Codex Mortis ist ein neues Spiel, das Vampire Survivors ähnelt. Sein Schöpfer Grolaf, auch bekannt als Crunchfest, behauptet, dass alles darin mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden sei. Von den Bildern über den Code bis hin zur Musik – alles ist zu 100 % ein Werk der KI. Die Entwicklung dauerte drei Monate, und jetzt ist eine kostenlose Demo auf Steam verfügbar.
Wie das Spiel ohne Spiele-Engine entstand
Grolaf verwendete keine klassische Spiele-Engine. Stattdessen setzte er auf TypeScript für den Code, PIXI.js für die Darstellung, bitECS für das Entity-Component-System und Electron für die Verpackung als Desktop-Anwendung. Die Bilder erstellte er in ChatGPT, die Animationen ersetzte er durch einen Shader von Claude Code, konkret mit den Versionen Opus 4.1 und 4.5. Er begann mit einem Prototyp, um zu testen, ob es überhaupt möglich ist, und entwickelte ihn dann weiter. Er sagte, es sei schwierig gewesen, bei den Bildern denselben Stil beizubehalten, doch GPT habe sich gemerkt, was ihm gefiel, und die Konsistenz über verschiedene Sitzungen hinweg gewahrt. Die Charakteranimationen gelangen nicht, weshalb er sie durch einen Wellen-Effekt mithilfe eines Shaders ersetzte. Die Integration mit Steam war kompliziert. Zunächst versuchte er es mit Tauri, doch das funktionierte nicht, also wechselte er zu Electron. Den gesamten Prozess beschrieb er als weniger anstrengend als die traditionelle Entwicklung.
Das Spiel vs. die Spieler
In Codex Mortis ist der Tod eure Waffe. Die Spieler kombinieren fünf Schulen der dunklen Magie, entfesseln Zaubersynergien und beschwören im Bullet-Hell-Stil Armeen von Untoten. Das Spiel lässt sich allein oder im Koop-Modus mit endlosen Build-Möglichkeiten spielen. Es bietet eine gotische Fantasy-Atmosphäre, in der man in einem Geschosshagel überleben muss. Die Rezensionen fallen gemischt aus. Eine davon besagt, dass die Demo ihren Preis wert sei, weil sie kostenlos ist.
In den Steam-Foren tauchen Threads mit Titeln wie „Lmao, das sieht beschissen aus“, „Mülliger KI-Einheitsbrei“, „Gefährliche schiefe Ebene“ oder „Zu 100 % KI-generiert – kauft und unterstützt das nicht“ auf. Die Spieler stören sich daran, dass das Spiel generisch und uninteressant aussieht, und sehen darin eine Gefahr für die Spieleindustrie. Auf Reddit in r/aigamedev wurden einige Kommentare gelöscht, doch insgesamt herrscht dort weniger Feindseligkeit. Der Titel eines Threads fragt: „Warum regen sich alle so über KI in der Spieleentwicklung auf?“ Grolaf selbst räumt ein, dass das Spiel teilweise als Provokation entstanden ist, was bereits am Trailer deutlich wird. Künstliche Intelligenz kommt in der Spieleentwicklung häufig zum Einsatz, doch Codex Mortis ist das erste Spiel, bei dem die KI alles von Grund auf erstellt hat – Texturen, Modelle, Sounds, Charaktere und Shader – und ein Mensch alles lediglich mithilfe von KI-Werkzeugen zusammengesetzt hat.
Quellen: news.aibase.com und eurogamer.net



