Lisa Su auf der WIRED-Konferenz
Dieses Jahr fand in San Francisco die Big-Interview-Konferenz des Magazins WIRED statt, und einer der Hauptstars war Lisa Su, CEO von AMD. Dort sprach sie mit der leitenden Redakteurin Lauren Goode und sagte viele interessante Dinge über künstliche Intelligenz, die derzeit die gesamte Technologiewelt bewegt. Lisa Su steht seit 2014 an der Spitze von AMD und hat es in dieser Zeit geschafft, dem Unternehmen einen kräftigen Schub zu verleihen. Der Marktwert von AMD stieg von 2 Milliarden US-Dollar (rund 46 Milliarden CZK) auf 300 Milliarden US-Dollar (rund 6,9 Billionen CZK). Das ist ein gewaltiger Sprung, der zeigt, wie erfolgreich AMD im Bereich der Chips für Computer und mittlerweile vor allem für künstliche Intelligenz ist.
Lauren Goode fragte Lisa Su direkt, ob sich die Technologiebranche in einer KI-Blase befinde. Lisa Su antwortete entschieden: Aus ihrer Sicht definitiv nicht. Sie sagte, diese Bedenken seien etwas übertrieben. Die KI-Branche werde eine Menge Chips von Unternehmen wie AMD benötigen, und sie glaube, dass dies erst der Anfang sei. Lisa Su ist für ihren Mut bekannt – sie setzt sich stets mit voller Kraft für Dinge ein, die sie als Chance betrachtet.
Große Wetten auf KI
AMD setzt derzeit stark darauf, dass die Welt mehr Rechenleistung für künstliche Intelligenz benötigen wird. Das bedeutet, Rechenzentren zu errichten, in denen diese Systeme laufen. Lisa Su sprach darüber, dass künstliche Intelligenz noch in den Kinderschuhen steckt. Die Modelle, die wir heute haben, sind gut, aber die nächsten werden noch besser sein. Deshalb will AMD die Technologie weiter vorantreiben und sicherstellen, dass die Chips für die Zukunft gerüstet sind. Es geht nicht nur um den Verkauf, sondern darum, künstliche Intelligenz in die Hände möglichst vieler Menschen und Unternehmen zu bringen.
Eine der großen Herausforderungen ist der Verkauf von Chips nach China. Lisa Su bestätigte, dass AMD die von der Regierung Donald Trumps eingeführte Steuer von 15 % auf MI308-Chips zahlen wird, die das Unternehmen wieder nach China liefern will. Zuvor waren die Verkäufe von der US-Regierung gestoppt worden, doch in diesem Sommer begannen die Behörden erneut mit der Prüfung der Anträge. AMD hatte bereits bekannt gegeben, dass diese Exportbeschränkungen das Unternehmen rund 800 Millionen US-Dollar (etwa 18,4 Milliarden CZK) gekostet haben. Dennoch sieht es Potenzial in diesem Markt und bemüht sich, diese Hindernisse zu bewältigen.
Vereinbarung mit OpenAI und Wettbewerb
Ein großer Erfolg für AMD ist die kürzlich geschlossene Vereinbarung mit OpenAI. Demnach wird OpenAI im Laufe mehrerer Jahre Instinct-GPUs von AMD mit einer Gesamtleistung von 6 Gigawatt einsetzen. Als Teil dieser Vereinbarung stimmte AMD zu, dass OpenAI 160 Millionen Aktien des Unternehmens für nur einen Penny je Aktie, also 0,01 US-Dollar, erwerben kann. Dadurch erhält OpenAI einen Anteil von rund 10 % an AMD. Das erste Gigawatt soll in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres in Betrieb genommen werden.
Lisa Su fürchtet die Konkurrenz nicht. AMD ist nach wie vor kleiner als Nvidia, dessen Marktwert 4,4 Billionen US-Dollar beträgt, während AMD auf 353 Milliarden US-Dollar kommt. Lisa Su sagte jedoch, dass sie weder Nvidia noch Google oder Amazon beunruhigen, die ihre eigenen Chips entwickeln. Was sie wirklich beschäftigt, ist die Frage, wie sich Innovationen schneller vorantreiben lassen. Sie möchte, dass AMD mit seinen Produkten stets einen kleinen Schritt voraus ist.
Lisa Su ist überzeugt, dass das Potenzial in diesem Bereich enorm ist und es keinen Grund gibt, nicht weiter voranzudrängen. Auf der WIRED-Konferenz, auf der all dies stattfand, waren auch weitere interessante Gäste vertreten, darunter Daniela Amodei von Anthropic und Jon M. Chu, der Regisseur des Films Wicked. Doch Lisa Su stach dort mit ihrem Optimismus hinsichtlich künstlicher Intelligenz wirklich hervor.
Quellen: wired.com und tomshardware.com



