Kateřina Mrázková und Daniel Mrázek erfüllten sich einen Lebenstraum, als sie bei den Olympischen Winterspielen in Mailand ihr Debüt gaben. Die Geschwister aus Tschechien zeigten auf dem Eis unglaubliche akrobatische Elemente, die übermenschlich wirkten. Ihr olympisches Debüt wurde jedoch von einer kontroversen Musikwahl überschattet – ein Teil ihres Auftritts wurde nämlich von Musik begleitet, die von künstlicher Intelligenz erzeugt worden war.
NBC-Kommentator enthüllte während der Übertragung die Wahrheit
Während der Liveübertragung erwähnte einer der NBC-Kommentatoren, dass der erste Teil der Musik KI-generiert ist. Dieses Eingeständnis schockierte Zuschauer auf der ganzen Welt. Während Mrázek seine Schwester in einem schwindelerregenden, an ein Rad erinnernden Element drehte, das der Schwerkraft zu trotzen schien, stammte die Hintergrundmusik nicht von echten Musikern, sondern von Algorithmen.
Musikauswahl
Der olympische Eistanzwettbewerb besteht in diesem Jahr aus zwei Teilen: Rhythmustanz und Kürtanz. Das diesjährige Thema für den Rhythmustanz lautete „Musik, Tanzstile und das Gefühl der Neunzigerjahre“. Das britische Duo Lilah Fear und Lewis Gibson zollte den Spice Girls Tribut, während die amerikanischen Favoriten Madison Chock und Evan Bates zu einem Medley von Liedern Lenny Kravitz’ liefen.
Das tschechische Duo entschied sich jedoch für eine ungewöhnliche Kombination – die eine Hälfte des Auftritts bestand aus KI-Musik und die andere Hälfte aus dem Stück „Thunderstruck“ von AC/DC. Laut offiziellen Angaben der Internationalen Eislaufunion (ISU) wurde die Musikauswahl des Duos für den Rhythmustanz als „One Two by AI (im Stil von Bon Jovi aus den 90er-Jahren)“ und „Thunderstruck by AC/DC“ aufgeführt.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Mrázková und Mrázek wegen der Verwendung von KI-Musik in Schwierigkeiten gerieten. Früher in der Saison verwendeten sie ein Stück, das mit den Worten „Every night we smash a Mercedes-Benz!“ begann – einem direkten Zitat aus dem Hit „You Get What You Give“ der Band New Radicals aus dem Jahr 1998. Das KI-generierte Lied enthielt auch weitere Zeilen wie „Wake up, kids/We got the dreamer's disease“ und „First we run, and then we laugh 'til we cry“ – all diese Texte stammen direkt aus dem Originalstück von New Radicals. Das KI-Lied wurde sogar „One Two“ genannt, was den ersten Worten des Originalstücks entspricht.
Änderung vor den Olympischen Spielen
Vor den Olympischen Spielen änderte das Duo das Stück und ersetzte die Texte von New Radicals durch andere KI-generierte Texte, die verdächtig ähnlich wie Texte von Bon Jovi klingen. Die Journalistin Shana Bartels wies im November darauf hin, dass beispielsweise die Zeile „raise your hands, set the night on fire“ im Lied „Raise Your Hands“ von Bon Jovi vorkommt – und der KI-„Gesang“ klingt Jon Bon Jovi sehr ähnlich. Pikantes Detail: Das Lied „Raise Your Hands“ stammt nicht einmal aus den Neunzigerjahren!
Diese überarbeitete Version verwendete das Duo am Montag bei den Olympischen Spielen, bevor es zum echten Stück „Thunderstruck“ von AC/DC überging.
Kritik an der Verwendung von KI-Musik
Es ist unklar, welche Software das Team zur Erstellung der Musik verwendete, aber große Sprachmodelle (LLM) werden anhand umfangreicher Musikbibliotheken trainiert, oft auf rechtlich fragwürdige Weise. Wenn sie aufgefordert werden, ein Stück „im Stil von Bon Jovi“ zu erstellen, verwenden sie wahrscheinlich echte Texte von Bon Jovi, da sie die statistisch wahrscheinlichste Antwort auf die Eingabe erzeugen.
Die Entscheidung des tschechischen Duos löste eine Welle der Kritik in den sozialen Medien aus. Ein Tontechniker schrieb: „Ihr wollt also, dass die Welt eure Kunst respektiert, aber die Kunst der Musik, die euch dabei hilft, ist euch egal?“ Ein anderer Nutzer wurde noch deutlicher: „Eiskunstlauf mit KI-generierter Musik? Überspringe ich sofort, geht zur Hölle.“
Die Olympischen Spiele sehen sich zunehmend mit Fragen des geistigen Eigentums konfrontiert. Der spanische Eiskunstläufer Tomas-Llorenc Guarino Sabate durfte ursprünglich keine Musik aus dem Minions-Franchise verwenden, doch in letzter Minute änderte sich dies. Auch die amerikanische Eiskunstläuferin Amber Glenn stieß auf urheberrechtliche Probleme, als sich der kanadische Künstler Seb McKinnon (der unter dem Namen CLANN auftritt) darüber beschwerte, dass er die Verwendung seines Stücks nicht genehmigt habe.
Die ISU (Internationale Eislaufunion) begann erst 2014, Musik mit Gesangstexten zuzulassen, wodurch sich die Tür für modernere Musikwahlen öffnete. Die ISU arbeitet mit dem Unternehmen ClicknClear zusammen, um Musikrechte zu erwerben, doch der Prozess ist kompliziert, wenn verschiedene Rechteinhaber bezahlt werden müssen.
Das Ergebnis unseres Duos
Mrázková und Mrázek erhielten für ihren Auftritt am Montag 72,09 Punkte und belegten den 17. Platz. Ihr olympischer Erfolg wurde somit leider von der Debatte über die Verwendung von KI-Musik anstelle echter Kunstwerke überschattet.
Quellen: sports.yahoo.com und gizmodo.com



