Meta AI bereitet sich auf die Veröffentlichung neuer Modelle mit dem Codenamen Avocado vor. Das Unternehmen hat kürzlich seine Website überarbeitet und ein App-Update veröffentlicht, in dem Nutzer eine neue Auswahl an Modi zwischen Fast (schnell) und Thinking (Denkmodus) entdeckt haben. In der Webversion bemerkten einige Nutzer ein Widget, das sie dazu auffordert, Apps wie Gmail und Google Calendar zu verbinden. Zu den Optionen gehören auch Microsoft Outlook und Outlook Calendar.
Diese Funktion erinnert an Konnektoren in anderen Apps – Integrationen, die es Meta AI ermöglichen würden, Informationen abzurufen und Tools über MCP-Protokolle zu steuern. Sollte diese Interpretation zutreffen, würde das bedeuten, dass die MCP-Unterstützung endlich in Meta AI Einzug hält. Dem Einstellungsmenü wurde außerdem der Bereich Memory (Speicher) hinzugefügt, und Nutzer von Meta AI sollten bereits in der Lage sein, all diese Funktionen zu sehen und zu testen.
Integration von Manus AI und Browser-Agenten
Meta übernahm kürzlich Manus AI, und im Code finden sich Hinweise auf einen Manus-AI-Agenten und einen Browser-Agenten, die sich in Entwicklung befinden. Dies deutet darauf hin, dass Agenten im Stil von Manus direkt in Meta AI integriert werden könnten. Außerdem wird ein neues Menü namens Tasks (Aufgaben) entwickelt, in dem Nutzer die wiederholte Ausführung von Meta AI planen könnten, ähnlich wie geplante Befehle in anderen Tools. Mit anderen Worten: geplante Aufgaben sind vorgesehen und werden es Nutzern ermöglichen, Befehle wiederholt auszuführen.
Spuren im Code deuten außerdem darauf hin, dass Meta an der Unterstützung eines Sprachagenten arbeitet. Diese agentischen Sprachfunktionen verweisen auf eine frühere Implementierung von Meta-AI-Agenten. Interessanterweise wurde zum Testen die Persönlichkeit von Mark Zuckerberg verwendet. Die Funktionen des Sprach- und Browser-Agenten scheinen sich jedoch noch nicht in der letzten Implementierungsphase zu befinden.
Tests konkurrierender Modelle
Ein weiteres Detail im Zusammenhang mit der Integration von Manus AI ist, dass Meta AI offenbar Spitzenmodelle anderer Labore testet, darunter Gemini, ChatGPT und Claude. Diese Modelle tauchen Berichten zufolge im Code auf und werden intern für Tests verwendet.
Nun zum interessanteren Teil: Offenbar gibt es mehrere interne Modi, die für Entwicklung und Tests verwendet werden. Neben den Modi Fast und Thinking gibt es Hinweise auf das neue Modell Avocado, das in zwei Formen angezeigt wird: Avocado und Avocado Thinking. Derzeit antwortet nur Avocado. Die Antworten sind bislang nicht besonders gut, doch es ist unklar, ob sie über eine Weiterleitung von einem bestehenden Modell oder tatsächlich von einem neuen Modell stammen.
Modell Sierra und weitere Funktionen
Im Zusammenhang mit dem Manus-Browser-Agenten taucht ein Modell namens Sierra auf, das offenbar den Browser-Agenten darstellt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir ihn bald sehen werden, möglicherweise gleichzeitig mit den übrigen Modellen. Meta AI scheint ein Rebranding und eine Erweiterung seiner Funktionen anzustreben, um den Abstand zur Konkurrenz zu verringern, und Browser-Agenten könnten Teil dieser Strategie sein.
Ein weiteres erwähntes Modell ist Big Brain. Dabei muss es sich nicht unbedingt um etwas Neues handeln, denn Meta hatte bereits im vergangenen Jahr zusammen mit den Llama-Modellen ähnliche Pläne. Konzeptionell erinnert es an Grok Heavy: Mehrere Modellagenten laufen parallel, und die beste Ausgabe wird als Antwort ausgewählt.
Einkaufsassistent und OpenClaw-Integration
Meta-Produkte unterstützen bereits die Websuche, und offenbar befindet sich auch ein Einkaufsassistent in Entwicklung. Er funktioniert bislang noch nicht, doch es ist offensichtlich, dass Meta AI an einem Einkaufserlebnis arbeitet. Angesichts der Stellung von Meta auf Facebook und Instagram, wo Menschen bereits Produkte kaufen und verkaufen, könnte dies von großer Bedeutung sein.
Meta AI arbeitet außerdem an etwas, das einer OpenClaw-Integration nahekommt. Konkret würde dieser Modus die Nutzung eines beliebigen Modells mit einem eigenen API-Schlüssel ermöglichen – eine Erfahrung nach dem Prinzip „Bring deinen eigenen Schlüssel mit“, die potenziell innerhalb der App-Konnektoren verfügbar sein könnte. Im gesamten Code wird dies als OpenClaw-Agent bezeichnet. Angesichts der Open-Source-Geschichte von Meta könnte das eine große Sache sein, auch wenn das Unternehmen nicht mehr plant, den Quellcode seines proprietären Avocado-Modells offenzulegen. Es könnte auch darauf hindeuten, dass Meta etwas für die Open-Source-Community vorbereitet, etwa die Möglichkeit, Meta AI mit eigenen Modellen zu betreiben, oder eine engere Integration mit OpenClaw-Bots, die derzeit rasch an Verbreitung gewinnen.
Wann erfolgt die Veröffentlichung?
Es ist weiterhin unklar, ob wir während des Super Bowls Werbung von Meta sehen werden und wann genau diese neuen Funktionen und das Avocado-Modell veröffentlicht werden. Dennoch besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dies sehr bald geschieht. Da kürzlich berichtet wurde, Avocado sei das beste Modell unter den derzeitigen Spitzenmodellen gewesen, könnte es gute Erfolgschancen haben. Gleichzeitig haben wir gerade Opus 4.6 und GPT 5.3 Codex erhalten, sodass kommende Veröffentlichungen möglicherweise das in den Schatten stellen könnten, was Meta vorbereitet hat.
Quelle: testingcatalog.com



