Matthew McConaughey, der sympathische Schauspieler aus Filmen wie Interstellar oder Magic Mike, hat beschlossen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. In den vergangenen Monaten wurden acht seiner Markenanmeldungen vom Patent- und Markenamt der Vereinigten Staaten genehmigt. Diese Marken umfassen kurze Videoclips, in denen man ihn auf einer Veranda stehen, lächeln oder direkt in die Kamera sprechen sieht. Ein sieben Sekunden langer Clip zeigt ihn beispielsweise auf einer Veranda, ein weiterer, drei Sekunden langer Clip zeigt ihn vor einem Weihnachtsbaum. Hinzu kommen Audioaufnahmen – etwa der berühmte Satz „Alright, alright, alright“ aus seinem Film Dazed and Confused aus dem Jahr 1993, den er improvisierte.
Warum macht er das alles? McConaughey will verhindern, dass jemand ohne seine Zustimmung seine Stimme oder sein Abbild in künstlicher Intelligenz (KI) verwendet. Deepfakes sind gefälschte Bilder, Videos oder Tonaufnahmen, die mithilfe von KI erstellt werden und wie ein echter Mensch aussehen und klingen. Der Schauspieler erklärte in einer E-Mail: „Mein Team und ich möchten sicher sein, dass meine Stimme oder mein Abbild nur deshalb irgendwo auftauchen, weil ich es genehmigt und unterzeichnet habe.“ Er fügte hinzu, dass sie klare Eigentumsgrenzen schaffen wollen, bei denen Zustimmung und Namensnennung in der Welt der KI zur Norm werden.
Seine Anwälte von der Kanzlei Yorn Levine erklären, dass diese Marken als Waffe gegen eine unbefugte Nutzung dienen sollen. Die Anwälte sagten: „In einer Welt, in der alle nach Möglichkeiten suchen, gegen den Missbrauch von KI vorzugehen, verfügen wir nun über ein Instrument, mit dem wir jemanden stoppen oder vor ein Bundesgericht bringen können.“ Und sie fügten hinzu: „Wir wissen nicht, wie ein Gericht letztlich entscheiden wird, aber wir müssen es zumindest versuchen.“ Bislang seien keine Fälle bekannt, in denen jemand McConaugheys Abbild mithilfe von KI missbraucht habe, doch sie wollen vorbereitet sein.
Beispiele für Deepfakes
Deepfakes haben bereits zahlreiche Prominente getroffen. Dazu gehören beispielsweise Taylor Swift, Tom Hanks und Oprah Winfrey. Diese Stars tauchten in gefälschten Produktwerbungen oder bei Betrugsmaschen wie Ponzi-Systemen auf. Sogar Elon Musk geriet in die Kritik, als sein KI-Chatbot Grok auf der Plattform X (früher Twitter) unangemessene Bilder erzeugte, darunter freizügige Darstellungen von Frauen und Kindern. Das unterstreicht nur, wie schnell sich diese Technologien verbreiten und welchen Schaden sie anrichten können.
McConaughey ist nicht gegen KI-Technologien. Im Gegenteil, er investierte in das auf KI-Audio spezialisierte Unternehmen ElevenLabs. Er arbeitet mit dem Unternehmen an spanischen Versionen seines Newsletters Lyrics of Livin', für die seine eigene Stimme verwendet wird. Er erkennt also das Potenzial, möchte jedoch die Kontrolle darüber behalten.
Weitere Einzelheiten zu den Marken
Zu den genehmigten Marken gehört auch ein Audioclip, in dem McConaughey sagt: „Just keep living, right? ... I mean ... what are we gonna do?“ Das ist ein weiterer seiner typischen Aussprüche. Seine Anwälte erklären, dass diese Schutzrechte ein breites Spektrum an Verwendungsformen abdecken sollen – von Videos, in denen er lächelt oder spricht, bis hin zu solchen, in denen er lediglich in die Kamera blickt.
Es ist nicht das erste Mal, dass Prominente ihre Aussprüche schützen lassen. Paris Hilton besitzt eine Marke für „That’s hot“ und Lizzo für „100% that B****“. Berichten zufolge ist McConaughey jedoch der Erste, der sich selbst auf so umfassende Weise als Marke schützen lässt – seine Stimme, sein Abbild und bestimmte Clips zusammen.
Dieser Ansatz wird höchstwahrscheinlich weitere Künstler inspirieren. In einer Zeit, in der KI jeden Menschen imitieren kann, sind Instrumente zum Schutz der eigenen Identität von großer Bedeutung. McConaughey zeigt anderen damit beispielhaft, wie sie sich gegen digitale Fälscher wehren können.
Quellen: nzherald.co.nz und wsj.com



