Das Londoner Startup ElevenLabs, das auf künstliche Intelligenz zur Erzeugung und Transkription von Sprache spezialisiert ist, gab den Erhalt von 500 Millionen US-Dollar (rund 11,5 Milliarden Kronen) in einer Series-D-Finanzierungsrunde bekannt. Durch diese von Sequoia Capital angeführte Finanzierung erreichte das Unternehmen eine Bewertung von 11 Milliarden US-Dollar (etwa 253 Milliarden Kronen), was mehr als dem Dreifachen seines Werts vom Januar 2025 entspricht, als es mit 3,3 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.
Technologie, Produkte und Kunden
An der Investition beteiligten sich auch Andreessen Horowitz, Iconiq, Lightspeed Venture Partners und Evantic Capital. Zu den neuen Investoren gehört außerdem Nvidia, das zugleich einer der wichtigsten Kunden des Startups ist. ElevenLabs, das 2022 von Piotr Dabkowski und dem Geschäftsführer Mati Staniszewski gegründet wurde, erzielt einen Jahresumsatz von mehr als 330 Millionen US-Dollar (rund 7,6 Milliarden Kronen). Zu seinen Kunden gehört auch Meta Platforms.
Das neueste KI-Modell des Unternehmens, Eleven v3, wurde im Januar vorgestellt und kann synthetische Sprache in mehr als 70 Sprachen einschließlich Tschechisch erzeugen sowie nonverbale Reaktionen simulieren. Nutzer arbeiten mit dem Modell, indem sie geschriebenen Text eingeben, wobei sie sogenannte Audio-Tags zur detaillierten Anpassung der Ausgabe verwenden können. Das Unternehmen bietet auch weitere Modelle an. Eleven v2.5 Turbo ist eine schnellere Alternative zu Eleven v3, die Sprache nahezu in Echtzeit erzeugen kann und für Anwendungen wie Kundendienstassistenten vorgesehen ist, die schnelle Reaktionen erfordern. Das Modell Scribe v2 ist ein Algorithmus zur Sprachtranskription, der mehr als 90 Sprachen versteht.
Cloud-Dienste für Unternehmen
Die Modelle sind über eine Programmierschnittstelle (API) verfügbar, die Entwickler in ihre Software integrieren können. Das Unternehmen betreibt außerdem zwei Cloud-Dienste – ElevenAgents und ElevenCreative. ElevenAgents ermöglicht Unternehmen, KI-Sprachagenten für Aufgaben wie die Beantwortung von Anfragen an den Kundendienst zu erstellen. Eine Bibliothek mit mehr als 400 Konnektoren dient zur Integration des Agenten in Unternehmenssysteme. Eine Drag-and-drop-Oberfläche ermöglicht die Anpassung des KI-Verhaltens – beispielsweise kann ein Elektronikhersteller festlegen, wann der Agent Anfragen an einen menschlichen Mitarbeiter weiterleiten soll.
ElevenCreative ist für die Erstellung von Inhalten optimiert. Marketingfachleute können es nutzen, um Hintergrundmusik für Werbeanzeigen zu erstellen. Durch die Integration mit KI-Modellen von Drittanbietern können Kunden mithilfe von Textanweisungen Bilder und Videos generieren.
Von Kontroversen zu Partnerschaften mit Prominenten
Das Startup sah sich zu Beginn seines Bestehens mit Kritik konfrontiert. Nach der Einführung seiner Software zur Stimmerzeugung im Jahr 2022 wurde es von Synchronsprechern verklagt und erntete negative Reaktionen, nachdem seine Technologie im Onlineforum 4chan dazu verwendet worden war, die Schauspielerin Emma Watson und den Podcaster Joe Rogan zu imitieren. Der Rechtsstreit wurde später beigelegt.
In jüngster Zeit ist das Unternehmen jedoch Partnerschaften mit Prominenten wie Michael Caine, der seine Stimme lizenzieren und klonen ließ, und Matthew McConaughey eingegangen, der ElevenLabs nutzt, um seine Stimme für seinen Newsletter ins Spanische zu übersetzen. Im August brachte das Unternehmen einen KI-Musikgenerator auf den Markt und veröffentlichte im Januar das Album „The Eleven Album“, das in Zusammenarbeit mit Musikern entstand.
„Wir planen, unser Creative-Angebot zu erweitern – Kreativen dabei zu helfen, unser erstklassiges Audio mit Video und Agenten zu kombinieren, und Unternehmen zu ermöglichen, Agenten zu entwickeln, die sprechen, schreiben und handeln können“, erklärte Mati Staniszewski. Das Unternehmen will die eingeworbenen Mittel zur Entwicklung neuer KI-Modelle und zum Ausbau seiner Präsenz in mehr als einem Dutzend internationaler Märkte verwenden, in denen es bereits tätig ist.
Die Finanzierung erfolgt zu einer Zeit, in der ElevenLabs von der viralen Popularität des OpenClaw-Ökosystems profitiert, in dem Nutzer die Sprachmodelle des Unternehmens zur Erstellung persönlicher KI-Agenten integrieren. Staniszewski hofft, den Jahresumsatz des Unternehmens in diesem Jahr zu verdoppeln.
Quellen: wsj.com und siliconangle.com



