KI-Fußscanner sagt Herzinsuffizienz 13 Tage früher voraus
Eine überraschende, im Juni 2025 auf der Konferenz der British Cardiovascular Society vorgestellte Studie offenbarte die faszinierenden Fähigkeiten eines mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Fußscanners, der eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz im Durchschnitt 13 Tage früher als herkömmliche Methoden vorhersagen kann. Diese Technologie, die vom Cambridge-Start-up Heartfelt Technologies entwickelt und im Rahmen der FOOT-Studie in fünf Gesundheitseinrichtungen getestet wurde, stellt einen wichtigen Fortschritt in der häuslichen Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz dar und könnte die Zahl ungeplanter Krankenhausaufenthalte drastisch reduzieren.
Technische Möglichkeiten und Funktionsweise des Geräts
Der KI-Fußscanner ist ein kompaktes Gerät von der Größe eines intelligenten Lautsprechers, das standardmäßig an der Wand neben dem Bett des Patienten montiert wird. Die Technologie nutzt fortschrittliche Erkennungsalgorithmen, die Systemen zur Gesichtserkennung ähneln und für die Analyse der unteren Gliedmaßen angepasst wurden. Das Gerät kann beeindruckende 1.800 bis 2.000 Aufnahmen pro Minute aus verschiedenen Winkeln erstellen und bis zu einer Höhe von 50 Zentimetern über dem Boden scannen, wodurch der gesamte Fuß- und Knöchelbereich detailliert erfasst werden kann.
Eine Schlüsselfunktion des Scanners ist die Erkennung von Ödemen, also Schwellungen, die durch Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe verursacht werden. Sie stellen neben Gewichtszunahme und verstärkter Atemnot eines der drei wichtigsten Warnzeichen für eine sich verschlechternde Herzinsuffizienz dar. Das auf künstlicher Intelligenz basierende System analysiert die aufgenommenen Bilder und berechnet den Flüssigkeitsgehalt im Gewebe. Werden sich verschlimmernde Schwellungen erkannt, kann das Gerät umgehend das medizinische Team benachrichtigen, das den Herzpatienten betreut. Dies ermöglicht eine schnelle Intervention durch die Anpassung von Medikamenten oder andere therapeutische Maßnahmen, noch bevor sich der Zustand akut verschlechtert und eine Krankenhauseinweisung erforderlich wird.
Ergebnisse der FOOT-Studie
Die FOOT-Studie, in der zwischen 2020 und 2022 insgesamt 26 Patienten mit Herzinsuffizienz in fünf Gesundheitseinrichtungen überwacht wurden, lieferte überzeugende Belege für die Wirksamkeit dieser Technologie. Während der Studie verwendeten die Patienten nicht nur den KI-Fußscanner, sondern auch Bluetooth-Waagen zur Gewichtskontrolle. Die Ergebnisse zeigten, dass der Scanner sich verschlechternde Ödeme im Durchschnitt 13 Tage vor dem Zeitpunkt erkennen konnte, zu dem andernfalls eine Krankenhauseinweisung erforderlich geworden wäre. Eine besonders wichtige Eigenschaft des Geräts ist seine Fähigkeit, ohne WLAN-Verbindung zu funktionieren. Dadurch eignet es sich für ein breites Spektrum häuslicher Umgebungen und ist für Patienten unter unterschiedlichen sozialen und geografischen Bedingungen besser zugänglich.
Professor Bryan Williams, leitender wissenschaftlicher und medizinischer Direktor der British Heart Foundation, betonte in seinem Kommentar, dass die Studie zeige, wie eine einfache Technologie frühere Interventionen ermöglichen und potenziell die Zahl der Krankenhausaufenthalte verringern könne, während gleichzeitig die Behandlungsergebnisse der Patienten verbessert würden. Diese Einschätzung ist insbesondere vor dem Hintergrund von mehr als einer Million britischen Patienten mit Herzinsuffizienz von Bedeutung, für die diese Technologie eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität bedeuten könnte.
NHS-Kontext und künftige Auswirkungen auf das Gesundheitswesen
Die FOOT-Studie ist Teil der laufenden Forschung des NHS (Nationaler Gesundheitsdienst), die von der British Heart Foundation unterstützt wird und an der mehrere NHS-Einrichtungen beteiligt sind. Das National Institute for Health and Care Research (NIHR) beteiligt sich aktiv an verwandten Studien zur KI-gestützten Risikoprognose, auch wenn nicht alle vorgeschlagenen Projekte eine Finanzierung erhalten. Diese Technologie unterstreicht die wachsende Rolle künstlicher Intelligenz und der Fernüberwachung im Versorgungssystem des NHS und verdeutlicht das Potenzial skalierbarer, nichtinvasiver Lösungen für die häusliche Überwachung.
Die klinischen Auswirkungen dieser Innovation sind potenziell enorm, da die frühzeitige Erkennung sich verschlechternder Symptome einer Herzinsuffizienz im häuslichen Umfeld schnelle Anpassungen der Behandlung ermöglichen kann. Dadurch lässt sich die Zahl der Notfalleinweisungen verringern und die Lebensqualität der Patienten verbessern. Die Studie aus dem Jahr 2025 zeigt deutlich, dass ein KI-gestützter Fußscanner frühe Anzeichen einer sich verschlechternden Herzinsuffizienz zuverlässig erkennen kann. Damit erhalten NHS-Patienten und klinisches Personal ein wertvolles Instrument, um Krankenhausaufenthalte durch rechtzeitige Interventionen zu verhindern.
Diese Technologie stellt einen bedeutenden Fortschritt in der personalisierten Medizin dar und zeigt die Richtung auf, in die sich die künftige Gesundheitsversorgung voraussichtlich entwickeln wird – hin zu einer proaktiven häuslichen Überwachung unter Einsatz künstlicher Intelligenz, um gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen, noch bevor sie sich akut verschlimmern.



