Claude Opus und Sonnet 4 sind da: Was kann die neue KI-Generation von Anthropic?
Im Mai stellte das Unternehmen Anthropic eine neue Generation der Claude-Sprachmodelle vor, konkret Claude Opus und Sonnet 4, und beide Modelle sorgten sofort für enormes Interesse. Vergleichstests zufolge handelt es sich dabei nämlich um die derzeit beste KI zum Programmieren!
Was ist Claude AI?
Die künstliche Intelligenz Claude ist ein direkter Konkurrent großer Akteure wie GPT von OpenAI oder Gemini von Google. Den verfügbaren Informationen zufolge schlägt Claude 4 diese Konkurrenz inzwischen jedoch gleich in mehreren Disziplinen und zeigt echte Fortschritte.

Was ist neu bei Claude 4?
Die größten Verbesserungen erzielt die neue Generation der Claude-Sprachmodelle in den Bereichen Programmierung und logisches Denken. Ganz gleich, ob Sie sich für das Basismodell Sonnet oder das leistungsstarke Opus entscheiden, Sie werden sofort mehrere wesentliche Verbesserungen feststellen:
- Verbesserte Programmierfähigkeiten und tiefere Mathematikkenntnisse: Den größten Fortschritt von Claude 4 sehen wir in den Bereichen Programmierung und Mathematik. In den Tests SWE-bench und Terminal-bench schlagen beide Modelle ihre größten Konkurrenten o3, GPT-4.1 und Gemini 2.5 souverän. Damit sind sie bislang das beste Werkzeug für Entwickler. Beim Benchmark AIME 2025, der Mathematikkenntnisse prüft, gab es gegenüber der vorherigen Modellreihe Claude 3.7 eine deutliche Verbesserung.
- Funktion für erweitertes Denken: Die neue Generation Claude 4 bietet außerdem einen „erweiterten Denkmodus“, also eine Funktion für erweitertes Denken und fortgeschrittene Schlussfolgerungen. Für diese Funktion nutzen beide Modelle zudem die Internetsuche. Der KI-Chat liefert somit nicht nur durchdachte Antworten in mehreren Schritten, sondern stützt sie auch auf verifizierte Daten aus dem Web.
- Hervorragendes Gedächtnis: Claude 4 verfügt über ein Kontextfenster mit 200.000 Tokens. Daher kann es umfangreiche Dokumente analysieren. Darüber hinaus wurde sein Gedächtnis verbessert, sodass es sich über mehrere Unterhaltungen hinweg an Informationen erinnert. Dadurch kann es leichter im Kontext früherer Aufgaben arbeiten.
- Besseres Textverständnis und mehr Natürlichkeit: Claude 4 erfasst sprachliche Nuancen deutlich besser als zuvor. Es versteht den Kontext, reagiert natürlicher und seine Ausgaben erfordern nur minimale menschliche Eingriffe – zumindest vorerst in der englischen Version des Modells.
Opus und Sonnet 4 sind außerdem deutlich zuverlässigere Modelle als ihre Vorgänger. Dank des erweiterten Denkens halluzinieren sie weniger, sind selbstkritischer und legen dem Nutzer mithilfe einer abschließenden Zusammenfassung die Logik ihrer Vorgehensweise offen – dies führt zu fundierteren Schlussfolgerungen und größerer Konsequenz.

Opus und Sonnet: Was ist der Hauptunterschied?
Beide neuen Modelle funktionieren sowohl im grundlegenden als auch im erweiterten „Schlussfolgerungsmodus“. Während Opus 4 das Flaggschiff und damit das „leistungsstärkste Modell“ der Claude-4-Familie ist, stellt Sonnet 4 ein zugängliches und vielseitiges Werkzeug für den täglichen Einsatz dar. Beide überzeugen jedoch beim Programmieren, in Mathematik und bei Fremdsprachen.
Claude 4: Verbesserungen auf ganzer Linie oder nur ein deutlicher Vorsprung in einigen Bereichen?
Auch wenn es den Anschein haben könnte, Gemini sei eine absolut revolutionäre künstliche Intelligenz ohne Konkurrenz, ist das nicht der Fall. Zumindest definitiv nicht überall! Obwohl Opus 4 und Sonnet 4 beim Programmieren oder im MMMLU-Benchmark (Sprachkenntnisse) überzeugende Ergebnisse erzielten, stagniert Claude 4 in vielen anderen Bereichen oder hat sich sogar leicht verschlechtert.
Stagnation und Rückgang bei MMMU oder GPQA
Im MMMU-Test liegt Claude 4 weiterhin hinter seinen Konkurrenten und hat sich sogar im Vergleich zu seinem Vorgänger Claude 3.7 Sonnet verschlechtert. Ähnliche Ergebnisse zeigt es auch im GPQA-Benchmark, der das Niveau komplexer analytischer Fähigkeiten auf Hochschulniveau misst.
Verschlechtertes Tschechisch
Tschechische Nutzer bemerken außerdem eine Verschlechterung der tschechischen Sprachqualität. Dies lässt sich jedoch darauf zurückführen, dass es sich um ein völlig neues Modell handelt – hinsichtlich Menschlichkeit und Natürlichkeit hat es gegenüber seinen Vorgängern nämlich einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht, was sich vorübergehend auf die Genauigkeit der Übersetzung in die tschechische Sprachversion auswirken kann.
Claude 4 vs. GPT oder Gemini: Wer ist kreativer und wer ist besser in Mathematik?
Die Welt der KI ist unglaublich dynamisch, und jedes Unternehmen entwickelt und verbessert seine Modelle kontinuierlich weiter. Daher lässt sich nicht eindeutig bestimmen, welche Sprachmodelle die besten sind – jedes zeichnet sich in einem anderen Bereich aus. Falls Sie jedoch nicht wissen, ob GPT-4.1 von OpenAI oder Gemini 2.5 Pro besser für Ihre Arbeit geeignet ist: In unserer Tabelle finden Sie einen kurzen Überblick darüber, worin sich die einzelnen Modelle besonders auszeichnen:

Lohnt es sich, Claude 4 auszuprobieren?
Auf jeden Fall. Claude 4 überrascht durch seine natürliche Kommunikation und dadurch, wie souverän es schwierige und komplexe Aufgaben bewältigt (Schlussfolgerungsmodus). Wenn Sie gern neue KI-Sprachmodelle ausprobieren – oder im Gegenteil nach Ihrem ersten Modell suchen, das sich wie ein Mensch ausdrückt und Aufgaben aus verschiedenen Bereichen bewältigen kann –, ist Claude 4 eine hervorragende Wahl.



