South West Water, ein in Devon, England, tätiges Wasserversorgungsunternehmen, hat ein Pilotprojekt gestartet, bei dem künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt wird, um Verstopfungen im Kanalnetz vorzubeugen. Dieser Ansatz trug dazu bei, schätzungsweise zweihundert Verschmutzungsfälle zu verhindern. Das System analysiert Daten von zwölftausend Sensoren, die über das gesamte Netz verteilt sind und Veränderungen des Wasserstands überwachen. Wenn die Pegel auf ungewöhnliche Weise steigen oder fallen, warnt die KI vor einer möglichen Verstopfung, die zu einem Überlaufen der Kanalisation führen könnte.
Helen Dobby, Leiterin der Abteilung für Umweltleistung des Unternehmens, beschrieb dieses System als zusätzliche zwölftausend Augenpaare, die das Netz überwachen. Ihren Worten zufolge trägt das Projekt zum Gesamtplan zur Verbesserung der Umweltleistung des Unternehmens bei, das von der Regulierungsbehörde die Bewertung „verbesserungsbedürftig“ erhalten hat. South West Water reagiert damit auf frühere Probleme, darunter eine Geldstrafe in Höhe von 24 Millionen Pfund (rund 720 Millionen Kč), die das Unternehmen nach einer dreijährigen Untersuchung durch die Regulierungsbehörde Ofwat wegen unzulässiger Einleitungen aus Kläranlagen erhielt.

Entwicklung und praktische Anwendung von KI
Das Projekt wurde über zwei Jahre hinweg entwickelt und umfasst auch die Analyse stundenlanger CCTV-Aufnahmen aus Abwasserrohren. Die KI verarbeitet diese Aufnahmen schneller als Menschen und sucht darin nach Schäden oder Verstopfungen. Joshua Myrans, Datenwissenschaftler im Unternehmen, der während seiner Promotion mit dieser Idee begann, erklärte, dass die KI anhand von Bildern lernt, die von Menschen gekennzeichnet wurden. Dadurch werden Mitarbeiter entlastet, sodass sie größere Teile des Netzes untersuchen und Probleme erkennen können, bevor diese sich weiterentwickeln.
Richard Everson, Professor für maschinelles Lernen an der Universität Exeter, der an dem Projekt mitarbeitet, betonte, dass eine solche Überwachung ein besseres Verständnis und eine bessere Steuerung der Umgebung ermöglicht. Ihm zufolge mussten Menschen bislang eintönige Aufgaben erledigen, etwa bei Kälte in Lieferwagen CCTV-Aufnahmen anzusehen, doch Maschinen seien darin hervorragend. Die KI übernimmt somit sich wiederholende Arbeiten und ermöglicht effizientere Eingriffe.
Ursachen von Verstopfungen
Peter Corps, ein Einzugsgebietsmitarbeiter des Unternehmens mit zwölf Jahren Erfahrung in der Kanalreinigung, wies auf häufige Ursachen von Verstopfungen hin, darunter Fett, Öl und Feuchttücher. Diese Materialien sammeln sich in den Rohren an und verursachen Probleme, die häufig zu einem Überlaufen führen. Corps ruft die Menschen dazu auf, vorsichtiger damit umzugehen, was sie in der Toilette hinunterspülen oder in den Abfluss gießen, und rät: „Werfen Sie es in den Müll, spülen Sie es nicht hinunter.“ Ihm zufolge sind manchmal auch Rohrschäden die Ursache, meist handelt es sich jedoch um menschliche Fehler.
In einem Fall erkannte die KI auf einer CCTV-Aufnahme Wurzeln, die in ein Rohr hineinwuchsen. Das System markierte den Schaden mit einem roten Rahmen und der Aufschrift „Störung erkannt“. Eine solche frühzeitige Erkennung hilft, größere Schäden zu verhindern.

Verbesserungsplan
Dieses Pilotprojekt ist Teil des Plans zur Verringerung von Verschmutzungsvorfällen, der dem Unternehmen zu einer besseren Bewertung verhelfen soll. South West Water verfügt bei der Umweltleistung derzeit über zwei von vier möglichen Sternen, was Helen Dobby als unzureichend bezeichnete. Das Unternehmen verstärkt daher die Schulung neuer Mitarbeiter im Abwasserbereich und investiert die Rekordsumme von 760 Millionen Pfund (rund 22,8 Milliarden Kč) in die Verringerung von Überläufen aus der Regenwasserkanalisation. Die KI-Initiative ergänzt diese Bemühungen und ermöglicht schnellere Reaktionen auf potenzielle Probleme.
Dank dieses Ansatzes hat South West Water bis zu zweihundert Verstopfungen im Netz entdeckt und trägt damit zu einer saubereren Umwelt in den Regionen bei, in denen das Unternehmen tätig ist.
Quelle: bbc.com



