Agenten für Cybersicherheit vorgestellt. Sie sind Teil des Tools Security Copilot und sollen Routineaufgaben automatisieren, damit sich Sicherheitsteams komplexeren Problemen widmen können. Was bedeutet das? Und wie genau bekämpft künstliche Intelligenz Cyberangriffe?
Künstliche Intelligenz ist ein hervorragender Helfer im Alltag. Doch längst erstellt sie nicht mehr nur Texte, Bilder oder Übersetzungen. Ihre Bedeutung ist weitaus größer – sie kann sehr effektiv vor Cyberangriffen schützen und die Sicherheit von Daten oder ganzen Unternehmen gewährleisten.
Was ist Security Copilot?
Wenn Sie künstliche Intelligenz nutzen, sind Sie dem Tool Microsoft Copilot sicherlich bereits begegnet. Es unterstützt bei der Erstellung von Artikeln und Grafiken, beim Brainstorming oder beim Lernen. Security Copilot ist ebenfalls ein Assistent. Er wurde jedoch speziell für Sicherheitsteams entwickelt und hat die Aufgabe, Bedrohungen zu analysieren, Schwachstellen im Schutz aufzuspüren und Maßnahmen vorzuschlagen. Nun hat dieses Tool eine grundlegende Verbesserung erhalten. Diese besteht aus 11 neuen Agenten, also digitalen Helfern, die sich auf konkrete Aufgaben im Bereich der Cybersicherheit konzentrieren.
11 neue KI-Sicherheitsagenten
Als Sicherheitsanalyst muss man täglich unzählige Aufgaben bewältigen. Dazu gehören die Überprüfung verdächtiger E-Mails, die Kontrolle von Zugriffseinstellungen oder die Behebung von Fehlern in Sicherheitssystemen. Microsoft hat nun beschlossen, einige Aufgaben zu automatisieren und den Sicherheitsteams den Rücken für komplexere Herausforderungen freizuhalten. Die Lösung sind KI-Agenten, die darauf zugeschnitten sind, Bedrohungen in einem bestimmten Bereich aufzuspüren und zu beheben. Sechs Agenten wurden direkt von Microsoft entwickelt, fünf weitere steuerten Partnerunternehmen wie OneTrust, Aviatrix oder Fletch bei. Hier einige konkrete Agenten:
- Agent zur Abwehr von Phishing-Angriffen: Dieser Agent kategorisiert Phishing-Warnungen und erkennt, ob es sich um eine tatsächliche Cyberbedrohung oder einen Fehlalarm handelt. Jede Entscheidung begründet er mit einer Erklärung und reduziert so das Risiko eines Angriffs, der zum Verlust sensibler Daten wie Passwörter oder Kartennummern führen könnte.
- Agent zur Optimierung des bedingten Zugriffs: Der Assistent zur Optimierung des bedingten Zugriffs fungiert als Kontrolleur, der das Verhalten neuer Benutzer oder Anwendungen überwacht. Sobald er feststellt, dass jemand die Sicherheitsregeln nicht einhält, empfiehlt er wirksame Korrekturen, die Sicherheitsanalysten anschließend einfach umsetzen können.
- Agent zur Behebung von Schwachstellen: Gibt es in einer Anwendung oder einem System einen Fehler, der sie beziehungsweise es anfällig für Angreifer macht? Dieser Agent hilft dabei, den Fehler aufzuspüren und schnell und effektiv zu beheben.
- Agent für Bedrohungsbriefings: Die Welt der Cyberbedrohungen verändert sich ständig, und es ist nicht einfach, auf dem Laufenden zu bleiben. Dieser Agent sucht daher selbstständig nach frühzeitigen Informationen über aktuelle Bedrohungen und erstellt eine kurze, direkt auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittene Übersicht.

Warum ist KI-Unterstützung bei Sicherheitsfragen wichtig?
Die Zahl der Cyberangriffe nimmt täglich zu, Sicherheitsteams sind jeden Tag mit Tausenden Angriffen konfrontiert, und menschliche Teams können eine derart große Menge an Bedrohungen nicht mehr bewältigen. KI-Agenten sind daher so konzipiert, dass sie Routineaufgaben selbstständig erledigen und den Analysten Raum für die Lösung umfassenderer und komplexerer Probleme lassen. Einen großen Vorteil bieten KI-Agenten auch kleinen und mittleren Unternehmen, denen schlichtweg das Personal für die Abwehr von Online-Bedrohungen fehlt. Die einzelnen Agenten sind zudem mit konkreten Tools wie Defender, Entra oder Purview verknüpft. Damit sind sie genau in diejenigen Tools integriert, die Sicherheitsteams bereits für ihre Arbeit einsetzen.
Künstliche Intelligenz als Werkzeug für Angriffe und Schutz
Hacker werden immer erfinderischer, und künstliche Intelligenz dient ihnen als Werkzeug für ihre Angriffe. Damit Sicherheitsteams einen Vorsprung und die Oberhand gewinnen können, müssen auch sie künstliche Intelligenz in ihre Arbeit integrieren – und genau für diese Integration sorgen die KI-Agenten von Security Copilot. Vasu Jakkal, globale Leiterin der Sicherheitsabteilung von Microsoft, erklärte gegenüber dem Magazin TechRadar Pro, dass ihr Unternehmen täglich 84 Billionen Angriffssignale verarbeitet. Dieser Trend nimmt zudem weiter zu, da Cyberangriffe ein äußerst lukratives Geschäft sind. Die wachsende Zahl der Bedrohungen kann daher vor allem für Unternehmen mit einem Mangel an geschulten Mitarbeitern problematisch sein. Cyberschutz kommt deshalb nicht mehr ohne die Hilfe künstlicher Intelligenz aus, und gerade KI-Agenten bieten auch diesen Unternehmen unverzichtbare Unterstützung.

Microsoft verändert die KI-Sicherheit grundlegend. Statt universeller KI-Unterstützung bietet das Unternehmen 11 spezialisierte Agenten an, die jeweils strategisch ihren eigenen Bereich des Cyberschutzes überwachen. Und genau das führt zu einem einzigartigen Ergebnis – weniger Routinearbeit, schnellere Reaktionen auf Angriffe und ausreichend Spielraum, um ausgefeiltere Bedrohungen aufzudecken.



