Meta, der Eigentümer von Facebook, Instagram und WhatsApp, sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, zu viel Macht auf dem Markt für soziale Netzwerke zu besitzen. Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) verklagte Meta mit der Begründung, dass die Übernahmen von Instagram im Jahr 2012 und WhatsApp im Jahr 2014 wettbewerbswidrig gewesen seien. Nun hat das Gericht jedoch Meta recht gegeben, was bedeutet, dass diese Apps unter einem Dach bleiben werden.
Wie alles begann
Alles begann vor fünf Jahren, als die FTC Klage gegen Meta einreichte. Die Kommission argumentierte, Meta hätte nicht gestattet werden dürfen, Instagram im Jahr 2012 für 1 Milliarde US-Dollar und WhatsApp im Jahr 2014 für 19 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Nach Ansicht der FTC halfen diese Übernahmen Meta dabei, ein Monopol im Bereich der sozialen Netzwerke aufzubauen, in denen Menschen Nachrichten, Fotos und Videos mit Freunden und Familie teilen. Die FTC wollte, dass das Gericht die Abspaltung dieser Apps von Meta anordnet, was die gesamte Struktur des Unternehmens hätte gefährden können – Instagram generiert Schätzungen zufolge nämlich die Hälfte seiner Einnahmen.
Der Prozess begann im April 2025 und dauerte sieben Monate. Währenddessen sagten wichtige Personen wie Meta-CEO Mark Zuckerberg, die ehemalige operative Geschäftsführerin Sheryl Sandberg und Instagram-Mitbegründer Kevin Systrom aus. Die FTC argumentierte, Meta betreibe ein System nach dem Prinzip "kaufen oder vernichten", was bedeute, dass das Unternehmen Konkurrenten entweder aufkaufe oder zerstöre. Richter James Boasberg vom Bezirksgericht in Washington, D.C., entschied letztlich jedoch anders. Bereits 2021 hatte er die Klage mit der Begründung abgewiesen, dass die FTC nicht genügend Beweise für Metas Monopolmacht vorgelegt habe. Nachdem jedoch Angaben zu Nutzerzahlen und Vergleiche mit Konkurrenten wie Snapchat oder dem eingestellten Google+ ergänzt worden waren, ließ das Gericht den Fall 2022 zur Verhandlung zu.

Gerichtsentscheidung: Kein Monopol
In einer Stellungnahme vom 18. November 2025 erklärte Richter James Boasberg unmissverständlich, dass die FTC nicht nachweisen konnte, dass Meta derzeit ein Monopol in sozialen Netzwerken besitzt. "Unabhängig davon, ob Meta in der Vergangenheit über Monopolmacht verfügte oder nicht, muss die Behörde beweisen, dass dies auch heute der Fall ist", schrieb Boasberg. Ihm zufolge hat sich der Markt dramatisch verändert – früher ging es hauptsächlich um das Teilen von Texten und Fotos, heute dominieren jedoch Videoinhalte. Meta steht in starkem Wettbewerb mit Plattformen wie TikTok und YouTube, die von den Menschen ähnlich wie Facebook oder Instagram genutzt werden.
Boasberg betonte, dass die Menschen einen enormen Teil ihrer Zeit von Metas Apps zu TikTok und YouTube verlagern. "Der meistgenutzte Teil von Metas Apps ist kaum von den Angeboten auf TikTok und YouTube zu unterscheiden", erklärte er. Er sagte sogar, dass TikTok allein ausreiche, damit die FTC den Prozess verliere, selbst wenn YouTube nicht berücksichtigt würde. Dem Gericht zufolge investiert Meta enorme Geldsummen, um mit diesen Rivalen Schritt zu halten, und interne Dokumente von TikTok und YouTube bestätigen, dass diese Unternehmen Meta als ernsthafte Bedrohung ansehen. Die FTC hingegen legte keinerlei empirische Beweise dafür vor, dass Meta heute oder gar bereits vor Jahren den Wettbewerb behindert habe.
Freude bei Meta und Enttäuschung bei der FTC
Meta feierte den Sieg. Die Chefjuristin des Unternehmens, Jennifer Newstead, erklärte: "Die Entscheidung des Gerichts erkennt an, dass Meta einem harten Wettbewerb ausgesetzt ist. Unsere Produkte kommen Menschen und Unternehmen zugute und stehen für amerikanische Innovation und Wirtschaftswachstum. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der Regierung und auf Investitionen in Amerika." Die Meta-Aktie fiel nach dem Urteil um weniger als 1 %, insgesamt liegt das Unternehmen 2025 jedoch mit 2 % im Plus, auch wenn es hinter den breiteren Indizes und anderen Technologiegiganten zurückbleibt.
Die FTC zeigte sich hingegen enttäuscht. Der Direktor für öffentliche Angelegenheiten, Joe Simonson, sagte: "Wir sind von dieser Entscheidung zutiefst enttäuscht. Bei Richter Boasberg, gegen den Amtsenthebungsanträge vorliegen, waren die Karten von Anfang an gegen uns gemischt. Wir prüfen alle Möglichkeiten." Boasberg steht wegen seiner Entscheidungen gegen die Einwanderungsmaßnahmen der Trump-Regierung und der Genehmigung von Vorladungen zur Herausgabe der Telefonverbindungsdaten republikanischer Abgeordneter im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu Donald Trumps Versuchen, seine Niederlage bei der Wahl 2020 rückgängig zu machen, in der Kritik republikanischer Kongressmitglieder.
Auswirkungen auf diese Apps
Dieses Urteil ist für Meta eine enorme Erleichterung, da Instagram und WhatsApp Teil des Unternehmens bleiben werden. WhatsApp ist die beliebteste Messaging-App der Welt. Und Instagram erwirtschaftet die Hälfte der Einnahmen. Für die FTC bedeutet dies einen Rückschlag bei ihrem Versuch, die Macht der Technologiegiganten einzuschränken – zur Erinnerung: Die FTC verklagt auch Amazon wegen wettbewerbswidriger Praktiken, und das US-Justizministerium hat Apple wegen eines "umfassenden, dauerhaften und rechtswidrigen Monopols bei Smartphones" verklagt. Google hingegen entging kürzlich den härtesten Strafen in einem anderen Kartellverfahren, in dem Richter Amit Mehta entschied, dass Google ein illegales Monopol bei der Internetsuche besitzt, den Browser Chrome jedoch nicht verkaufen muss.
Quellen: theguardian.com, cnbc.com und theinformation.com



