Amazon will 10 Milliarden Dollar in OpenAI investieren

Amazon will 10 Milliarden Dollar in OpenAI investieren

Ondřej Barták
Ondřej Barták
Unternehmer und Programmierer
19. 12. 2025
3 Minuten Lesezeit
Amazon will 10 Milliarden Dollar in OpenAI investieren

Derzeit finden erste Gespräche zwischen Amazon und OpenAI über eine Investition statt, die bis zu 10 Milliarden US-Dollar erreichen könnte, was umgerechnet rund 208 Milliarden tschechischen Kronen entspricht. Dieser Betrag würde OpenAI dabei helfen, seine Modelle wie ChatGPT oder Sora weiterzuentwickeln, während Amazon zugleich seine Position im Bereich der KI-Chips stärken würde. Den verfügbaren Informationen zufolge würde die Vereinbarung nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch eine Zusammenarbeit bei der Hardware umfassen, wobei OpenAI Chips von Amazon verwenden würde.

Die Gespräche befinden sich bislang in einem frühen Stadium. Sollte die Investition jedoch zustande kommen, würde OpenAI mit mehr als 500 Milliarden US-Dollar bewertet, also mit über 10,4 Billionen tschechischen Kronen. Die Berichte berufen sich auf eine anonyme Quelle, die von dieser enormen Bewertung spricht. Amazon versucht, seine Investitionen im KI-Wettlauf zu diversifizieren – zuvor hatte das Unternehmen bereits 8 Milliarden US-Dollar (über 166 Milliarden tschechische Kronen) in Anthropic investiert, einen Konkurrenten von OpenAI. Nun könnte OpenAI in das Portfolio aufgenommen werden, was Amazons Cloud-Dienste über Amazon Web Services (AWS) stärken würde.

Details der Investition und ihre Bedingungen

Laut CNBC konzentrieren sich die Verhandlungen auf eine Kombination aus einer Barinvestition und Verpflichtungen im Bereich der Cloud-Dienste. Dadurch könnte OpenAI seine Abhängigkeit von Microsoft verringern, das mit einem Anteil von 27 % sein langjähriger Partner ist. Microsoft hat bereits mehr als 13 Milliarden US-Dollar (rund 270 Milliarden tschechische Kronen) in OpenAI investiert, doch eine neue Vereinbarung mit Amazon würde es OpenAI ermöglichen, AWS für das Training seiner Modelle zu nutzen. Dies würde bedeuten, dass OpenAI seine Modelle über Amazon Bedrock anbieten könnte, was den Zugang für Unternehmenskunden erleichtern würde, die AWS gegenüber Microsoft Azure bevorzugen.

The Information berichtet, dass Amazon mindestens 10 Milliarden US-Dollar investieren könnte, wobei die gesamte Finanzierungsrunde diesen Betrag möglicherweise übersteigen würde. An den Verhandlungen sollen sich auch weitere Investoren wie SoftBank oder bestehende Partner wie Thrive Capital beteiligen. Die Vereinbarung könnte Anfang 2026 abgeschlossen werden und eine Mischung aus Aktien und Wandelanleihen umfassen. OpenAI plant, Hunderttausende Trainium2-Chips von Amazon zu beziehen, die günstiger sind als jene von Nvidia – beim Training großer Modelle wie GPT-5 sogar um bis zu 40 %. Diese Chips würden in AWS-Clustern eingesetzt, was OpenAI dabei helfen würde, den Chipmangel zu bewältigen, über den OpenAI-Chef Sam Altman gesprochen hat.

Zirkuläre Vereinbarungen in der KI-Welt

Diese potenzielle Zusammenarbeit knüpft an den Trend zirkulärer Vereinbarungen in der KI-Branche an, wie TechCrunch beschreibt. So investierte OpenAI beispielsweise im März 350 Millionen US-Dollar (über 7 Milliarden tschechische Kronen) in CoreWeave, das anschließend Chips von Nvidia kaufte. Diese Chips werden von OpenAI für das Training genutzt, was den Wert der Investition erhöht. Im Oktober erwarb OpenAI einen Anteil von 10 % an AMD und verpflichtete sich, auch dessen KI-GPUs zu verwenden. Ebenso schloss das Unternehmen mit Broadcom eine Vereinbarung über die Nutzung von Chips. Und im November unterzeichnete OpenAI mit Amazon eine Cloud-Vereinbarung im Wert von 38 Milliarden US-Dollar (über 790 Milliarden tschechische Kronen), die Rechenzentren und Chips von Nvidia umfasst.

Amazon hat kürzlich die neueste Version seiner Trainium-Chips vorgestellt und plant deren weitere Entwicklung. Sollte die Vereinbarung mit OpenAI zustande kommen, würde Amazon nicht nur eine Beteiligung erhalten, sondern auch die Zusage von OpenAI, seine Chips zu verwenden, was zusätzliche Einnahmen bringen würde.

Auswirkungen auf den Markt

Eine solche Investition könnte von den Regulierungsbehörden geprüft werden, da große Technologieunternehmen wie Amazon, Microsoft oder Google wegen kartellrechtlicher Bedenken im KI-Bereich unter besonderer Beobachtung stehen. Laut CNBC würde die Vereinbarung als Minderheitsbeteiligung ohne Kontrollrechte strukturiert, um Probleme zu vermeiden. Für OpenAI bedeutet dies mehr Ressourcen für die Entwicklung, etwa des Modells Orion, während Amazon seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Azure und Google Cloud stärken würde.

Diese Gespräche finden statt, nachdem OpenAI im Oktober den Übergang zu einem gewinnorientierten Modell abgeschlossen hat, was dem Unternehmen mehr Freiheit bei der Suche nach Investoren gibt. Sam Altman, der Chef von OpenAI, hatte den Chipmangel bereits zuvor als „nationalen Notstand“ bezeichnet, und diese Vereinbarung könnte ihm dabei helfen, dieses Problem zu lösen.

Kategorie:KI
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