OpenAI sieht sich wachsendem Druck durch Google ausgesetzt, das mit seinem Modell Gemini 3 in vielen Tests die Führung übernommen hat. Laut einer internen Mitteilung von OpenAI-Chef Sam Altman, die von The Information veröffentlicht wurde, erwartet das Unternehmen aufgrund der Fortschritte von Google im Bereich der künstlichen Intelligenz vorübergehende wirtschaftliche Schwierigkeiten. Altman schrieb seinen Mitarbeitern, dass Google in letzter Zeit hervorragende Arbeit leiste, insbesondere beim Vortraining von Modellen, bei dem die KI aus riesigen Datenmengen lernt. Dieser grundlegende Prozess schien an die Grenzen seiner Möglichkeiten gestoßen zu sein, doch Google hat bewiesen, dass noch erhebliche Verbesserungen erzielt werden können.
Altman räumte ein, dass OpenAI Schwierigkeiten mit Fortschritten beim Vortraining habe, was sich auch bei der Entwicklung von GPT-5 zeigte, bei der Optimierungen mit zunehmender Modellgröße nicht mehr funktionierten. Google hingegen belegte mit Gemini 3 in nahezu allen Vergleichstests den ersten Platz. Gemini 3 erwies sich als ein Modell, das OpenAI bei den Entwicklungsmethoden übertraf. Altman erwartet, dass die Stimmung in der Öffentlichkeit eine Zeit lang ungünstig sein wird, betonte jedoch, dass sich OpenAI auf ehrgeizige Ziele konzentriere, darunter die Automatisierung der KI-Forschung selbst, um Durchbrüche zu beschleunigen.
Shallotpeat: Geheimplan zur Fehlerbehebung
OpenAI arbeitet an einem neuen Sprachmodell mit dem Codenamen Shallotpeat, das Fehler im Vortrainingsprozess beheben soll. Laut einer mit der Situation vertrauten Person wurde dieses Modell speziell zur Lösung von Problemen mit Daten und den Grundlagen des Trainings entwickelt. Der Codename Shallotpeat bezieht sich auf eine Schalotte, die in Torf nicht gut wächst – er symbolisiert das Bestreben, das Modell unter schwierigen Bedingungen zu verbessern. Altman versicherte dem Team in seiner Mitteilung, dass OpenAI die Konkurrenz einholen werde, selbst wenn dies bedeute, im derzeitigen System vorübergehend zurückzuliegen.
Bei diesem Modell könnte es sich um jenes handeln, das OpenAI bereits nächste Woche veröffentlichen will. Internen Tests zufolge übertrifft es Googles Gemini 3. Die Veröffentlichung ist Teil einer umfassenderen Initiative mit der Bezeichnung „Code Red“, dem internen Namen für eine Notfallreaktion auf den Wettbewerbsdruck. Google steigerte die Zahl der monatlich aktiven Nutzer seines Gemini-Chatbots von 450 Millionen im Juli auf 650 Millionen im Oktober und macht OpenAI damit erhebliche Konkurrenz.
Aufgeschobene Projekte wegen der Konzentration auf ChatGPT
Damit sich OpenAI vollständig auf die Verbesserung von ChatGPT und das neue Modell konzentrieren kann, verschiebt das Unternehmen andere kommerzielle Pläne. Werbung und die Entwicklung autonomer KI-Agenten für Einkäufe oder Gesundheitsaufgaben werden zurückgestellt. Der Dienst Pulse für personalisierte Nachrichten hat an Priorität verloren. Stattdessen fließen die Ressourcen in die Verbesserung des Verhaltens der Modelle in ChatGPT und in die Bilderzeugung, wo OpenAI nach der Veröffentlichung von Googles Modell Nano Banana Pro zusammen mit Gemini 3 unter Druck steht.
Vor drei Jahren war die Situation umgekehrt – Google rief wegen der Bedrohung durch ChatGPT seinen eigenen „Code Red“ aus, was zu großen Veränderungen und schließlich zur Gemini-Modellfamilie führte. OpenAI reagiert nun ähnlich, um seine Position zu behaupten.
Google stellt OpenAI mit seinen Fortschritten im Bereich KI vor vorübergehende wirtschaftliche Herausforderungen, wie Altman in seiner internen Mitteilung beschrieb. Das Unternehmen konzentriert sich auf langfristige Ziele wie das Erreichen von Superintelligenz, wobei der Großteil des Forschungsteams weiterhin auf diese Ambitionen ausgerichtet bleiben soll. Laut einem Bericht von Bloomberg ist OpenAI nicht mehr der unangefochtene Marktführer im Bereich der generativen KI, was die Notwendigkeit einer schnellen Reaktion unterstreicht.



