Ray-Ban-Smartbrillen von Meta steuern auf 10 Millionen Verkäufe zu
Meta hat soeben eine Investition in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar in EssilorLuxottica bekannt gegeben und damit einen Anteil von 3 % am weltweit größten Brillenhersteller erworben. Diese Investition, die im Juli 2025 abgeschlossen wurde, ist ein weiterer Schritt in Metas Bestreben, die bevorstehende Smartbrillen-Revolution zu dominieren.
Eine wichtige Zusammenarbeit
EssilorLuxottica, das die Kultmarken Ray-Ban und Oakley sowie Luxusbrillen für Marken wie Prada und Versace herstellt (insgesamt 150 Marken), ermöglicht Meta nun direkten Einfluss auf Produktentwicklung, Fertigung und weltweiten Vertrieb. Das Unternehmen betreibt weltweit ein Netz von mehr als 80 000 Einzelhandelsgeschäften, was Meta einen beispiellosen Vorteil beim Erreichen der Kunden verschafft.
Die Investition wurde mit der Option abgeschlossen, den Anteil auf bis zu 5 Prozent zu erhöhen, was auf eine längerfristige Strategie von Meta hindeutet. Berichten von The Information, Bloomberg und The Verge zufolge plant Meta, in den kommenden zweieinhalb Jahren mindestens sechs Smartbrillen-Produkte auf den Markt zu bringen.
Erfolg der Ray-Ban Meta-Brillen
Die 2023 eingeführten Ray-Ban Meta-Smartbrillen haben einen bedeutenden kommerziellen Erfolg erzielt. Seit ihrer Markteinführung wurden mehr als 2 Millionen Stück verkauft, wobei sich die Verkaufszahlen im vergangenen Jahr verdreifachten und die Zahl der monatlich aktiven Nutzer vervierfachte. Der Markt für Smartbrillen wächst rasant – Prognosen gehen von einem Anstieg von 3,3 Millionen Stück im Jahr 2024 auf 14 Millionen Stück im Jahr 2026 aus. EssilorLuxottica strebt an, die Produktion von Smartbrillen bis 2026 auf 10 Millionen Stück jährlich zu steigern, um der wachsenden Nachfrage nach tragbaren Technologien gerecht zu werden.
Produktplan für die kommenden Jahre
Meta hat einen detaillierten Plan für die Einführung neuer Produkte vorbereitet. Für 2025 werden die Oakley Meta-Brillen (die bereits vor drei Wochen auf den Markt gebracht wurden) und Hypernova – eine monokulare HUD-Brille (Head-up-Display) – erwartet. Im Jahr 2026 sollen Produkte mit den Codenamen Aperol und Bellini folgen, bei denen es sich um massentaugliche Smartbrillen der nächsten Generation handeln wird.

Den Höhepunkt dieses Plans bildet das Jahr 2027, in dem die Einführung von Hypernova 2 (einer binokularen HUD-Brille) und Artemis – einer echten AR-Brille (Augmented Reality) – erwartet wird. Diese Produkte werden über fortschrittliche Funktionen der künstlichen Intelligenz und eine tiefere Integration mit dem Meta-AI-Assistenten verfügen, der mithilfe des Befehls „Hey Meta“ schrittweise die Benutzeroberfläche von Smartphones ersetzen soll.
Vorsprung vor Apple und der Konkurrenz
Der Zeitpunkt dieser Investition ist kein Zufall. Meta versucht, sich vor der erwarteten Einführung einer Apple-Brille im Jahr 2026 zu positionieren. Indem Meta sowohl die Software (Meta AI) als auch die Hardware (Smartbrillen) des Ökosystems kontrolliert, umgeht das Unternehmen die Dominanz von Apple und Google auf dem Mobilfunkmarkt und erhält direkten Zugang zum Sichtfeld der Nutzer – der ultimativen, ständig aktiven Benutzeroberfläche.
Die Partnerschaft mit Luxusmarken löst zudem das entscheidende Problem der gesellschaftlichen Akzeptanz, das zum Scheitern von Google Glass führte. Während Google Glass als technologisch unausgereift und gesellschaftlich inakzeptabel wahrgenommen wurde, nutzen die Ray-Ban Meta-Brillen eine etablierte Marke und ein Design, das die Menschen bereits kennen und akzeptieren.
Die Investition in EssilorLuxottica ließ die Aktien des Unternehmens im Juli 2025 um mehr als 5 Prozent steigen und machte es damit zum größten Gewinner im europäischen STOXX-600-Index. Diese Marktreaktion spiegelt das Vertrauen der Anleger in das Potenzial von Smartbrillen wider.
Sollte Meta erfolgreich sein, erhält das Unternehmen über Millionen ständig aktiver Kameras und Mikrofone einen beispiellosen Zugang zu Daten aus der realen Welt. Diese Wette in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar könnte Metas klügster Schachzug im Rennen um die Kontrolle über die Zukunft der Computertechnologie sein.
Die 2019 begonnene Partnerschaft zwischen Meta und EssilorLuxottica brachte bereits 2021 mit Ray-Ban Stories die erste Generation von Smartbrillen hervor und 2023 eine fortschrittlichere zweite Generation mit einer 12-MP-Kamera, verbessertem Klang und einer tieferen Integration von Meta AI. Die Unternehmen haben sich verpflichtet, ihre Zusammenarbeit „bis ins nächste Jahrzehnt“ fortzusetzen, was die strategische Bedeutung von Smartbrillen für Metas Ambitionen im Bereich tragbarer Technologien unterstreicht.



