Meta, Walmart, Stripe und weitere Unternehmen veröffentlichen einen offenen Standard namens „personal agent protocol“. Er soll regeln, wie persönliche KI-Agenten mit Unternehmen kommunizieren und deren Dienste nutzen, und einen gemeinsamen Rahmen für diese Form des Kontakts zwischen Kunden und Unternehmen schaffen.
Authentifizierung soll Menschen von Agenten unterscheiden
Die Initiative wird von Bret Taylor geleitet, Mitgründer des auf Unternehmens-KI spezialisierten Startups Sierra, das ebenfalls beteiligt ist. Taylor war Co-CEO von Salesforce und ist derzeit Vorsitzender des Verwaltungsrats von OpenAI.
Taylor vergleicht die geplante Authentifizierung mit der Anmeldung auf anderen Websites über ein Google- oder Facebook-Konto. Ihm zufolge soll der Standard Unternehmen erkennen lassen, ob ein Mensch ihren Dienst selbst nutzt oder ein persönlicher Agent für ihn handelt. Zugleich soll er ihnen zeigen, was der Agent auf ihrer Website tatsächlich tut.
Als Risiko bezeichnet Taylor den Zugriff eines beliebigen Bots, der nicht im Auftrag eines konkreten Menschen handelt. Unternehmen müssten seiner Ansicht nach noch klären, unter welchen Umständen und auf welche Weise persönliche Agenten Informationen abrufen dürfen.
Gemeinsame Regeln für Kommunikation und Datennutzung
David Singleton von Meta Superintelligence Labs bringt den Vorschlag mit der Nutzung sensibler Daten in Verbindung. Damit Agenten sinnvoll arbeiten können, müssen Kunden ihm zufolge persönliche Informationen und Kreditkartendaten weitergeben. Der neue Standard soll ein gewisses Maß an Einblick und Kontrolle über deren Nutzung ermöglichen.
Singleton beschreibt die geplante Infrastruktur als gemeinsame Regeln, auf deren Grundlage künftig persönliche Agenten und Unternehmensagenten arbeiten könnten. Er zieht einen Vergleich zur E-Mail: Ein gemeinsamer Standard ermögliche es unterschiedlichen Teilnehmern, miteinander zu kommunizieren.
Muse für Einkäufe und Terminbuchungen
Als Beispiele für die heutige Nutzung des Agenten Muse nennt Singleton die Anmeldung von Kindern zu Kursen sowie das Suchen und Kaufen von Geschenken. Menschen nutzten ihn auch, um Zahnarzttermine zu vereinbaren. Der neue Mechanismus soll diese Aufgaben laut Singleton beschleunigen und erleichtern.
Beim Zugriff auf Unternehmenswebsites stoßen Agenten allerdings bereits auf Einschränkungen. Amazon gehört zu den Unternehmen, die Metas Agenten wegen Bedenken hinsichtlich des automatisierten Auslesens von Website-Inhalten blockiert haben.
OpenAI und Anthropic sind bislang nicht beteiligt
OpenAI und Anthropic gehören der Initiative bislang nicht an. Taylor erwartet ihre Beteiligung und betont, dass ein offener Standard entstehen soll, den auch Wettbewerber der beteiligten Unternehmen nutzen.



